Wintereinbruch

06. März 2010 09:55; Akt: 07.03.2010 09:01 Print

Unfälle im Minutentakt

Auf Schweizer Strassen herrschte am Samstag das blanke Chaos. Der starke Schneefall liess es ordentlich krachen. Innerhalb von wenigen Stunden wurden über 300 Unfälle gemeldet. Im Grossraum Zürich brach der Busverkehr zusammen.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Eine kalte Nacht und starker Schneefall haben am Samstagmorgen vielerorts zu einem Verkehrschaos geführt. Nach Angaben von MeteoSchweiz war es in der Nacht im Flachland mit Temperaturen um -4 Grad «relativ kalt». Dies führte dazu, dass der Schnee auf den Strassen rasch ansetzen konnte. Bern registrierte am frühen Samstagmorgen -6,1 Grad, Genf -5,9 Grad, St. Gallen -5 Grad, Zürich -4 Grad und Basel -3,3 Grad.

Im Verlaufe des Tages hielten sich die Temperaturen um null Grad. Wo kein Salz gestreut wurde, blieben die Strassen rutschig. Eine Sprecherin des Verkehrsinformationsdienstes Viasuisse, sagte auf Anfrage, prekär sei die Situation in den Alpen und insbesondere östlich des Kantons Aargau.

Innert kurzer Zeit fielen gemäss MeteoSchweiz am Samstagmorgen bis zu sechs Zentimeter Schnee, dies in Begleitung zum Teil heftiger Nordwinde. Weniger betroffen Schneefall und Sturm war die Westschweiz.

Autofahrer zu schnell unterwegs

Insgesamt wurden über 300 Verkehrsunfälle gemeldet. Viele Autofahrer hätten die Geschwindigkeit nicht den prekären Strassenverhältnissen angepasst, hiess es von Seiten der Kantonspolizeien.

Die Fahrzeuglenker kamen ins Schleudern, fuhren gegen Leitplanken, kamen von der Fahrbahn ab, kollidierten mit entgegenkommenden oder vor ihnen stehenden Fahrzeugen. Meist blieb es bei Blechschäden, rund 25 Personen erlitten jedoch Verletzungen.

100 Unfälle im Kanton Zürich

Allein die Kantonspolizei Zürich musste zu ungefähr 100 Unfällen mit insgesamt sechs Verletzten ausrücken. Die Kantonspolizei Aargau meldete 70 Unfälle und sechs verletzte Personen, im Kanton Bern gab es 68 Unfälle und vier Verletzte.

Die Kantonspolizei St. Gallen zählte 35 Unfälle, jene im Thurgau 20. Rund ein Dutzend Unfälle gab es auch in den Kantonen Luzern und Schwyz. Die Kantonspolizei Solothurn meldete neben Unfällen auch Wartezeiten auf den Autobahnen.

Vielerorts mussten die Strassen zeitweise gesperrt werden. So auch die Gotthardautobahn Richtung Süden und der Gotthardtunnel selber: Auf der Autobahn A2 verunfallte zwischen Amsteg und Göschenen ein Lastwagen. Der Gotthardtunnel blieb wegen eines Unfalls unmittelbar nach dem Tunnelausgang bei Göschenen zeitweise geschlossen.

Kein Bus mehr in Zürich

In der Stadt Zürich stellten die Verkehrsbetriebe (VBZ) den Busbetrieb zeitweise vollständig ein. Zahlreiche Busse seien am Samstagmorgen steckengeblieben oder in Unfälle verwickelt gewesen, teilte das Unternehmen mit. Die Trams verkehrten mit Verspätungen.

Bei der SBB hingegen kam es zu keinen Störung wegen des Schneefalls. Doch wie auf der Internseite der SBB zu entnehmen war, trafen drei Fernverkehrszüge aus Deutschland mit rund einer Stunde Verspätung ein. Die SBB stellten Ersatz-Züge bereit.

In der Nacht zog ein Tief von Deutschland her über die Schweiz. Dieses brachte nicht nur Schnee, sondern auch eisige Polarwinde. Auch am Sonntag soll es gemäss MeteoSchweiz kalt bleiben. Mit weiterem Schneefall ist aber nicht zu rechnen.

(kub/sda/ap)