Leser helfen Lesern – Teil 9

06. Juli 2014 13:24; Akt: 06.07.2014 20:50 Print

«Geniesse jeden Tag und Moment mit ihm»

Jessi hat Angst, verlassen zu werden, weil ihrem Freund nicht bewusst ist, dass man an einer Beziehung arbeiten muss. Für die Leser kein Problem – jedenfalls nicht für den Augenblick.

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Zehn Leser, über deren junge Beziehungen erste Gewitterwolken aufziehen, haben ihre Probleme mit der 20-Minuten-Community geteilt. In zehn Teilen widmen wir uns nun den Ratschlägen der Leser, deren Beziehungen die Jahre überdauern. Im ersten Teil unserer Serie «Leser helfen Lesern» fragt sich Florian, ob seine Beziehung auf Distanz funktionieren kann. Kann sie, wenn es nach der Meinung der beziehungserfahrenen 20-Minuten-Leser geht. Was es braucht: viel Verständnis, lange Skype-Sessions und irgendwann ein Ende der Distanz. Selina und ihr Freund sind seit einem Jahr ein Paar und in ihrer Beziehung macht sich Langeweile breit. Den beiden fehlen Erlebnisse, die sie verbinden, doch dafür ist das Geld zu knapp, glaubt Selina. Die 20-Minuten-Community meint: «Verbindende Erlebnisse müssen nicht teuer sein.» Cornelia fühlt sich von ihrem Freund vernachlässigt. Kann es sein, dass sie sich zu verfügbar macht und dadurch nicht mehr spannend ist? Die Leser finden: «Mach dich rar, so wirst du wieder interessant!» Loli und ihr Freund haben sich nach zwei Jahren Beziehung nicht mehr viel zu sagen. Wie können wieder spannende Gespräche entstehen? Die Leser raten: «Themen ergeben sich, wenn ihr auch Dinge ohne den anderen erlebt. Akzeptiert aber auch, dass es schön sein kann, nebeneinander zu sitzen und einfach mal nicht zu reden.» Lisa-Marie wandte sich mit dieser Frage an 20-Minuten-Leserinnen und -Leser, die schon lange in einer Beziehung sind. Diese fanden mehrheitlich: «Wenn du ihn liebst und er dich auch, gebt der Beziehung noch eine Chance. Sprecht aufrichtig miteinander, versuch ihm zu verzeihen und ihm die Sache nicht auf ewig nachzutragen.» Leserin Sabine und ihr Freund sind seit zwei Jahren zusammen und langsam stellt sich im Bett der Alltag ein. Die 20-Minuten-Leser geben dabei allerhand Tipps: Vom Porno bis zur Sex-App. Aber der wohl wichtigste Ratschlag hat nichts mit ausgefallenen Techniken zu tun, sondern mit Kommunikation. Ohne sie geht nichts, finden die Leser. Marco weiss nicht weiter: «Ich habe ihr bereits versucht zu erklären, dass nicht alle Aussagen negativ sind. Sie sagt, dass ich zuerst überlegen soll, was ich sage. Wie soll ich mich nun ihr gegenüber verhalten?» Beziehungserfahrene 20-Minuten-Leser geben Auskunft über ihre eigenen Strategien und haben auch viele Tipps für Marco parat. Jessi hat Angst, verlassen zu werden, weil ihrem Freund nicht bewusst ist, dass man an einer Beziehung arbeiten muss. Für die Leser kein Problem - jedenfalls nicht für den Augenblick. Der Freund von Olivia hat mit psychischen Belastungen zu kämpfen und sie weiss nicht, was sie tun kann. Die Leser sind sich einig, dass er dies selbst in die Hand nehmen muss. Janines junge Beziehung wird von ständigen Streiterein belastet. Ein Problem, das für das sie keine Lösung weiss. Nicht so die Leser, sie raten: «Nehmt nicht alles so ernst!» Junge Liebe fühlt sich wundervoll an: Jeder Tag gleicht einer fluffigen Wattewolke. Doch was tun, wenn erste Probleme, Zweifel oder der Alltag auf der Türschwelle stehen? Nicht alles, was am Anfang so schön war, bleibt über die Jahre gleich. Zum Beispiel ... Endlich, es ist Freitag! Sie treffen sich mit Ihrem neuen Partner am Bahnhof oder am Auto für ein unvergessliches Wochenende mit gutem Essen, intensiven Gesprächen und schlaflosen Nächten. Sie und Ihr Lebensgefährte laden das Auto bis oben mit Dingen voll, die Sie während der nächsten drei Tage wirklich dringend benötigen. Ausserdem erinnern Sie Ihren Partner an sein Hämorrhoiden-Kissen. Sie ziehen Ihre schönsten Kleider an und warten aufgeregt am Treffpunkt. Gemeinsam tanzen Sie die Nacht durch und die Menschen um Sie herum haben Sie nicht einen einzigen Moment wahrgenommen. Ihr Partner ist verabredet und Sie haben die Wohnung endlich mal wieder für sich allein! Bedeutet auch gemeinsames Aufwachen. Arm in Arm. Eng aneinandergekuschelt. Natürlich kuscheln Sie noch, bevor Sie ins Reich der Träume abdriften. Aber taube Arme oder zu langer Hautkontakt über Stunden? Nicht für Sie! Sie wissen, dass guter Schlaf wichtig ist für eine gesunde und glückliche Beziehung. Und doch: Wer beneidet sie nicht, die Paare, die seit Ewigkeiten glücklich zusammen sind? Welche Fragen würden Sie diesen Paaren gerne stellen?

Zum Thema
Fehler gesehen?

Leserin Jessi ist sich voll und ganz bewusst, dass sie die rosarote Beziehungsbrille irgendwann ablegen muss und die Fehler und Macken des anderen akzeptieren sollte. Jedoch war ihr Freund noch nie so lange in einer Partnerschaft wie mit ihr. Nun glaubt sie, dass er nicht ganz realisiert, dass die Verliebtheit eine Phase ist und irgendwann vorbei sein kann. Jetzt hat sie Angst, dass er sie verlassen könnte: «Wie kann ich ihm am besten klarmachen, dass man an einer Beziehung arbeiten muss?» Diese Frage stellte Jessi den beziehungserfahrenen 20-Minuten-Lesern. Die meisten haben nicht das Gefühl, dass das Problem akut sei. Jessi solle sich eher auf die Gegenwart konzentrieren und sich keine zu grossen Gedanken machen, was die Zukunft bringen könnte.

Das raten die 20-Minuten-Leser Jessi
Tina ist seit fünf Jahren mit ihrem Freund zusammen
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Geniess jeden Moment und Tag mit ihm. Das Ganze wird sich entwickeln. Mein Freund war sehr jung als wir zusammen kamen und ich bin seine erste Freundin. Wichtig ist, dass du ihn mit deinen Ängsten nicht erdrückst. Jeder soll seine Freiheit haben und geniessen. Eine Beziehung bedeutet nicht nur Arbeit. Sei einfach du selbst und wenn er dich so liebt wie du bist, dann ist die Beziehung echt.
Angie ist seit zehn Jahren in festen Händen
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Das Wichtigste für eine Beziehung ist, immer den Moment zu geniessen. Wir leben heute generell viel zu sehr in der Vergangenheit oder für die Zukunft. Wenn jetzt bereits Angst aufkommt, dass der Partner irgendwann nicht genug an der Beziehung arbeiten könnte und somit Verlustängste die Beziehung belasten, spürt das der Partner zumindest unterbewusst. Was meiner Meinung nach, für die Beziehung sehr belastend ist und den Partner nicht dazu bringen wird, an der Partnerschaft zu arbeiten. Er muss spüren, dass du unabhängig und etwas ganz Besonderes bist. Und wenn ihr zusammengehört, wird er automatisch merken, was es heisst, eine tiefe Liebe aufzubauen, die über eine anfängliche Verliebtheit hinausgeht. Mein Tipp: Nie die Zukunft in Frage stellen, sondern immer die Gegenwart geniessen, um somit eine gesunde Basis zu schaffen. Ob man sich dann gemeinsam entwickelt, wird sich zeigen. Angst jedoch zerstört jede noch so schöne Verliebtheit.
Anonym, seit fünfeinhalb Jahren liiert
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Eines Tages kam mein Freund nach etwa einem Jahr Beziehung zu mir und fand, dass es nicht mehr so sei wie vorher. Er sei nicht mehr verliebt und er wisse nicht, ob er mich noch liebt. Was ich gemacht habe? Ich habe gelacht. In erster Linie über ihn. Und ich habe gesagt, dass ich gedacht hätte, dass er reifer sei und, dass seine Gefühle ganz normal seien.
Dann habe ich eine Trennung vorgeschlagen und bin gegangen. Am selben Abend hat er mich angerufen und sich entschuldigt. Er könne sich ein Leben ohne mich nicht vorstellen. Geplant war das nicht, aber genau auf diese Weise habe ich ihm gezeigt, dass er mich doch liebt. Mein Rat: Lass es auf dich zukommen. Vielleicht kommt er ja gar nie auf diesen Gedanken und wenn doch, dann mach was du in diesem Moment für richtig hältst. Jeder Mensch ist anders und du wirst schon wissen, ob du bei ihm dranbleiben oder ihn loslassen solltest. Aber sich jetzt schon Sorgen zu machen, das bringt es nicht.
Susanne ist seit 20 Jahren in einer Beziehung
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Man kann dem Partner nichts klarmachen! Mein Mann und ich arbeiten jeder an sich selber und seinem Leben. Es ist wichtig, nicht nur das «wir» zu leben, sondern vor allem auch das «ich». Hören Sie sofort auf, den anderen zu ändern oder aufmerksam und hilfsbereit machen zu wollen. Schenken Sie sich und Ihrem Leben, auch in der Beziehung, Aufmerksamkeit. So bleiben Sie interessant, persönlich ausgeglichen und mutieren nicht zum Nörgler.
Frank, seit 17 Jahren liiert
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Nichts im Leben ist sicher. Schon gar nicht die Zukunft mit einem Partner. Man sollte keine Energie daran verschwenden, was morgen oder irgendwann passieren könnte. Deine Frage lässt mich darauf schliessen, dass du wohl findest, er tut nicht genug für dich. Frag ihn doch, ob und wie ihm das Leben mit dir gefällt, was er denn bräuchte, um es besser zu haben. Dann kannst du mit jedem Recht auch deine Wünsche anbringen.

Aber setz dich bitte vorher mit meinen Fragen auseinander.

(hum)

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