Die grosse SRG-Umfrage

23. Mai 2011 07:09; Akt: 24.05.2011 10:48 Print

«200 Franken Gebühren sind genug!»

von Lukas Egli - Plaudersendung oder Tagesschau? Quiz oder Kassensturz? Die Zuschauer wissen genau, wo sie bei der SRG den Rotstift ansetzen würden. «Die grössten Schweizer Talente» müssten dran glauben.

200 Franken sind ausreichend - das zumindest sagt eine deutliche Mehrheit der Leser von 20 Minuten Online, die sich an der Web-Umfrage beteiligt haben.
Quelle: 20 Minuten Online

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Die Leser von 20 Minuten Online sind sich einig: Die SRG ist ein fetter Moloch, der dringend auf Diät gesetzt werden muss. Das zeigt die grosse, nicht repräsentative SRG-Umfrage von vergangener Woche. Den «Eurovision Song Contest» würde hier niemand vermissen.

Doch auch abseits der schmerzhaften Aktualität fanden die Leser deutliche Worte: Die Schweiz braucht keine 18 öffentlich-rechtliche Radiosender. Ähnlich das Verdikt beim Fernsehen: 3 TV-Sender sind genug. Und: Es gehört nicht zum Bildungsauftrag des Schweizer Staatsfernsehens, Vorabend-Quizsendungen wie «5gegen5» zu produzieren! Unterhaltungsschwachstrom ist out.

Wer allerdings Meinungskrawallmacher hinter den Resultaten vermutet, liegt falsch: Während Unterhaltungs- und Plauderformate wie die «Sportlounge» und «Die grössten Schweizer Talente» gnadenlos abgestraft wurden (mehr als 70% aller Teilnehmer fanden die erste DGST-Staffel total überflüssig oder haben sie nie geschaut), erhielten die SF-Paradepferde «Tagesschau», «Kassensturz» und «10vor10» durchwegs positive Zensuren. Als beste Sendung des SF erkoren die Umfrageteilnehmer – Überraschung! – «Dok».

Gebühren und Werbung? Geht gar nicht!

Insgesamt sehen unsere Leser die Gesamtleistung der SRG kritisch, aber differenziert: Obwohl sie bezweifeln, dass die nationale Rundfunkanstalt den Zusammenhalt in der Schweiz fördert und sie das faktische Monopol für nationale Radio- und TV-Sender deutlich ablehnen, ist nur knapp die Hälfte der Meinung, dass die SRG insgesamt kein «hochwertiges» Angebot liefere. Das Signal an den neuen SRG-Generaldirektor Roger de Weck ist klar: Es gibt noch Luft nach oben.

Warm anziehen muss sich der grösste Schweizer Medienkonzern indes, wenn es um die Zwangsabgaben geht. Gemäss der Umfrage hat SVP-Nationalrätin Natalie Ricklis Petition, die eine Halbierung der Billag-Gebühren verlangt, beim Volk beste Chancen. 68,6 Prozent der Umfrageteilnehmer finden: «200 Franken pro Jahr sind angemessen». Nur ein Zehntel will weiterhin 463 Franken oder mehr bezahlen.

Doch es kommt noch dicker: Dass die SRG zugleich Gebühren einzieht und Werbung ausstrahlt, versteht Otto Normalleser nicht. Vier von fünf Personen finden dieses schizoide Modell falsch. Gut möglich, dass die junge Zürcher Nationalrätin dem fetten Moloch SRG bald Beine macht – auf dass er wieder schlank und rank werde!

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Schultz von Thun am 23.05.2011 10:15 Report Diesen Beitrag melden

    Schizophren?

    80% der Umfrageteilnehmer finden es nicht richtig, dass die SRG Gebühren einzieht und Werbung macht. Gleichzeitig finden 62%, dass die SRG den privaten im Internet keine Konkurrenz machen darf und 68% wollen weniger bezahlen... Geht irgendwie nicht auf und sagt einiges über die Umfrageteilnehmer aus! Ist doch wieder ein typisches "Hauptsache ich muss weniger zahlen" Thema!!!!

  • Der nette schweizer von Nebenan. am 23.05.2011 08:35 Report Diesen Beitrag melden

    Werbung im schweizer Fernsehen?

    ...Und wieso müssen originale TV Spots, mit Schweizerdeutsch nachsynchronisiert werden? Schweizer Fernsehen ist total überflüssig. Ich schaue nur noch ausländische Kanäle.

  • lala am 23.05.2011 11:43 Report Diesen Beitrag melden

    sendungen die ich mag

    tagesschau, sport, sportpanorama, eurovision, dok, schweizer filme am sonntag.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • T.T. am 25.05.2011 10:47 Report Diesen Beitrag melden

    Verbraucherprinzip

    Ich Würde Tagesschau und Einstein abonnieren. Dafür bin ich bereit zu zahlen. Für das meiste andere eben nicht. Man nennt das Verbraucherprinzip, eigentlich das normalste auf der Welt.

  • Lukas Manser am 25.05.2011 02:10 Report Diesen Beitrag melden

    Serien

    Ein staatlicher Sender muss auf jeden fall nicht Serie wie Dr. House, CSI etc etc eine Woch VOR allen Privatsendern ausstrahlen.... All diese Serien koennte man ohne Probleme streichen und sicherlich einen grossen Bazen einsparen und sehen kann man die Serien auf Sat1 etc eine Woche spaeter.

  • blub am 24.05.2011 18:34 Report Diesen Beitrag melden

    Überdenkt das System noch einmal.

    Ich sehe seit ca 4 Jahren zuhause kein Fernseh und vermisse dabei nichts, die Zeit kann ich besser für andere Dinge nutzen. Früher habe ich oft einige Stunden täglich vor der Flimmerkiste verbracht, als ich jedoch mit der FH anfing habe ich damit aufgehört. Die wenigen Filme die mich heute ansprechen sehe ich mir im Kino an, eine EM oder CL etc in einer Bar. Trotzdem darf ich die Gebühren abdrücken, weil ich mit dem PC theoretisch SF empfangen könnte. Also ganz ehrlich ich mag das System nicht! Steckt mein Geld in die Forschung von Energiequellen oder Heilmitteln, nicht der SRG in den Hals.

  • M. Walther am 24.05.2011 12:08 Report Diesen Beitrag melden

    Kleines interessantes Detail......

    Die Junge Zürche Nationalräting arbeitet bei einem TV Werbungsvermarkter für Private ausländische TV Sender. Ein Schelm wer böses dabei denkt

    • Beni Thurnbär am 25.05.2011 10:44 Report Diesen Beitrag melden

      Für was?

      Ja und? Die kann von mir aus im Petit Fleur arbeiten. Die Gebühren sind viel zu hoch. Sogar 200 sind viel zu hoch. Ich finde 100 Franken pro Haushalt sind mehr wie genug. Ausländer schauen eh nur Sat (türkische, ex-jugoslawische usw. Sender) und die Jungen nur deutsches Free TV. Am besten dieses SF-Schrottprogramm komplett abschalten und Geld in was Besseres stecken, z.B. neue Strassen und Autobahnen, oder Kinderkrippen. Das TV-Programm sollte privaten Sendern überlassen werden.

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  • Guido am 24.05.2011 08:31 Report Diesen Beitrag melden

    SRG zu Teuer

    Hallo zusammen ich bin der Meinung, dass die Billaggebühren nur für Schweiz relevanten Sendungen benutzt werden dürfen ( Nachrichten, Sport ( National ), Politik und .... ) aber für keine Spielfilme oder ... . Diese müssten über Werbung finanziert werden. So hätten auch Lokale Sender anrecht auf Billag.

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