Doktor Sex

20. Februar 2019 09:32; Akt: 20.02.2019 09:32 Print

«Seit er hier wohnt, habe ich null Lust auf Sex!»

Bianca leidet, aber ihr Freund scheint nicht zu verstehen, worum es geht. Wie kann sie die Situation verändern?

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Den Partner immer um sich zu haben, kann verschiedene Reaktionen auslösen. (Bild: iStock/Charday Penn)

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Frage von Bianca (34) an Doktor Sex: Seit mein Partner vor einem Jahr aus Not bei mir einzog, habe ich jede Lust auf Sex verloren. Die ersten Wochen war es schön, ihn immer um mich zu haben, aber es wurde mir sehr schnell zu viel. Jetzt kenne ich alle seiner Macken, wasche seine dreckige Unterwäsche und höre seine Klogeräusche – dies alles reduziert meine Lust auf null.

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Das Schlimme ist, dass er es nicht versteht. Hinzu kommt, dass Zärtlichkeiten austauschen bei ihm ausnahmslos zum Wunsch nach Sex führt. Und einfach mal nur Petting, Oralsex oder Kuscheln passt ihm nicht – es muss Geschlechtsverkehr sein! Ich fühle mich enorm unter Druck, da ich das Gefühl habe, ich dürfe ihn nicht so hinhalten.

Aber ich kann einfach nicht entspannt und damit schmerzfrei Sex haben, wenn er wie ein Fünfjähriger drängelt, quengelt und dann auch noch beleidigt ist, wenn ich nein sage. Lust auf Sex habe ich schon, jedoch nur, wenn ich Zeit für mich und keine Verpflichtungen habe. Er sucht seit einem Jahr krampfhaft eine Wohnung, ist aber nicht erfolgreich. Wie kann ich die Situation entschärfen?


Antwort von Doktor Sex

Liebe Bianca

Damit sexuelle Lust und insbesondere sexuelle Leidenschaft entstehen können, braucht es eine gewisse Distanz – sowohl innerlich psychisch wie äusserlich physisch. Zu Beginn einer Beziehung ist diese jeweils durch den Umstand gegeben, dass man sich noch kaum kennt und zudem auch noch nicht zusammenwohnt.

Aber mit der Zeit weicht die Fremdheit und macht erst Vertrautheit und später oft sogar einer gewissen Bequemlichkeit Platz. Man kennt sich in- und auswendig, teilt Badezimmer, Bett und Waschmaschine. Es ist dann nur noch eine Frage der Zeit, bis es dem Einen oder der Anderen zu viel wird und er oder sie sich zurückzieht.

Die Folgen sind allseits bekannt: Es beginnt das tägliche Ringen um die Frage, wer weshalb zu kurz kommt und wessen Bedürfnisse unbefriedigt bleiben. Entscheidend ist nicht mehr, gemeinsam Lösungen zu (er-)finden, sondern nur noch, sich selber als das grössere Opfer zu inszenieren und das Gegenüber als Täter zu entlarven.

Abgesehen von der individuellen Ausprägung ist bei euch im Grossen und Ganzen die gleiche Dynamik im Gange. Was ich mich frage: Was bewegt dich – oder besser euch, an einem Zustand festzuhalten, der euch ganz offensichtlich beide leiden macht? Und was verbirgt sich hinter der erfolglosen Wohnungssuche deines Freundes?

Ich denke, es ist an der Zeit, die Komfortzone zu verlassen und Nägel mit Köpfen zu machen. Falls euch dies schwerfällt: Sucht euch eine Fachperson, die euch bei diesem Schritt begleitet und sich traut, die Dinge beim Namen zu nennen. Zwar wird dies wohl eine Zerreissprobe für eure Beziehung werden, aber wirklich toll ist die aktuelle Situation auch nicht. Alles Gute!

Deine Frage an Doktor Sex: doktor.sex@20minuten.ch

(wer)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Tony il Grasso am 20.02.2019 11:50 Report Diesen Beitrag melden

    Ich, ich, ich, ich...

    Ein Statement, dass über die sehr oberflächliche und egoistische Einstellung dieser Bianca zur Beziehung alles aussagt: «Die ersten Wochen war es schön, ihn immer um mich zu haben, aber es wurde mir sehr schnell zu viel. Jetzt kenne ich alle seiner Macken, wasche seine dreckige Unterwäsche und höre seine Klogeräusche dies alles reduziert meine Lust auf null.» Willkommen in der realen Welt (meine Güte)! ...da kann ich dem jungen Mann nur alles Gute bei der Wohnungssuche wünschen und ihm ans Herz legen, diese oberflächliche Beziehung danach sofort zu beenden.

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  • Mira am 20.02.2019 11:47 Report Diesen Beitrag melden

    Das ist keine Beziehung

    ... sondern eine Affäre. Wenn Ihr es nämlich nicht schafft, zusammen zu wohnen, was wollt Ihr denn voneinander? Was Unterwäsche waschen und Klogeräusche mit Sex zu tun haben, erschliesst sich mir nicht, da fühle ich ganz mit Deinem Partner. Oder stört das Deine Einbildung vom Perfekten Mann, der keine Klogeräusche macht und niemals dreckige Unterwäsche hat? Das einzige, was ich nachvollziehen kann, ist, dass Kuscheln immer gleich zu Sex führen muss. Manchmal will man einfach nur kuscheln und nicht sich körperlich betätigen. Das ist schliesslich anstrengend (ja ich bin manchmal ein fauler Sack)

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  • big ben am 20.02.2019 11:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    passt nicht

    Dann passt Ihr einfach nicht zusammen. Lasst es gut sein. Mit meinem Partner lebe ich gerne zusammen. Jeder sollte seinen Freiraum haben jedoch freue ich mich jeden Tag neben meinem Partner einzuschlafen/ aufzustehen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Maus am 20.02.2019 18:56 Report Diesen Beitrag melden

    Zusammenwohnen

    Ich verstehe das Problem "Wäsche waschen" nicht. Die Maschine wäscht ja. In meiner Jugendzeit musste man die Wäsche noch im Waschhafen waschen, welcher vorher noch eingeheizt werden musste. Und die Menschen entwickeln sich einfach nicht gleich. Und wenn es nicht passt Konsequenzen ziehen. Man lebt nur ein Mal.

  • Frageandiefrau am 20.02.2019 16:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ui ui ui

    Da stellt sich doch die Frage, ob man die Beziehung ernsthaft und dauerhaft fortführen will, wenn ein Zusammenleben nicht möglich bzw unglücklich ist. Denn in jeder längeren Partnerschaft läuft es allgemein doch darauf irgendwann hinaus.

  • MinnieMaus am 20.02.2019 15:55 Report Diesen Beitrag melden

    Gewisses Verständnis

    Aus dem Text geht leider nicht hervor warum er keine Wohnung findet und ob er sich an der Hausarbeit beteiligt. Ist er arbeitslos und macht nichts, schliesst die Klotüre nicht etc. dann kann ich verstehen, dass sowas einfach ablöscht. Hilf ihm eine Wohnung zu finden und dann trennt euch.

  • Firephoenix am 20.02.2019 15:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unabhängig

    Das hier viele auf ihr rumhacken ist schon ziemlich fies. Es gibt Menschen (da zähle ich mich dazu) die können einfach nicht mit dem Partner zusammenwohnen. Das hat aber nichts mit Liebe oder nicht zu tun. Die Frauen mit denen ich zusammen war habe ich geliebt und auch einiges für diese Liebe getan und Kompromisse gesucht. Nur fühl ich mich nicht wohl wenn ich die Wohnung mit jemandem Teile. Ich vermisse dann meine Unabhängigkeit und es geht mir schlecht. Ich habe aber auch meine Konsequenzen daraus gezogen und stehe von Beginn einer neuen Beziehung dazu mit offenen Karten ihr gegenüber.

  • Leser am 20.02.2019 15:46 Report Diesen Beitrag melden

    Sie kann es nicht mehr steuern

    Bianca war offenbar nicht auf eine Beziehung mit allem drum und dran aus. Bis zum Einzug ihres Freundes war es eine mehr oder weniger reine Sexbeziehung, die sie durch die räumliche Distanz steuern konnte. Nun ist er eingezogen und die Distanz fehlt. Bianca kann das Ganze nicht mehr nach ihrem Willen steuern. Entweder geht man zurück zum Beziehungsmodell vor dem Einzug oder beendet es. So wird es kaum Zukunft haben, schon gar nicht, wenn sie so Ich-bezogen ist und bleibt.

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