Schlafwandeln

09. Februar 2011 17:10; Akt: 11.02.2011 14:22 Print

Das Gehirn schläft nur zur Hälfte

Steht man plötzlich im Pyjama an einem unbekannten Ort, könnte das am Chromosom 20 liegen. Ein Fehler darauf treibt manche zu ungewollten Taten an.

storybild

Am nächsten Tag wissen die Schlafwandler nichts von ihren nächtlichen Ausflügen. (Bild: Colourbox.com)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Als Fabian in der Nacht aufwachte, befand er sich mit gebrochener Nase vor dem Haus. Ihm war sogleich klar, was passiert sein musste. Es war nämlich nicht sein erster nächtlicher Ausflug. Allerdings war es das erste Mal, dass ihm beim Schlafwandeln etwas zugestossen war. Diesmal war er schlafend aus dem Fenster gesprungen – zum Glück nur aus dem Hochparterre.

Fehlerhaftes Chromosom 20

Schlafwandler sind meist nicht allein, sondern haben noch weitere Familienmitglieder, mit denen sie die Traumspaziergänge teilen. Forscher der Washington University School of Medicine glauben, das Gen gefunden zu haben, das für das Schlafwandeln zuständig ist. Es befindet sich auf dem Chromosom 20, und wer es in seinem Erbgut hat, gibt es zu 50 Prozent auch an seine Nachkommen weiter.

Meist wächst sich das Schlafwandeln aus, da es auf noch unfertig entwickelte Gehirnstrukturen zurückgeht. In manchen Fällen kommen die Traumhandlungen jedoch auch im Erwachsenenalter vor, wenn die Hirnaktivität sowohl Charakteristika des Schlafens als auch des Wachseins aufweist. In ungünstigen Fällen können die Schlafenden sich selbst oder Leuten, die ihnen in dieser Phase begegnen, ungewollt Schäden zufügen.

«Die Opfer sind meist jene Menschen, die versuchen, Schlafwandler aufzuhalten oder zu wecken», schreibt die «SonntagsZeitung» in einem Bericht zu Gewaltausbrüchen im Schlafzustand. Es gibt Fälle, wo in diesem Zustand sogar Morde verübt wurden. Wer von nächtlichen Eskapaden im Traumzustand weiss, sollte deshalb besser keine gefährlichen Gegenstände im Schlafzimmer aufbewahren.

Der Fluch im Bett

Etwas weniger gravierend, aber trotzdem unangenehm können verbale Attacken sein. Zum Beispiel, wenn man einen Schnarcher anstupft, in der Hoffnung auf ein bisschen Ruhe, aber dann mit bösesten Beleidigungen überhäuft wird. Ist am nächsten Tag der Ärger über die Worte noch nicht verflogen, muss dem Fluchbold erst mal auf die Sprünge geholfen werden, denn dieser erinnert sich an rein gar nichts mehr.

Sind Sie auch ein Schlafwandler, oder wohnen mit einem unter demselben Dach? Gab es dadurch schon heikle Situationen, die böse hätten enden können? Oder hatte der Ausflug im Pyjama tatsächlich schlimme Folgen? Erzählen Sie uns davon. Gerne hören wir auch von amüsanten Anekdoten, die sich daraus ergaben. Mailen Sie Ihre Schlafwandel-Geschichten an community@20minuten.ch.

(fvo)

Twitter-Accounts von 20 Minuten Online
 
  • 20min
    Unser Haupt-Account: Die wichtigsten News aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.
     
  • 20min_sportnews
    Alles Wichtige aus der Schweizer und internationalen Sportwelt.
     
  • 20min_digital
    20 Minuten Digital: Social Media, Netzkultur, Computer und Gadgets.
     
  • 20min_people
    Schweizer und internationale Stars und Sternchen.