Wütende Mutter

10. Februar 2019 20:15; Akt: 10.02.2019 20:15 Print

«Wenn du dein Kind nicht impfen lässt, tötest du!»

Nachdem die WHO kürzlich Impfgegner zur globalen Bedrohung erklärt hat, geht der wütende Post einer Mutter im Netz viral.

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Das ist Jennifer. Ein Post, den sie vor vier Jahren auf Facebook an Impfgegner gerichtet hatte, schlägt aus gegebenem Anlass im Moment wieder Wellen. Auslöser ist die Tatsache, dass die Weltgesundheitsorganisation (WHO) kürzlich Alarm geschlagen hat, weil mangelnde Impfbereitschaft wieder vermehrt zu Masernfällen führt. Und das obwohl die Krankheit bereits ausgerottet sein könnte. Um die Bevölkerung vor einer Infektion zu schützen, wäre es wichtig, die Masern zu eliminieren. Dafür muss jedoch eine Impfquote von 95 Prozent erreicht werden. Erst dann kann sich der Erreger nicht mehr verbreiten. Nur so können immunschwache Menschen, das heisst jene, die sich aus medizinischen Gründen wie beispielsweise Allergien oder akuten Infektionen nicht impfen lassen können, sowie Babys im ersten Lebensjahr geschützt werden. Babys wie Griffin, Jennifers Sohn. Der Kleine war in einer Arztpraxis den Masern-Viren ausgesetzt, als er nur 15 Tage alt war. Jennifer erfuhr via Telefon von der möglichen Ansteckung und durchlebte danach 21 Tage voller Angst um ihren Neugeborenen. So lange kann es dauern, bis die Krankheit nach einer Ansteckung ausbricht. Auch Griffins Schwester Aurelia war gefährdet, da sie erst eine der schützenden zwei Impfungen gegen Masern erhalten hatte. Da alle drei, Mama Jennifer und ihre beiden Kinder, wiederum ansteckend für andere sein könnten, wurden sie zu völliger Isolation zu Hause verdonnert. Ein Zustand, der allen Angst machte und zudem eine ordentliche Portion Wut in Jennifer auslöste. In ihrem Facebook-Post wandte sich Jennifer an alle Menschen, die sich und ihre Kinder nicht impfen lassen: «Ich bin so wütend. Stinkwütend. Deshalb lasst uns die Fakten auf den Tisch legen. Ihr glaubt, ihr würdet eure Kinder vor Autismus schützen! Das stimmt nicht! Es gibt keinen einzigen wissenschaftlichen Beleg über einen Zusammenhang!» «Ihr glaubt, ihr beschützt eure Kinder genug dadurch, dass ihr sie schaufelweise Dreck fressen lasst, sie organisch ernährt und ihnen keine Antibiotika gebt? FALSCH. Als nicht geimpfte Person hast du einfach nur Glück, dass wir uns alle impfen lassen und dich damit beschützen.» «Willst du wissen, wovor du deine Kinder schützen kannst, wenn du sie impfen lässt? Schmerzen. Leiden. Irreparable Schäden. Tod. Hörst du? Wenn du deine Kinder nicht impfen lässt, tötest du im Zweifelsfall Menschen! Mal im ernst, was würdest du tun, wenn deine Kinder im Sterben liegen und du wüsstest, dass eine Impfung sie hätte retten können?» schreibt sie weiter und schliesst mit den Worten: «Noch sieben Tage, bis ich weiss, dass mein Baby in Sicherheit ist. Sieben Tage! Und wie ist eure Woche so, ihr Impfgegner?» Jennifers Worte trafen offenbar damals und auch heute wieder den Nerv der Zeit. Ihr Post wurde bisher über 600'000 mal geteilt. Was hältst du davon? Erzähl uns unten im Formular von deiner Sicht auf das Thema Impfen und warum du so denkst! Übrigens: Die Geschichte ging zum Glück gut aus. Sowohl Griffin als auch Aurelia haben die Isolation ohne eine Ansteckung überstanden. Kennst du die Symptome, an denen man Masern erkennt? Masern beginnen wie eine heftige Grippe: Mit hohem Fieber, einer laufenden Nase und Husten sowie entzündeten Schleimhäuten. Der einzige eindeutige Hinweis auf Masern findet sich zu diesem Zeitpunkt im Mundraum des Betroffenen: Die sogenannten Koplik-Flecken – weisse Flecken mit rotem Rand an den Wangeninnenseiten. In Europa verlaufen bei einem von rund 3000 Erkrankten die Masern tödlich. Weltweit fordern Masern jedes Jahr etwa 158'000 Todesfälle.

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Kürzlich erklärte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) mangelnde Impfbereitschaft zu einer der grössten Gesundheitsrisiken der Welt.

Auslöser ist der rasante Anstieg an neuen Masernfällen: Weltweit sei die Zahl im Jahr 2017 um 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahr angestiegen. Und zwar auch in einigen Ländern, die bereits kurz vor der Ausrottung der Krankheit gestanden hatten.

Dass dies ein Thema ist, dass die Gemüter schon länger erhitzt, beweist der Facebook-Post einer wütenden Mutter. Diesen hatte sie vor genau vier Jahren abgesetzt, nachdem ihr 15 Tage alter Sohn Griffin den Masernviren ausgesetzt war. Nun geht der Post erneut viral: Über 600'000 Menschen haben ihn bisher geteilt. Mehr dazu erfährst du oben in der Bildstrecke.


(lia)

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