Umfrage

02. März 2011 17:16; Akt: 21.03.2011 16:22 Print

«Gaddafi ist so gut wie tot»

von Olaf Kunz - Der libysche Herrscher wird spätestens in zwei Wochen Geschichte sein, und er wird die Revolution nicht überleben - zumindest laut Meinung der Schweizer.

Auf die Frage, ob Gaddafi seinen unnachgiebigen Machtanspruch am Ende mit dem Leben bezahlen wird, antworten 58 Prozent mit einem klaren Ja.
Quelle: 20 Minuten Online

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Die Schweizer verfolgen die Entwicklungen in Tunesien, Libyen und Ägypten mit Hochspannung. Fast die Hälfte der Befragten klickt mehrere Male pro Tag in Live-Ticker zum Geschehen, schaut sich Nachrichten an und liest Hintergründe zu den Revolutionen. Ein weiteres Drittel informiert sich sogar laufend auf allen möglichen Kanälen über die Aufstände und deren Auswirkungen.

Nach Ansicht der Leserinnen und Leser lässt sich das Rad der Zeit in Ägypten, Tunesien und Libyen nicht mehr zurückdrehen. So glauben 60 Prozent, dass Gaddafi innerhalb der nächsten 14 Tage eleminiert sein wird. 23 Prozent sind gar überzeugt, dass es nur noch eine Frage von zwei, drei Tagen sei, bis er entmachtet ist. Unabhängig von der Noch-Dauer der Revolution sind 58 Prozent überzeugt: «Gaddafi ist so gut wie tot», denn er wird den Aufstand nicht überleben - zumindest nach Einschätzung der Teilnehmer einer nicht repräsentativen Umfrage von 20 Minuten Online unter 6264 Internetnutzern.

Mit Militär gegen den Wüstensohn

Um weitere Massaker an Demonstranten zu verhindern, sprechen sich rund 40 Prozent für eine militärische Intervention westlicher Staaten in Libyen aus. Dass sich die Schweiz aktiv an einem solchen Militärschlag beteiligt, unterstützen indes nur 20 Prozent. Für eine logistische und finanzielle Beteiligung der Schweiz an dieser Intervention sprechen sich hingegen 46 Prozent aus.

Folgt auf die Diktaturen nach den Aufständen bald Demokratie? Fast 30 Prozent der Befragten glauben nicht daran und sehen künftig andere Kräfte am Werk.
Quelle: 20 Minuten Online

Doch ob Militärschlag oder nicht: Für die überwiegende Mehrheit steht ein grosses Fragezeichen hinter dem Ende der aktuellen Entwicklungen. Lediglich jeder zehnte Befragte ist der festen Meinung, dass sich in Ägypten, Tunesien und Libyen Demokratien herausbilden werden. Etwa 60 Prozent hält dies je nach Land für wahrscheinlich. Rund 30 Prozent hingegen befürchten, dass sich am Ende andere Kräfte, wie zum Beispiel Al Kaida, durchsetzen werden.

Nur mässige Hilfsbereitschaft

Geht es um den eigenen Geldbeutel, dann hören die Sympathien für die Demonstranten schnell auf. Lediglich zwei von fünf Befragten wären laut Eigenauskunft bereit, einmalig 100 Franken zur Untersützung der gebeutelten Völker zu spenden. Und auch ein Beitrag von insgesamt 500 Millionen durch die Eidgenossenschaft für den demokratischen Wandel in den bislang diktatorisch geführten Staaten wären 80 Prozent der Leserinnen und Leser zu viel. Der Tenor: Zu hoch und ausserdem ist es kein Schweizer Problem.

Doch auch wenn es um direkte Hilfe für betroffene Menschen aus den umkämpften Regionen geht, ist den Eidgenossen das Hemd näher als der Rock. 54 Prozent lehnen die spontane Aufnahme von Flüchtlingen aus Nordafrika ab - zumindest ohne eingehendere Prüfung. Begründung: «Bei der Mehrheit handelt es sich um Wirtschaftsflüchtlinge.» Lediglich jeder Fünfte vertritt die Ansicht «Jetzt ist Soforthilfe angesagt».

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • B. Kerzenmacher am 02.03.2011 21:11 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht ohne Volk

    Da dürften nun einige in der CH aufatmen die sich einst beim Fall Göldi als völlig Unbeholfene und Versager von Gaddhafi haben vorführen lassen. Aber der Abgang Gaddhafis ist doch auch eine gewisse Genugtuung für die CH. Offenbar gewinnt auf lange Sicht doch der "Gute" und der "Schlechte" versinkt. Politik ohne Einbezug des Volkes scheiterte schon immer, das sollten sich einige in der CH dick hinter die Ohren schreiben.

  • BlueBirdFly am 02.03.2011 19:49 Report Diesen Beitrag melden

    Gaddafi bald weg?

    Wer glaubt, dass Gaddafi bald den Löffel hinschmeisst kann sich täuschen. ich denke da wartet was grosses... Der gibt nicht so schnell auf, und wenn er dazu gezwunge ist, dann gibt es ein RIESEN Gemetzel...

  • philipp glanzmann am 02.03.2011 20:39 Report Diesen Beitrag melden

    sadam ghadaffi weg

    dem wird es bald so gehen wie sadam.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • omo am 06.03.2011 14:47 Report Diesen Beitrag melden

    schwierige Zeit für das Volk

    der hält länger aus als wir denken.Solang der die Armee und die Waffen hintersich hat wird es für das Volk sehr schwer sein

  • Sabrina B. am 03.03.2011 12:09 Report Diesen Beitrag melden

    Wann hört diese Gewalt auf?

    Wann hat dieses Morden ein Ende? Schon wieder ein US-Militäreinsatz? Ich frage mich, steckt da nicht mehr dahinter? 30-40 Jahre, lassen sich die Völker unterdrücken und nun? Peng! Geht's los? War das geplant? Die USA haben genau vor 8 Jahren im Februar/März angefangen den Irak zu bombardieren. Mich graust es. Soll ich Kinder in eine solch verlogene und gefährliche Welt setzen? Ich bin ratlos und fühle mit den Menschen in Lybien und in den anderen Ländern. Ihr erntet was ihr säht... 9/11 lässt grüssen.

  • Sandro am 03.03.2011 11:57 Report Diesen Beitrag melden

    Diktatoren vs. Massenvernichtung

    Diktatoren sind wie Massenvernichtungswaffen. Meistens sind sie laut und zerstörerisch, wie Diktatoren es auch sind.

  • Walter Morsch am 03.03.2011 10:27 Report Diesen Beitrag melden

    Grosse Töne und nichts dahinter

    Herr und Frau Schweizer sind zwar für einen Militärschlag - aber bitte nicht mit der Unterstützung unserer eigenen Truppen. Auch heucheln wie immer alle Solidarität, wenn es aber an den eigenen Geldsack geht, stecken alle die Hände in die Tasche und drehen sich unbeteiligt zur Seite. Das ist einfach nur noch peinlich.

  • Hans Nötig am 03.03.2011 07:42 Report Diesen Beitrag melden

    Schweiz

    "Wären Sie bereit, für die Entwicklung demokratischer Strukturen in Ägypten, Libyen und Tunesien eine einmalige Abgabe in Höhe von 100 Franken zu leisten? Ja 2494 39.9 Nein 3764 60.1 -> War ja klar, dass sich Schweizer, die reichen, reichen Schweizer nicht dazu verpflichtet fühlen.

    • Reto B. am 03.03.2011 12:53 Report Diesen Beitrag melden

      Keinen Rappen

      Ich werde denen genausoviel spenden wie dem obdachlosen der mich jeden Tag am Bahnhof um 2 Stutz anhaut. Weil ich nämlich nur spende, wenn ich überzeugt bin, dass es eine Veränderung bewirkt. Wenn Libyen eine Demokratie werden will, dann müssen sie es aus eigener Kraft schaffen. Wenn nicht, dann ist jeder Rappen umsonst.

    • Monique am 06.03.2011 16:15 Report Diesen Beitrag melden

      @Hans Nötig

      Die Frage sollte man nicht den Schweizern im allg. stellen, sondern direkt jenen, die mit diesen Diktatoren Geschäfte gemacht haben. Einerseits liefert man Waffen in diese Länder, und anderseits bettelt man um Spenden, die, die Schäden dieser mildern sollen. Seltsam, dass erst jetzt sich die Welt um die Zustände in diesen Ländern Sorgen macht. Bis vor kurzem hat es niemand interessiert, Hauptsache die gute wirtschaftliche Beziehungen haben funktioniert.

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