Leser helfen Lesern – Teil 7

03. Juli 2014 13:14; Akt: 03.07.2014 13:14 Print

«Frauen ticken nun mal anders»

Marcos Freundin empfindet jede seiner Aussagen als negative Kritik. Soll er lieber den Mund halten oder seine Freundin darauf ansprechen? Die Leser geben Tipps.

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Zehn Leser, über deren junge Beziehungen erste Gewitterwolken aufziehen, haben ihre Probleme mit der 20-Minuten-Community geteilt. In zehn Teilen widmen wir uns nun den Ratschlägen der Leser, deren Beziehungen die Jahre überdauern. Im ersten Teil unserer Serie «Leser helfen Lesern» fragt sich Florian, ob seine Beziehung auf Distanz funktionieren kann. Kann sie, wenn es nach der Meinung der beziehungserfahrenen 20-Minuten-Leser geht. Was es braucht: viel Verständnis, lange Skype-Sessions und irgendwann ein Ende der Distanz. Selina und ihr Freund sind seit einem Jahr ein Paar und in ihrer Beziehung macht sich Langeweile breit. Den beiden fehlen Erlebnisse, die sie verbinden, doch dafür ist das Geld zu knapp, glaubt Selina. Die 20-Minuten-Community meint: «Verbindende Erlebnisse müssen nicht teuer sein.» Cornelia fühlt sich von ihrem Freund vernachlässigt. Kann es sein, dass sie sich zu verfügbar macht und dadurch nicht mehr spannend ist? Die Leser finden: «Mach dich rar, so wirst du wieder interessant!» Loli und ihr Freund haben sich nach zwei Jahren Beziehung nicht mehr viel zu sagen. Wie können wieder spannende Gespräche entstehen? Die Leser raten: «Themen ergeben sich, wenn ihr auch Dinge ohne den anderen erlebt. Akzeptiert aber auch, dass es schön sein kann, nebeneinander zu sitzen und einfach mal nicht zu reden.» Lisa-Marie wandte sich mit dieser Frage an 20-Minuten-Leserinnen und -Leser, die schon lange in einer Beziehung sind. Diese fanden mehrheitlich: «Wenn du ihn liebst und er dich auch, gebt der Beziehung noch eine Chance. Sprecht aufrichtig miteinander, versuch ihm zu verzeihen und ihm die Sache nicht auf ewig nachzutragen.» Leserin Sabine und ihr Freund sind seit zwei Jahren zusammen und langsam stellt sich im Bett der Alltag ein. Die 20-Minuten-Leser geben dabei allerhand Tipps: Vom Porno bis zur Sex-App. Aber der wohl wichtigste Ratschlag hat nichts mit ausgefallenen Techniken zu tun, sondern mit Kommunikation. Ohne sie geht nichts, finden die Leser. Marco weiss nicht weiter: «Ich habe ihr bereits versucht zu erklären, dass nicht alle Aussagen negativ sind. Sie sagt, dass ich zuerst überlegen soll, was ich sage. Wie soll ich mich nun ihr gegenüber verhalten?» Beziehungserfahrene 20-Minuten-Leser geben Auskunft über ihre eigenen Strategien und haben auch viele Tipps für Marco parat. Jessi hat Angst, verlassen zu werden, weil ihrem Freund nicht bewusst ist, dass man an einer Beziehung arbeiten muss. Für die Leser kein Problem - jedenfalls nicht für den Augenblick. Der Freund von Olivia hat mit psychischen Belastungen zu kämpfen und sie weiss nicht, was sie tun kann. Die Leser sind sich einig, dass er dies selbst in die Hand nehmen muss. Janines junge Beziehung wird von ständigen Streiterein belastet. Ein Problem, das für das sie keine Lösung weiss. Nicht so die Leser, sie raten: «Nehmt nicht alles so ernst!» Junge Liebe fühlt sich wundervoll an: Jeder Tag gleicht einer fluffigen Wattewolke. Doch was tun, wenn erste Probleme, Zweifel oder der Alltag auf der Türschwelle stehen? Nicht alles, was am Anfang so schön war, bleibt über die Jahre gleich. Zum Beispiel ... Endlich, es ist Freitag! Sie treffen sich mit Ihrem neuen Partner am Bahnhof oder am Auto für ein unvergessliches Wochenende mit gutem Essen, intensiven Gesprächen und schlaflosen Nächten. Sie und Ihr Lebensgefährte laden das Auto bis oben mit Dingen voll, die Sie während der nächsten drei Tage wirklich dringend benötigen. Ausserdem erinnern Sie Ihren Partner an sein Hämorrhoiden-Kissen. Sie ziehen Ihre schönsten Kleider an und warten aufgeregt am Treffpunkt. Gemeinsam tanzen Sie die Nacht durch und die Menschen um Sie herum haben Sie nicht einen einzigen Moment wahrgenommen. Ihr Partner ist verabredet und Sie haben die Wohnung endlich mal wieder für sich allein! Bedeutet auch gemeinsames Aufwachen. Arm in Arm. Eng aneinandergekuschelt. Natürlich kuscheln Sie noch, bevor Sie ins Reich der Träume abdriften. Aber taube Arme oder zu langer Hautkontakt über Stunden? Nicht für Sie! Sie wissen, dass guter Schlaf wichtig ist für eine gesunde und glückliche Beziehung. Und doch: Wer beneidet sie nicht, die Paare, die seit Ewigkeiten glücklich zusammen sind? Welche Fragen würden Sie diesen Paaren gerne stellen?

Zum Thema
Fehler gesehen?

Leser Marco hat folgendes Beziehungsproblem: «Meine Freundin und ich kennen uns nun seit eineinhalb Jahren. Seit einer Woche gibt es immer wieder Streit, weil sie jede Aussage, die ich über sie mache, als negative Kritik empfindet. Ich habe ihr bereits versucht zu erklären, dass nicht alle Aussagen negativ sind. Sie sagt, dass ich zuerst überlegen soll, was ich sage. Wie soll ich mich nun ihr gegenüber verhalten?» Beziehungserfahrene 20-Minuten-Leser geben Auskunft über ihre eigenen Strategien und haben auch viele Tipps für Marco parat.

Das raten die 20-Minuten-Leser Marco:
Heins, 13 Jahre liiert
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Ich würde versuchen herauszufinden, wo das eigentliche Problem liegt. Das Verhalten der Freundin erscheint mir eher als Ventil. Möglicherweise ist etwas vorgefallen, was die Situation zur Eskalation brachte. Eventuell gemeinsam einen Spaziergang machen und dabei vorsichtig und mit viel Feingefühl das Thema besprechen.
Jack, drei Jahre in einer Beziehung
  • ...
Frauen ticken nun mal anders. Mach ihr Komplimente. Schenk ihr ein paar Blumen! Ich wollte es auch nicht wahrhaben. Aber Blumen sind besser als ein Ferrari. Es sind die kleinen Dinge, mit denen du ihr zeigst, wie viel sie dir bedeutet. Und wenn sie dir so viel bedeutet, dann gib dir Mühe und zeig es ihr. Vor allem jetzt, wenn sie meint, dass du alles negativ meinst. Sie will das so hören und dreht es so. Vielleicht macht sie sich sorgen wegen etwas oder kommt sich minderwertig vor. Wenn du ihr sagst «Ich meine nicht alles negativ» fasst sie das so auf «Eigentlich würde ich ja schon nur Negatives sagen, aber dann wärst du ja sauer». Ich habe mit meiner Freundin klären können, dass ich die Sachen so sage, wie ich sie gerade denke.
Saskia, seit sechs Jahren liiert
  • ...
Ich habe deine Frage gelesen und mich gleich selbst darin erkannt. Ich bin seit sechs Jahren mit meinem Freund zusammen und hatte vor kurzem genauso eine Phase wie deine Freundin. Ich hatte gerade wichtige Prüfungen in diesem Halbjahr, also sehr viel Stress. Dies löste bei mir eine Umgangsart aus, die mein Freund sehr zu spüren bekam. Ich war sehr leicht reizbar und verstand auch alles immer negativ. Mein Tipp: Versuche, sie so wenig wie möglich zu verbessern, egal, in welcher Hinsicht. Und versuche sie doch mal darauf anzusprechen. Ich wünsche dir viel Glück und hoffe, dass es auch nur eine Phase ist, so wie bei mir.
Sabrina ist seit viereinhalb Jahren mit ihrem Freund zusammen
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Erst einmal: Streiten und diskutieren gehören zu einer Beziehung. Aber es darf nicht sein, dass du nichts oder dann nur nette Dinge sagen darfst. So wie du es beschreibst, seid ihr nun im Alltagstrott angekommen. Eine Phase, die oft zeigt, was eine Beziehung wert ist. Aber ich glaube auch, dass deine Freundin noch etwas anderes bedrückt und sie darum so extrem reagiert. Rede mit ihr und frag sie, warum sie jedes Mal so hitzig wird. So wie du schreibst, liebst du sie und möchtest sie nicht verlieren, das solltest du rüberbringen. Wenn sie weiss, dass du trotz allem hinter ihr stehst, wird sie dir auch bestimmt erzählen, was der Grund für ihre harschen Reaktionen ist. Wenn ihr beide die Beziehung wollt, dann werdet ihr das klären können.
James ist seit 17 Jahren in festen Händen
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Seufz... junger Leidensgenosse. Nun, zu deiner Frage gibt es leider nur die Antwort, die von deiner Freundin gekommen ist: «Erst denken dann reden». Ich denke das kennen alle Männer die mit einer selbstbewussten und intelligenten Frau leben.

Erlaube mir dir zu sagen wie ich mich verhalte:
1. Sich überlegen ob es nötig ist zu reden. Wenn irgendwie machbar schweigen.
2. Wenn du reden musst. Neutral bleiben.
3. Negative Kritik braucht die Welt grundsätzlich nicht. Positive hingegen sehr. «Nee das Blau beisst sich mit dem Neonpink» Ärger vorprogrammiert. Aber: «Wundervoll strahlende Farbe. Wollen wir bitte probieren, wie das Pink mit leuchtend Gelb wirkt, Schatz?»

Wirklich schwierige Fragen deswegen generell mit einem langen leidenschaftlichen Kuss beantworten. Aber grundsätzlich geht es deiner Lady gar nicht darum, was du sagst. Werbe um sie, erweise ihr Nettigkeiten, lass sie spüren, dass sie die eine ist. Liebe sie.
Dave, seit viereinhalb Jahren in einer Beziehung
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Indem du an deinen Aussagen arbeitest. Du schreibst: «Ich habe ihr bereits versucht zu erklären, dass nicht alle Aussagen negativ sind. » Und somit implizierst du, dass du negative Aussagen über deine Freundin machst.

Und hier eine mögliche Variante:
1. Analysiere zuerst einmal deine Aussagen und überlege dir, warum du bestimmte Sachen sagst..
2. Fange immer zuerst mit mindestens einem ernst gemeinten Kompliment an und höre immer mit mindestens einem ernst gemeinten Kompliment auf. Das hilft dir und ihr den Wert eurer Beziehung immer wieder aufzuzeigen.
3. Kritisiere Verhalten, kritisiere Geschehen, aber NIE, NIE, NIE eine Person. Das ist das kleine 1x1 der Kritik.

Und zuletzt denke immer an Folgendes: Worte haben die Macht zu binden und zu trennen. Ein trennendes Wort bedarf etlicher bindender Worte, um es zu neutralisieren. Negative Aussagen übereinander sind immer das Gift eurer Beziehung. Immer.

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