Gefährlicher Eifer

15. Juni 2011 18:24; Akt: 16.06.2011 11:38 Print

Wäre doch gelacht, wenns nicht sauber wird

Dreckige Fenster sind ein Unding. Doch welches Risiko manche für striemenfreies Glas eingehen, überrascht nicht nur unseren Leser-Reporter.

So putzen Zürcherinnen: Eifrig, mit vollem Körpereinsatz und vor allem hoch oben. (Quelle: Leser-Reporter)
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Jedes Jahr dasselbe Theater: Kaum meldet sich die Sonne aus dem Winterurlaub zurück, sind sie wieder da: Fettige Flecken, unschöne Striemen und dieser fiese Abgase-Film auf den Fenstern. Ein Graus für jeden Ästheten. Es bleibt einzig der Griff zum Putzlappen. Leser-Reporter Martin rieb sich am Dienstag allerdings die Augen und nicht seine Fenster, als er seine Nachbarin bei der Arbeit erblickte.

Rund zehn Meter über dem Boden balancierte die Dame am Dienstagnachmittag auf ihrem Fenstersims und putzte die Fenster – von aussen. In Panik ausbrechen oder doch lachen: Wie reagiert man in einer solchen Situation? Leser-Reporter Martin und seine Mitbewohner entschieden sich für den Mittelweg: «Oh, nein!»- und «Das ist aber heikel!»-Rufe wechselten sich mit ungläubigem Lachen ab (siehe Video).

400 000 Stürze im Haushalt – jährlich

Vielleicht vergass die Dame im Eifer die Gefährlichkeit ihrer Tat, vielleicht hat sie ihre Schürze aber auch mit dem Cape von Superman verwechselt. Sicher scheint: Die Unfallstatistik des Beratungsstelle für Unfallverhütung (BfU) dürfte ihr nicht bekannt sein: 400 000 Schweizer verunfallen jährlich bei Stürzen in Haus und Freizeit. Die Hauptursache: Unachtsamkeit und Leichtsinn. Die Zahl der Toten übersteigt dabei sogar die Opfer von Verkehrsunfällen. Alleine 2007 waren es 1215 – mehr als drei Personen pro Tag. In der Regel stürzen die Opfer dabei nicht aus dem Fenster oder von der Leiter, sagt Robert Nyffenegger von der BfU. «Die meisten stolpern auf gleicher Ebene», sagt der Experte.

Leser-Reporter kauft ein Fangtuch

Die Nachbarin von Leser-Reporterin Martin hat wohl nicht nur striemenfreie Fenstern, sondern ist auch schwindelfrei. Er jedenfalls weiss, was er sich mit seinem Bild-Honorar von 20 Minuten Online zulegt: «Ein Auffangtuch.» Gute Nachbarn stehen einander eben bei – auch in schwierigen Momenten. Was der gefährliche Eifer der Dame auch hätte zur Folge haben können, zeigt das folgende Video eines Chinesen. Er fiel nach dem Versuch, seine Fenster zu putzen, hinunter - glücklicherweise blieb er im zehnten Stock hängen und konnte gerettet werden.

(amc)