Comic-Duell-Gewinner

21. Oktober 2014 21:39; Akt: 22.10.2014 12:31 Print

«Ab und zu versinke ich in einer Art Rausch»

Mit drei Bildern hat Michael Siebenmann die Leser begeistert und die vordersten Plätze des Comic-Duells erobert. Nun zeigt er uns noch mehr seiner beeindruckenden Werke.

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Mit diesen Bildern hat Michael das nicht nur gewonnen, sondern regelrecht regiert: «The Dark Knight Batman Fanart, gezeichnet mit Kohle, anschliessend fotografiert.» «Jorrek der Ausgestossene ist ein Zwerg, der wegen eines Verbrechens aus seiner Stadt verbannt wurde. Was er getan hat, weiss niemand mehr so recht, aber Zwerge sind sehr nachtragend und vergessen zwar den Grund, aber niemals den Groll an sich.» (Gezeichnet mit Bleistift und Tusche) «Der namenlose Ritter ist der einzige Überlebende einer grossen Schlacht, bei der er sein Heer und sein Reich verloren hat. Nun zieht er als Söldner und Einzelgänger durch das Land, gesichtslos, da er aus Schande über die Niederlage geschworen hat nie mehr seinen Helm abzunehmen.»(Gezeichnet mit Bleistift) Da Michael mit seinen eingesandten Bildern die 20-Minuten-Community beeindruckt hat, wollten wir noch mehr seiner Werke sehen. Erfreulicherweise ist er unserer Bitte nachgekommen. «Heimdall, der Wächter der Asen (nordische Götter), bewacht schlaflos die Regenbogenbrücke Bifröst. Sie ist der Zugang nach Asgard, dem Heim der Asen. Heimdall schläft nie und sein Blick schweift nicht ab, denn er hat eine Aufgabe: An Ragnarök, dem Ende aller Tage, werden die Feuerriesen über diese Brücke kommen und Asgard angreifen. Dann wird Heimdall sein mächtiges Gjallarhorn zum ersten und einzigen Mal erklingen lassen und damit die Asen zu ihrer letzten Schlacht und zu ihrem Schicksal rufen.» (Gezeichnet mit Bleistift, 2013) «Zwerge sind nicht nur misstrauisch, sondern auch vorsichtig. Zwar sieht diese Karte sehr alt und vertrauenswürdig aus, dennoch müssen die Gefahren einer solchen Expedition sehr genau abgeschätzt werden. Nicht dass sie um ihr Leben fürchten, aber der Verlust eines mit Ausrüstung beladenen Ponys würde einen erheblichen Verlust an Goldmünzen bedeuten.» (Gezeichnet mit Kugelschreiber, 2013) «Zu diesem Bild gibt es keine Geschichte, der Titel sagt meiner Ansicht nach genug.» (Gezeichnet mit Bleistift und Kohle, 2014) «In der Edda wird der Mythos von Thors Fischzug erzählt, bei dem er zusammen mit dem widerstrebenden Riesen Hymir aufs Meer rudert, um Fische zu fangen. Als Köder benutzt er den Kopf eines Stieres. Schliesslich beisst die Midgardschlange Jormungandr an und es gelingt Thor, sie aus dem Wasser zu ziehen.» Bevor er jedoch zu seinem Hammer Mjolnir greifen kann, schneidet Hymir aus lauter Entsetzen über das Ungeheuer die Leine durch, worauf die Schlange zurück ins Wasser fällt und versinkt. Aus Wut darüber erschlägt Thor, statt der Schlange, Hymir und rudert alleine zurück ans Ufer.» (Gezeichnet mit Bleistift und Kohle, 2013) «Hektor, der Anführer der Trojaner im trojanischen Krieg, lebt im Wissen, dass er sich dem Griechen Achilles wird stellen müssen und von diesem erschlagen werden wird. Andromache, seine Gemahlin, fleht ihn an, sich vom Schlachtfeld fernzuhalten. Hektor will aber nicht als Feigling verlacht werden. Er verabschiedet sich von seiner Gemahlin Andromache und seinem Sohn Astyanax, bevor er sein Haus verlässt, um gegen Achilles zu kämpfen und schliesslich getötet zu werden.» (Gezeichnet mit Bleistift, 2014) «Der Minotaurus ist ein menschenfressendes Ungeheuer, das in einem Labyrinth am Hof des kretischen Königs Minos lebte. Jedes Jahr forderte Minos einen Tribut in Form von sieben Jungfrauen und sieben Jünglingen, die er dann an das Untier verfütterte. Theseus, der Prinz von Athen, betrat das Labyrinth mit Hilfe von Ariadne, der Tochter von König Minos. Sie gab ihm ein Schwert und einen Faden mit. Mit dem Schwert schaffte er es, das Ungeheuer zu töten, und mit dem Faden fand er wieder aus dem Labyrinth heraus.» (Gezeichnet mit Bleistift, 2008) «Fenrir, auch genannt der Fenriswolf, war eines der Kinder des hinterlistigen Loki und wurde von den Asen als Welpe gefunden, aufgenommen und grossgezogen. Bald wurde Fenrir so gross und stark, dass die Götter sich zu fürchten begannen, und sie beschlossen, ihn zu fesseln. Da der Wolf sämtliche Ketten mit Leichtigkeit zerreissen konnte, wurde von den Zwergen ein unzerreissbares Band geschmiedet. Fenrir schöpfte beim Anblick des dünnen Seils Verdacht und forderte die Asen auf, als Pfand solle einer von ihnen die Hand in sein Maul legen. Die Götter zögerten, bis Tyr, der Kriegsgott vortrat und seine Hand in den Rachen des Wolfes streckte. Nachdem Fenrir gefesselt war, merkte er, dass er das Band nicht zerreissen konnte und biss zu. Seither kämpft Tyr mit der linken Hand.» (Gezeichnet mit Bleistift und Wachskreide) Welche Bilder es sonst noch in die Top Ten des Comic-Duells geschafft haben, sehen Sie hier:

Zum Thema
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Über unseren Aufruf, Comic-Zeichnungen einzuschicken, haben wir die Künstler unter den 20-Minuten-Lesern gesucht und gefunden. Im Comic-Duell sind die schönsten Kreationen gegeneinander angetreten (Die Top Ten des Comic-Duells)

Das Ergebnis: Michael Siebenmann begeisterte die Leser und belegte mit seinen Werken die Plätze eins, zwei und vier. Der Hobby-Künstler erklärt, wieso er das Zeichnen liebt, woher er seine Ideen nimmt und was Frodo und seine Gefährten mit seiner Kunst zu tun haben.

Michael Siebenmann, weshalb zeichnen Sie gern?
Zeichnen ist für mich die ideale Möglichkeit, meine Fantasie auszuleben, da ich alleine über das Resultat bestimmen kann. Ausserdem ist es überall und jederzeit machbar. Zeichnen ist wohl das Einzige, was ich mein ganzes Leben lang gemacht habe, und dabei habe ich natürlich Übung bekommen. Mit dem Niveau steigen aber auch die Ansprüche: Ich bin sicher mein grösster Kritiker.

Wann zeichnen Sie am liebsten?
Hauptsächlich abends, dann kann es schon mal sehr spät werden. Ab und zu versinke ich in einer Art Rausch, wenn ich sehe, dass ein Bild genau so wird, wie ich mir das vorgestellt habe.

Haben Sie einen Lieblingsplatz zum Zeichnen?
Eigentlich nicht. Grosse Zeichnungen mache ich immer bei mir zu Hause, da ich dort mein ganzes Material griffbereit habe. Meine Ausrüstung beläuft sich unterdessen auf fast 100 Utensilien. Skizzen mache ich oft im Zug. Ich pendle täglich und habe dadurch viel Zeit.

Sind die Figuren Teil einer Geschichte oder stehen Sie für sich alleine?
Ich betätige mich kreativ in zwei Welten: Die eine ist meine eigene, sehr lose Fantasiewelt. Alle meine selbst erdachten Fantasiefiguren leben in dieser Welt und je mehr Bilder ich zeichne, desto dichter bevölkert ist sie. Diese Welt hat einen gewissen Hang zur Melancholie. Es macht mir die Sache einfacher, die Figuren mit Leben zu erfüllen, wenn ich mir dazu eine kleine Hintergrundgeschichte ausdenke. Die zweite Welt besteht bereits seit Tausenden von Jahren: Das sind die Mythologien und Sagen verschiedener Kulturen. Dieses kulturelle Vermächtnis mit meiner Fantasie zu kreuzen, finde ich spannend.

Woher nehmen Sie die Ideen für Ihre Werke?
Bei den mythologischen Inspirationen ist das offensichtlich. Ich habe schon als Kind mit Begeisterung die Geschichten der Odyssee oder von Herkules gelesen. Meine eigenen Figuren sind beeinflusst von diversen Quellen. Die wichtigste ist dabei ‹Der Herr der Ringe›, den ich im Alter von elf Jahren erstmals gelesen habe. Während des Gymnasiums habe ich mich mit Table-Top-Spielen beschäftigt, allerdings habe ich praktisch nie gespielt, sondern nur die Figuren gesammelt und bemalt. Mich haben immer die Bilder und die Geschichten dahinter interessiert.

Welche Technik bevorzugen Sie? Und weshalb?
Hauptsächlich zeichne ich mit Bleistift. Das erlaubt es mir, sehr kleine und feine Details zu zeichnen. Unterdessen kombiniere ich in vielen Bildern Bleistift, Kohle, Tusche, farbige Wachskreide oder Kugelschreiber und mische diese ebenfalls mit anderen Materialien.

Kann man Ihre Bilder irgendwo anschauen?
Ich habe einen Account bei Deviantart und lade Bilder auf meinen Facebook-Account. Hie und da mache ich kleinere Kommissionen für Bekannte und Freunde, so habe ich schon den einen oder anderen Flyer oder eine Vorlage für ein Tattoo gezeichnet. Manche verschenke ich auch einfach. Wenn Menschen Freude an meinen Werken haben, bedeutet mir das sehr viel.

(kam)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Fr.Vegabunk am 21.10.2014 22:06 Report Diesen Beitrag melden

    Wunderschön

    Es ist wirklich ein schönes Hobby und die Bilder sind wirklcih schön. Ich frage mich ob man das Zeichnen selber beibringen kann, oder ob es eine Begabung ist....

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  • jaydee am 22.10.2014 10:04 Report Diesen Beitrag melden

    so irgendwie

    die bilder sind super ausgearbeitet, aber man sieht dass er in sachen perspektive als auch anatomie ziemlich schwach aufgestellt ist, da ich die "vergleichswerke" nicht kenne weiß ich nicht ob er zurecht gewonnen hat.. aber man sieht schon die mühe/zeit die einfließt.. und nun.. ja.. kreativität hat nicht jeder ;)

Die neusten Leser-Kommentare

  • jaydee am 22.10.2014 10:04 Report Diesen Beitrag melden

    so irgendwie

    die bilder sind super ausgearbeitet, aber man sieht dass er in sachen perspektive als auch anatomie ziemlich schwach aufgestellt ist, da ich die "vergleichswerke" nicht kenne weiß ich nicht ob er zurecht gewonnen hat.. aber man sieht schon die mühe/zeit die einfließt.. und nun.. ja.. kreativität hat nicht jeder ;)

  • Fr.Vegabunk am 21.10.2014 22:06 Report Diesen Beitrag melden

    Wunderschön

    Es ist wirklich ein schönes Hobby und die Bilder sind wirklcih schön. Ich frage mich ob man das Zeichnen selber beibringen kann, oder ob es eine Begabung ist....

    • minato am 21.10.2014 23:26 Report Diesen Beitrag melden

      find ich auch

      übung macht den meister :) ich war früher für mein alter ein sehr guter zeichner, da ich es gerne und oft gemacht habe. wie alles andere benötigt es halt viel übung und entwickelt sich über die jahre.

    • freemind am 22.10.2014 09:55 Report Diesen Beitrag melden

      Creativity

      Ich denke es hat ein bisschen mit beidem zu tun. Einerseits braucht es ein "Gspüri" und einiges an Fantasie, anderseits kann man durch das Üben von verschiedenen Techniken und viel Geduld auch zu guten Resultaten kommen

    • Peter am 22.10.2014 14:26 Report Diesen Beitrag melden

      Beobachtungs-Gabe

      Ich glaube auch eine gewisse Beobachtungs-Gabe spielt dabei eine Rolle, was man deutlich in den Details erkennt.

    • Lea am 22.10.2014 17:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Übung macht den Meister

      Eine Begabung ist bei Michael sicher vorhanden, aber mit Übung kann man auch sehr bald ein schönes Bild malen. Man muss einfach auch ein bisschen Disziplin an den Tag legen, nur einmal im Monat reicht nicht

    • Grafiker am 22.10.2014 23:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      kann jeder lernen

      selber beibringen. es nur eine frage von willen und viel übung. eine grosse begabung braucht man meiner meinung nicht. wen man lernen will gut zu zeichnen, ein stück papier und stift nehmen und beginnen zu zeichnen. aller anfang ist schwer und selbst die besten zeichner versauen zeichnungen.

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