Tag der guten Tat

17. Mai 2019 04:50; Akt: 17.05.2019 09:28 Print

«Ich will die Welt jeden Tag ein bisschen verbessern»

von Catherine Muller - Séverine B. (30) engagiert sich seit vielen Jahren auf verschiedene Arten ehrenamtlich. Warum jedem ein solches Engagement guttun würde, erklärt sie im Interview.

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Séverine, lange Zeit warst du bei den Pfadfindern sehr aktiv. Wie kamst du zu diesem Engagement?
Als ich elf Jahre alt war, fragte ich eine Freundin oft, ob wir uns am Samstagnachmittag treffen könnten. Jedes Mal antwortete sie, dass sie in die Pfadi gehe. Eines Tages begleitete ich sie dorthin. Gleich beim ersten Mal zog es mich voll rein!

Die Pfadi ist eine richtige Lebensschule, wo man lernt, auf andere achtzugeben, zu helfen und andere Menschen so zu akzeptieren, wie sie sind. Auch lernt man Respekt vor der Natur. Ich war dann 13 Jahre Pfadileiterin und für 6- bis 16-jährige Kinder zuständig. Ich half ihnen später auch, Leiter zu werden. Danach war ich drei Jahre als Vizepräsidentin aktiv, bevor ich im Dezember 2016 nach 13 Jahren treuem Einsatz aufhörte.

Du engagierst dich aber noch bei Festivals, woran es in deiner Region nicht gerade mangelt …
Das stimmt! Ich arbeite für verschiedene Musikfestivals ehrenamtlich. Beim Caribana bin ich für die Reinigung im Backstagebereich und auf dem Platz zuständig, damit die Festivalbesucher dort eine gute Zeit erleben können. Obwohl alle fünf Meter ein Abfallbehälter steht, wird es nämlich immer sehr schnell dreckig.

Es tut weh, das zu sehen, es ist aber nicht weiter tragisch, weil wir uns Mühe geben, dem entgegenzuwirken. Wir verbringen dort immer sehr schöne Momente miteinander. Ich bin zudem für die Sicherheit im Camping des Paléo-Festivals und der Hivernales von Nyon zuständig. Ich schenke meine Zeit gern, um anderen Freude zu bereiten.

Abfälle räumst du nicht nur im Rahmen der Festivals auf …
Ja, manchmal reinige ich auch den Tobleroneweg in Gland mit einer kleinen Gruppe. Wenn ich Handschuhe dabeihabe, sammle ich auch Abfälle auf der Strasse. Ich möchte einfach mein Bestes tun, um die Orte sauber zu halten, die uns allen gehören. Ich versuche, die Erde jeden Tag etwas schöner zu machen. Auch die kleinen Gesten zählen.

Als Kind warst du oft im Seniorenclub und hast mit den Menschen dort gespielt …
Meine Mutter arbeitete mittwochnachmittags ehrenamtlich dort. Also kam ich nach der Schule mit und spielte mit den Senioren Scrabble. Ich habe diese Momente geliebt.

Was bringen dir deine Engagements persönlich?
Vor allem sehr viel Dankbarkeit! Was ich gebe, bekomme ich immer auf andere Weise zurück. Dafür bin ich sehr dankbar. Ausserdem sind es Erfahrungen, die ich in meinem Lebenslauf angeben kann. Sie zeigen, dass ich vielseitig bin und für andere ein offenes Ohr habe.

Was rätst du Menschen, die zögern, sich für andere und die Gesellschaft zu engagieren?
Mit ehrenamtlicher Arbeit zeigt man, dass man anderen gern Zeit schenkt und sie glücklich macht. Gleichzeitig tut man sich selber Gutes. Es ist auch eine gute Art, sein Wissen zu teilen, was Verbindungen und Freundschaften ermöglicht – manchmal sehr langlebige, unerwartete!

Dieses Interview ist im Rahmen des «Tag der guten Tat» entstanden. Mehr Infos dazu gibt es hier.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Adrian S. am 17.05.2019 05:59 Report Diesen Beitrag melden

    Weltverbesserer

    man muss nicht gleich die Welt verbessern wollen - es würde reichen, wenn man sich selber verbessern würde und anderen wieder mit Respekt, Anstand und Rücksichtnahme begegnen würde. Viele (die Meisten) lassen das heute einfach vermissen, sind rücksichtslos, egoistisch und oft Charakterlos.

  • H.Elvetia am 17.05.2019 09:38 Report Diesen Beitrag melden

    Ausbeutung von tollen Freiwilligen

    So lange die CEO's der meisten NGO's derart überrissen viel verdienen, spende ich nichts und helfe nichts. Es gibt zum Glück auch noch sonst unzählige Möglichkeiten zur guten Tat. Gute Taten fangen schon mal bei sich an, zu Fuss/Velo statt Auto, weniger dafür bewussterer Konsum, Hilfe anfragen bei sozialen Institutionen, Spitex, Tierheimen, Vereinen usw. Immer schauen, wie die aufgestellt sind und ob es keine Ausbeuter dabei hat.

  • Arbeiter am 17.05.2019 10:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Realismus

    Ich muss leider für Geld arbeiten. Mir zahlt niemand meinen Lebensunterhalt.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Gustav am 18.05.2019 12:02 Report Diesen Beitrag melden

    Umweltschutz

    Vielen Dank!!! Ich habe selber am Greifensee und Umgebung einen Kubikmeter Abfall zusammengelesen, ich schätze ihre Arbeit sehr. Weiter so!!!

  • Gustav am 18.05.2019 11:21 Report Diesen Beitrag melden

    Umweltschützer

    Vielen Dank fürs Aufräumen!!! Ich habe im Raum Greifensee das selbe getan und bereits 1 Kubikmeter Abfall zusammengetragen. Weiter so!!!

  • ottima am 17.05.2019 22:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Jeden Tag ...

    ... eine gute Tat: Das kann man auch als Arbeiter mit Verpflichtung, als Kassiererin oder als CEO: Ein freundliches Lächeln, eine Alu-Dose am Strassenrand aufheben und recyceln (und damit vielleicht sogar einer Kuh das Leben retten), Zug statt Auto fahren, eine Zigi weniger rauchen, einmal Vegi-Lunch, Blumen für die Mutter, ein Bier mit Kollegen...

  • Chrisony am 17.05.2019 19:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Soso

    Ja wir wissen alle wie es bei den Helfern von Openairs und Festivals backstage zugeht.

  • antiantifa am 17.05.2019 18:09 Report Diesen Beitrag melden

    Amen

    Ich versuche die Welt Tag für Tag zu verschlechtern! Hate the Planet!

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