Snus legalisieren

11. Mai 2013 11:19; Akt: 11.05.2013 11:19 Print

«Gleiches Recht für alle Tabak-Konsumenten!»

von Viktoria Weber - SVP-Nationalrat Lukas Reimann will den Oraltabak Snus legalisieren. Ein Grossteil der 20-Minuten-Leser stimmt diesem Vorstoss zu. Gegenteilige Meinungen werden kaum zugelassen.

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Da der Oraltabak bereits in loser Form verkauft wird, fordern viele Leser auch die Legalisierung der Snus-Beutel. (Bild: colourbox.com)

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Der Konsum des Oraltabaks Snus hat in der Schweiz in den letzten Jahren stark zugenommen. Doch hierzulande kann man diesen am Kiosk nur lose, nicht aber in den entsprechenden Beutelchen kaufen. Konsumenten dürfen ihn aber für den Eigengebrauch importieren. SVP-Nationalrat Lukas Reimann sieht eine klare Diskriminierung der Snuser gegenüber den Rauchern, die keine horrenden Zollgebühren zahlen müssen, und fordert deswegen die Legalisierung des Oraltabaks in der Schweiz.

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Bei den Lesern löste diese Meldung eine rege Diskussion aus. Obwohl in den inzwischen rund 300 Kommentaren sowohl Fürsprecher als auch Gegner zu Wort kommen, hört man dennoch klar raus: Die Befürworter des Vorstosses sind klar in der Mehrheit.

«Dank Snus weg vom Rauchen»

Kommentare wie der von Leser M. Fluck tauchen immer wieder auf. Er schreibt: «Danke Herr Reimann! Die Argumente der Gegenseite haben absolut keine Gültigkeit. Wir werden als Snuser in der Schweiz diskriminiert! Ich fordere Gleichberechtigung für alle Tabakkonsumenten!» Frida Kenel schliesst sich an und schreibt: «Endlich! Diesen Entscheid würde ich sehr begrüssen! Habe es langsam satt, jedes Mal 80,- Zollgebühren zahlen zu müssen!»

SVP-Nationalrat Reimann untermauert seinen Vorstoss unter anderem mit Studien, die belegen sollen, dass in Schweden dank des Snus-Konsums die Zahl der Raucher abgenommen haben soll. Einige Leser haben diese Erfahrung auch gemacht: «Snuse schon seit sechs Monaten, bin dank dem vom Rauchen weggekommen und würde auch nicht mehr anfangen damit, finde es nur noch eklig», schreibt Leser Snuser.

Verbot laut zahlreichen Usern unlogisch

Ein weiteres Argument für die Legalisierung bringt James vor: «Ich finde, das Verbot sollte aufgehoben werden. Snus ist mir noch viel lieber als Zigaretten, da dieses Mittel nur den Konsumenten selbst schädigt. Snus ist für mich was Ähnliches wie Schnupftabak, wieso also verbieten.» Leserin Anti-Raucherin schliesst sich an und schreibt: «Bitte liebe Raucher, steigt alle auf Snus um. Das stinkt wenigstens nicht so.»

Viele User – unter anderem ein Leser, der sich Rheintaler nennt – halten es schlicht für unlogisch, den Oraltabak in den Beutelchen zu verbieten: «Im Kiosk gibts den hässlichen losen Tabak, aber den besseren und sauberen Portionen-Snus im Beutel verbietet das Gesetz. Wo soll da die Logik sein?» Leser Dinu hält das Verbot noch aus einem anderen Grund für unlogisch: «Es ist doch absurd, dass gewisse Genussmittel legal sind, die bei erhöhtem Konsum zu Schäden führen können (z.B. Leberschäden, Hirnschäden, Verkehrsunfälle oder Persönlichkeitsveränderungen), während andere, harmlosere Stoffe illegal sind!»

Appell an die Eigenverantwortung

Mike denkt deshalb in eine andere Richtung und setzt am umgekehrten Vorschlag an. Er schreibt: «Sollen doch endlich mal die Zigaretten verboten werden. Dann sind sie auch dem Snus gleichgestellt.» Doch diese Aussage bleibt nicht lange unkommentiert. Zahlreiche Leser appellieren an die Mündigkeit der Bürger und daran, dass jeder Einzelne für sich entscheiden soll, was er konsumiert und was nicht. Das Stichwort Eigenverantwortung taucht in der Masse der Kommentare vermehrt auf. So schreibt Sven: «Endlich mal ein vernünftiger Politiker. Aber ich glaube gegen die regulierungs- und verbotsgeilen Politiker in Bern kommt er nicht durch. Gebt doch den Menschen die Eigenverantwortung zurück und lasst uns entscheiden, was wir für gut und was wir für schlecht erachten.»

Im darauf folgenden Satz geht Sven dann noch einen Schritt weiter: «Cannabis-Legalisierung ist auch schon längst überfällig.» Mit dieser Meinung steht er nicht allein da. Denn, wenn in der Politik das Thema Legalisierung von Suchtmitteln schon mal angesprochen wird, tritt die Kifferlobby natürlich gleich auf den Plan: «Ich warte nur noch drauf, dass es mal heisst, es gebe keinen vernünftigen Grund, THC-Konsumenten zu diskriminieren! Schliesslich dürfen die Alkis ihre Droge nehmen, die Nikotinsüchtigen ebenfalls. Wann kommt endlich die Vernunft um die Hanfpolitik? THC ist weniger schädlich als Alkohol und sogar Nikotin. Ist das nicht auch ein vernünftiger Grund?», schreibt Hempy.

Wenige Argumente gegen Snus

Zwischen den zahlreichen Snus-Befürwortern lassen sich noch ein paar Gegner finden. So zum Beispiel Leser Bäremani: «Schaut man nordländischen Snus-Nutzern in den Mund, sieht man, dass Snus ein Feind im Mund ist, soll heissen: zerstörtes Zahnfleisch und Zahnverlust.» Doch dem widersprechen zahlreiche andere Leser: «Zahnprobleme gibt es keine mit Beutelsnus. Ich kenne einen Finnen, der das schon 15 Jahre macht und immer noch super Zähne und Zahnfleisch hat», schreibt Leser Snuser.

Einen weiteren Ästhetik-Aspekt spricht Reto Berger an: «Das Zeugs ist einfach nur widerlich. Ich war kürzlich geschäftlich in Rumänien. Dort mag sowas zum Alltag gehören, aber in der westlichen Welt ist das Rumgekaue und Gespucke einfach nur peinlich und uncool. Warum das Zeugs am Kiosk verkaufen?» Doch auch hier wird gleich gekontert – unter anderem von Meili Pasc: «Kautabak spuckt man und der ist heute erlaubt und am Kiosk erhältlich. Snus in Beuteln – den kaut man nicht und den spuckt man nicht – hingegen ist verboten. Das Verbot ist tatsächlich peinlich und uncool.»

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • XY am 11.05.2013 17:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Selber Schuld

    Ich würde mal sagen jeder soll selber entscheiden wie weit er seine Gesundheit aufs Spiel setzt.

  • Thierry Prächtiger am 12.05.2013 00:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Pro Snus / Aber Achtung!

    Ich persönlich bevorzuge den Snuskonsum. Die Gefahren sind allerdings mit dem Rauchen gleichzustellen. Gemäss Bundesamt für Gesundheit hat Snus ein Suchtpotenzial von Morphium (!!!) und kann Mund/Rachenkrebs verursachen!

  • fluffy am 11.05.2013 21:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    super sache

    kenne zwei snuser. finds toll, dass mir nicht die ganze zeit rauch entgegenschwebt. und von wegen schlechte zähne... verbietet doch auch gleich schoggi und süssgetränke!!! die schaden den zähnen um einiges mehr als so ein bisschen snus.

Die neusten Leser-Kommentare

  • id1ot am 14.05.2013 16:51 Report Diesen Beitrag melden

    Alles legalisieren.

    solange man SVP Tattoos machen darf, sollte alles andere was den eigenen Körper betrifft auch legal sein.

  • Thierry Prächtiger am 12.05.2013 00:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Pro Snus / Aber Achtung!

    Ich persönlich bevorzuge den Snuskonsum. Die Gefahren sind allerdings mit dem Rauchen gleichzustellen. Gemäss Bundesamt für Gesundheit hat Snus ein Suchtpotenzial von Morphium (!!!) und kann Mund/Rachenkrebs verursachen!

  • Raucher am 11.05.2013 21:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Snus

    Ich rauche, snus nehme ich aber nicht. Dennoch wäre ich für eine Legalisierung weil es einiges besser als Rauchen ist.

  • fluffy am 11.05.2013 21:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    super sache

    kenne zwei snuser. finds toll, dass mir nicht die ganze zeit rauch entgegenschwebt. und von wegen schlechte zähne... verbietet doch auch gleich schoggi und süssgetränke!!! die schaden den zähnen um einiges mehr als so ein bisschen snus.

  • anni am 11.05.2013 20:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    pfui

    Wieso soll es ein Recht auf Drogen (Alk, Zigis, Canabis, und all das "harte Zeugs") geben? purer Bloedsinn

    • id1ot am 14.05.2013 16:55 Report Diesen Beitrag melden

      hihi

      alles harte was sie aufgezählt haben ist "Alk". Den rest würde ich mal eher als soft bezeichen. Ich wünsche viel spass beim zutode Kiffen, da dürften Sie einen ähnliches erfolgserlebnis wie mit Blumenkohl haben. So nach ca. 5 Tonnen Konsum könnte es probleme geben.

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