20 Minuten Youth Lab

09. August 2018 10:18; Akt: 16.11.2018 09:22 Print

«So ein Projekt gab es in der Schweiz noch nicht»

von J. Panknin - Sandra Cortesi unterstützt das 20 Minuten Youth Lab. Im Interview erklärt die Schweizerin, die seit fast zehn Jahren in den USA lebt, worum es geht.

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arbeitet an der amerikanischen Elite-Universität Harvard seit acht Jahren mit Jugendlichen, um etwas über ihr Nutzungsverhalten von digitalen Medien zu erfahren. Sie unterstützt das 20 Minuten Youth Lab bei der Konzeption und Umsetzung. , Chefredaktor von 20 Minuten, über die Idee hinter dem 20 Minuten Youth Lab: «Wer in Zeiten von sozialen Netzwerken und Whatsapp jugendliche User erreichen und zu regelmässigen Nutzern machen möchte, muss die Bedürfnisse dieser Zielgruppe verstehen lernen. Wir glauben, dass das in einem Dialog geschehen muss, bei dem das Zuhören mindestens genauso wichtig ist wie das Vermitteln der Grundlagen unserer journalistischen Arbeit. Medienförderung muss genau wie Journalismus heute in beide Richtungen funktionieren – von Absender zu Empfänger und zurück.» , Ressortleiterin Community & Projektleiterin des 20 Minuten Youth Lab: «Wir können es kaum erwarten, die Jugendlichen bei uns zu haben und mit ihnen zu arbeiten. Bisher mussten wir viel darüber mutmassen, was den jungen Lesern wohl gefällt und was nicht. Vom 20 Minuten Youth Lab erhoffen wir uns nun, viele Antworten auf offene Frage zu bekommen, die uns künftig im Alltag helfen, noch interessanteren Content für die junge Zielgruppe zu erstellen.» Du hast Lust, das 20-Minuten-Team auf den Kopf zu stellen? Wenn du zwischen 14 und 16 Jahre alt bist und Zeit hast, vom 24. September bis 12. Dezember 2018 einmal pro Woche ins Tamedia-Gebäude in Zürich zu kommen, dann ... ... bewirb dich jetzt auf

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Sandra Cortesi unterstützt 20 Minuten bei der Konzeption und Umsetzung des 20 Minuten Youth Lab. Die Schweizerin leitet seit acht Jahren das «Youth & Media»-Projekt am Berkman Klein Center for Internet & Society an der Harvard University. Dieses umfasst eine Reihe von Forschungs- und Entwicklungsinitiativen mit Fokus auf Jugendliche und deren Nutzung von Digitaltechnologien.

Sandra, wie kommt es, dass du das 20 Minuten Youth Lab begleitest?
Die Zusammenarbeit geht zurück auf einen Vortrag, den ich im vergangenen September am Swiss Media Forum über meine Arbeit mit Jugendlichen am Berkman Klein Center gehalten habe. In meiner Präsentation habe ich dargelegt, wie der Einbezug junger Menschen, die digital vernetzt aufwachsen, eine Quelle der Inspiration und Innovation ist. Dabei habe ich Verleger und andere Medienschaffende zu mehr Mut bezüglich der Zusammenarbeit mit jungen Leuten aufgerufen. Nach meinem Vortrag kam Pietro Supino (Verwaltungsratspräsident Tamedia, Anm. d. Red.) persönlich auf mich zu. In Zusammenarbeit mit Marco Boselli, Chefredaktor von 20 Minuten, haben wir dann die Idee für das 20 Minuten Youth Lab entwickelt.

Was ist die Idee?
Das 20 Minuten Youth Lab verbindet auf spannende Weise Erkenntnisse aus der Wissenschaft mit der praktischen Arbeitswelt – zum Nutzen aller Beteiligter. Gerade im zunehmend digitalisierten Umfeld, in dem wir uns wiederfinden, können und müssen Jugendliche zunehmend und von Beginn weg stärker in die Diskussion der Zukunftsthemen, Gestaltung der Produkte, Strategien und Kampagnen einbezogen werden. Unternehmen tun gut daran, ebenjene Themen mit und für Jugendliche zu erforschen und zu eruieren, um auch langfristig interessant, relevant und legitim zu bleiben. Das Youth Lab ist eine von uns entwickelte Form, um diesen Austausch zu ermöglichen.

Was unterscheidet das Projekt von anderen Mediencamps?
Beim 20 Minuten Youth Lab geht es konkret um die Bearbeitung der Frage, was 20 Minuten und Tamedia von Jugendlichen und ihren digitalen Verhaltensweisen, Einstellungen und Präferenzen lernen können. Umgekehrt fragen wir, welchen Beitrag 20 Minuten und Tamedia leisten können, um Jugendlichen als verlässliche Partner im digitalen Informationsumfeld zu dienen. Dabei werden Jugendliche im Sinne eines Co-Design-Prozesses eingeladen, gemeinsam mit dem 20-Minuten-Team Storys und Inhalte zu entwickeln. Im Zuge dieser Arbeit werden 20-Minuten-Mitarbeitende und Jugendliche sich gegenseitig bestimmte Kompetenzen beibringen. Im Rahmen von Einzelgesprächen, Gruppendiskussionen, Fallstudien und Fokusgruppen werden dabei die Meinungen und Perspektiven von Jugendlichen und ihre Relevanz in Bezug auf die Entwicklung neuer Themen, Ideen, Programme, Branding etc. thematisiert und bestehende Produktideen im Sinne eines Sounding Boards diskutiert oder mittels Werkstattformat neue Ideen entwickelt.

Was dürfen die Teilnehmer erwarten?
Wir sind dabei, ein wirklich tolles Programm aufzugleisen. Gemeinsam mit dem 20-Minuten-Team freue ich mich bereits jetzt schon sehr auf die zwölf Wochen und hoffe, dass es dann auch aus der Sicht der Jugendlichen, die im 20 Minuten Youth Lab mitwirken, ein voller Erfolg wird, sodass das Programm unter Umständen auch im neuen Jahr weitergeht. Meines Wissens gab es ein solches Projekt bis dato in der Schweiz noch nie, und ich freue mich, an der Seite von Pietro Supino und Marco Boselli Pionierarbeit in der Schweiz leisten zu dürfen und dabei meine Erfahrungen aus den USA einfliessen zu lassen.

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