SRF-3-Voting

07. Dezember 2016 16:30; Akt: 07.12.2016 17:27 Print

«Filterblase» ist das Wort des Jahres

Radio SRF 3 hat «Filterblase» zum Schweizer Wort des Jahres gekürt. Was halten Sie davon? Verraten Sie uns Ihren Lieblingsbegriff aus dem Jahr 2016!

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2014 war es «Hashtag», letztes Jahr «Einkaufstourist». Nun ist das Schweizer Wort des Jahres 2016 bekannt: Und es lautet – Trommelwirbel – «Filterblase». Die Begründung der Jury: Das Netz würde Blasen für jeden Einzelnen schaffen, die immer häufiger platzen. Als Beispiel führt der Radiosender das böse Erwachen der Unterstützer von Hillary Clinton an, als Donald Trump zum nächsten US-Präsidenten gewählt wurde.

Eine sechsköpfige Jury, darunter Autoren und Kolumnistinnen wie Bänz Friedli und Gülsha Adili von Radio SRF3, wählten den Begriff aus allen Einsendungen der Hörer zum wichtigsten Begriff des Jahres.

Unwort des Jahres

Ebenfalls gekürt wurde das Unwort des Jahres: «Inländervorrang light». Diese typisch schweizerische Wortschöpfung spiegle die Mühen der Politik, einen Volksentscheid umzusetzen und dabei möglichst allen entgegenzukommen wieder: Abstimmungssiegern wie -verlierern, der EU und den heimischen Stellensuchenden.

Um die Kompromissbereitschaft und Abschwächung auszudrücken, die helvetischer Politik stets innewohnt, bediene man sich eines englischen Ausdrucks: light. Der Begriff sei verniedlichend und klinge so technisch, dass fast vergessen gehe, dass es sich bei in- und ausländischen Arbeitssuchenden um Menschen handle.

Satz des Jahres

Den Satz des Jahres hat der gewählte Volksvertreter Andreas Glarner am Vorabend des 1. August in einem Interview mit dem Aargauer Regionalsender Tele M1 geprägt: «Vielleicht müssen wir die Granaten in Zukunft ohne Logo liefern, damit niemand weiss, woher sie stammen.»

Hintergrund: Ein IS-Attentäter hatte bei einem Terroranschlag in der Türkei Schweizer Granaten eingesetzt, worauf in der Schweiz der Ruf nach einem Verbot von Kriegsmaterialexporten laut wurde. Der Satz erscheint der Jury als Inbegriff helvetischer «Das geht uns nichts an»-Mentalität – Waffen zu exportieren und sich um die Folgen, zum Beispiel Flüchtlinge, zu foutieren, sei zynisch.

Ausdruck des Jahres

Einen Platz auf dem Siegertreppchen hat auch der Ausdruck «dabbing» ergattert. Dieser bezeichnet die Geste, sich einen angewinkelten Arm vor die Stirn zu halten und den anderen im selben Winkel auszustrecken. Populär gemacht wurde sie von Rappern aus dem Raum Atlanta, Georgia, und in der Folge von amerikanischen und europäischen Sportlern.

Offenbar wird der Ausdruck zunehmend auch in der Schweiz von jungen Menschen verwendet. «Dabbing» sage als Ausdruck der Begeisterung in Zeiten optisch orientierter Medien wie Instagram mehr als tausend Worte, so die Jury.

Was ist Ihr Wort des Jahres?

Sind Sie mit den Ergebnissen der Wahl einverstanden oder haben Sie einen anderen persönlichen Lieblingsbegriff, den Sie 2016 besonders häufig gehört oder benutzt haben? Verraten Sie es uns unten im Formular, dann können Sie als Teil der 20-Minuten-Community schon bald Ihr eigenes Wort des Jahres wählen.

(lia/alp)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • BitteWas? am 07.12.2016 16:41 Report Diesen Beitrag melden

    Höre/lese ich...

    ...dieses Jahr zum ersten mal.

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  • Phippu am 07.12.2016 16:52 Report Diesen Beitrag melden

    Wie bitte?

    Das Wort habe ich noch nie gehört.

  • Tante_Antja am 07.12.2016 16:57 Report Diesen Beitrag melden

    Unwörter des Jahres

    Hab ich noch nie gehört dieses Wort?! Ich habe lediglich Unwörter für dieses Jahr. Platz 1: Sexismus bzw. Feminismus / Platz 2: Hipster / Platz 3: Millennials. Diese Wörter lösen inzwischen echt Brechreiz aus.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Florian am 09.12.2016 09:11 Report Diesen Beitrag melden

    Schon Früher so

    Filterblase, der Philosoph D.Precht hat letzhin einen berechtigten Einwand gebracht. Dass nämlich man Früher in einer Filterblase befand, nämlich jener die man Angeboten bekamm und man sich selbst dafür entschied.

  • EinLeser am 08.12.2016 16:21 Report Diesen Beitrag melden

    Filterblase, genial

    aber ich kannte es eher im Zusammenhang mit Halbwissen: Man weiss nur was in die eigene Blase reingekommen ist über die Social Media (Filter), welche die Flut mithilfe von Algorithmen so anpasst, dass man glaubt man sei eine riesige Mehrheit und jeder denke so wie man selbst. Aber ich denke es läuft aufs Gleiche heraus wie die Begründung.

  • seppel am 08.12.2016 15:23 Report Diesen Beitrag melden

    Filterblase?

    Arbeite bei einem ISP. Habe jetzt 8 meiner Mitarbeiter gefragt, wegen Filterblase. Kein Mensch weiss, was das ist. Super Wahl?

  • Rüdiger Vogler am 08.12.2016 14:02 Report Diesen Beitrag melden

    Öööööh!

    Arbeite in der Internet-Industrie und kenne das Wort "Filterblase", engl. filter-bubble, aus meinem täglichen Leben. - Aber nie und nimmer ist das das Wort des Jahres. Ich behaupte, dass keine 10% dieses Wort überhaupt schon mal gehört haben...

    • EinLeser am 08.12.2016 16:24 Report Diesen Beitrag melden

      Geht es darum?

      Wie häufig das Wort gebraucht wurde? Dann wäre Öööööh! wohl passender. Aber bezeichnend für dieses Jahr finde ich die "Filterblase" schon. Wobei es tatsächlich komisch ist, dass es auf das Jahr bezogen wird, es hat bestimmt schon vorher begonnen und wird (leider) nicht an Silvester aufhören.

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  • Trodatt Travian am 08.12.2016 12:36 Report Diesen Beitrag melden

    Gülsha Adili

    Hab das Wort noch nie gehört aber was erwartet man auch, von einer Jury, bei der Gülsha Adili mitreden darf. Bei ihr kommt nur heisse Luft ud daher passt das Wort "Filterblase" wieder

    • Rico am 09.12.2016 09:13 Report Diesen Beitrag melden

      Adhominem

      Adhominem Aegument. Erstaunlich (bedenklich) aber wie viele darauf positiv ansprechen.

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