Meinungs-Umfrage

15. März 2011 17:49; Akt: 16.03.2011 10:15 Print

Die Mehrheit will sofortigen Atom-Ausstieg

von Olaf Kunz - Könnte das Volk entscheiden, würde es noch heute das Ende der Kernenergie in der Schweiz besiegeln. Das ist das Ergebnis einer Umfrage.

Über 50 Prozent wollen, dass sich die Schweiz von der Kernkraft verabschiedet.
Quelle: 20 Minuten Online

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Die Welt blickt gebannt auf die sich immer dramatischer zuspitzende Atom-Katastrophe in Japan. Der Unfall im Kraftwerk Fukushima-1 stellt die gesamte Kernenergie in Frage. So auch in der Schweiz. Bundesrätin Doris Leuthard hat am Montag mit sofortiger Wirkung die Gesuche für neue Atomkraftwerke hierzulande auf Eis gelegt. Die Mehrheit der Schweizer begrüsst diesen Schritt. 62 Prozent finden, dass dieser Schritt als Sofortmassnahme vollkommen richtig ist. Und 57 Prozent fordern: Der Ausstieg aus der Atomenergie muss jetzt endgültig und definitiv beschlossen werden. Das ist das Ergebnis einer nicht repräsentativen Web-Umfrage von 20 Minuten Online, die von Montagabend bis Dienstagmittag durchgeführt wurde.

Interessant dabei: Die grundsätzliche Haltung hat sich im Schatten der brisanten Entwicklung in Japan nicht komplett geändert. Bei einer Umfrage im vergangenen November war bereits eine deutliche Mehrheit für einen Ausstieg. Allerdings wollte ein Drittel warten, bis Alternativen genug weit entwickelt sind. Nun wird dieser Forderung eine deutlich höhere Priorität eingeräumt. «Es ist allerhöchste Zeit, den Kernenergieerzeugern den Stecker zu ziehen», fordern 36 Prozent der insgesamt 10 691 befragten Internetnutzer.

Super-Gau kann auch in der Schweiz passieren

Doch auch nach der jetzt erfolgten Sensibilisierung über alle Landesgrenzen hinweg zeigt sich jeder Zehnte in der Schweiz unerschütterlich und glaubt, dass Kernenergie zuverlässig kontrollierbar ist - sofern alle Sicherheitsvorkehrungen getroffen wurden. 90 Prozent hingegen glauben, dass es auch hierzulande jederzeit zu einer Verkettung unglücklicher Umstände kommen kann, die einen Super-GAU zur Folge hat.

Doch unabhängig davon, ob Japan nun ein Spezialfall ist oder nicht, hat der Störfall direkte Folgen für die Schweiz - davon sind 27 Prozent der Leser überzeugt. Sie befürchten, dass Reste der Strahlung aus den japanischen AKW über radioaktiven Fallout schon bald nach Europa gelangen werden.

Der Sonne mehr Power geben

Geradezu ein Paradigma-Wechsel hat in der Frage der Förderung alternativer Energien stattgefunden. Noch im November waren lediglich 47 Prozent der Befragten der Meinung, dass erneuerbare Energien nicht ausreichend gefördert werden. Nach den aktuellen Ergebnissen fordern jetzt 81 Prozent, dass Wind-, Solar-, und Wasserkraft deutlich stärker subventioniert werden sollen. Übrigens sind über 60 Prozent der Teilnehmer bereit, für atomfreien Strom höhere Preise zu bezahlen.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Kurt Schiegg am 22.03.2011 15:14 Report Diesen Beitrag melden

    Die Schweiz könnte aus AKW`s Aussteigen

    Kann die Schweiz Aussteigen aus AKW wie Östereich. SELBSTVERSTÄNDLICH könnte wir das auch! Es würde etwa gleich ablaufen wie in Ö. Wir müssten Wärmekraftwerke bauen wie Ö nach dem Ausstieg. In Ö werden seit dem Ausstieg ca. 30 % des Stromes Kalorisch vor allem aus Kohle u. Gas produziert (Dürnrohr). Es werden pro Jahr nur einige Mil.Tonnen Kohle und Gas verbrannt und ebensoviel CO2 produziert.Die Schweiz ist mit demn AKW s auf die von den Umweltschutzver-bänden in den 70-ern gewünschte Alternative: AKW eingetreten. Ein Buchautor (Hänggi) schreibt über unsere Gesellsch wir Träumer im Treibhaus

  • Wilhelm Lechleitner am 15.03.2011 19:47 Report Diesen Beitrag melden

    Wer spart Strom

    Ein Ausstieg wäre toll, aber woher kommt dann der Strom? Aus Gaskraftwerken oder Kohle? Oder aus den sicheren Atomwerken in Frankreich? So oder so, wir sitzen aussen auf dem Ast und sägen ihn ab.Da ändert der sofortige Ausstieg der SP auch nichts.

  • Urs Bleiker am 15.03.2011 19:37 Report Diesen Beitrag melden

    Kein Windland, Kein Solarland

    Die Schweiz ist kein Windland und kein Solarland. Der Ausbau der Wasserkraft wird von den Grünen bekämpft. Das bedeutet, dass wir den Strom einkaufen müssten. Und das heisst: Die Schweiz kauft französischen Atomstrom.

Die neusten Leser-Kommentare

  • K der C am 23.03.2011 13:04 Report Diesen Beitrag melden

    Es wäre zu voreilig

    Bevor das endgültige Aus für die Atomkraft kommt muss ersteinmal eine vernünftige Alternative her. Windmühlen und Solardächer können bestenfalls unterstützend wirken, aber sicher nicht eine Dauerlösung für den stetig steigenden Strombedarf sein. Ausserdem sind gerade Wind- und Solarkraft unzuverlässige Energielieferanten und auch unökonomisch, Strom würde teuer werden. Das beste fände ich, wenn die Forschung von Kernfusionskraftwerken verstärkt wird, damit wir in vielleicht 20 oder 30 Jahren soweit sind diese nutzen zu können.

  • Kurt Schiegg am 22.03.2011 15:14 Report Diesen Beitrag melden

    Die Schweiz könnte aus AKW`s Aussteigen

    Kann die Schweiz Aussteigen aus AKW wie Östereich. SELBSTVERSTÄNDLICH könnte wir das auch! Es würde etwa gleich ablaufen wie in Ö. Wir müssten Wärmekraftwerke bauen wie Ö nach dem Ausstieg. In Ö werden seit dem Ausstieg ca. 30 % des Stromes Kalorisch vor allem aus Kohle u. Gas produziert (Dürnrohr). Es werden pro Jahr nur einige Mil.Tonnen Kohle und Gas verbrannt und ebensoviel CO2 produziert.Die Schweiz ist mit demn AKW s auf die von den Umweltschutzver-bänden in den 70-ern gewünschte Alternative: AKW eingetreten. Ein Buchautor (Hänggi) schreibt über unsere Gesellsch wir Träumer im Treibhaus

  • Thomas M. am 22.03.2011 11:11 Report Diesen Beitrag melden

    über erneuerbare Energie:)

    Dummheiten unserer Politik: Da wollen alle plötzlich erneuerbare Energie, aber streiten wie diese aussehen soll. Liebe Politiker da gibt es so ein gesetz, wenn man selber Strom erzeugt, mit solarplatten natürlich, dass man den zuerst an das EW verkaufen muss, damit man ihn wieder teurer zurückkaufen muss. Stupid oder? und ihr frag euch warum niemand weiss wie das hinzukriegen ist. Schafft doch dieses dämliche gesetz einfach ab!

  • Tobi am 18.03.2011 21:36 Report Diesen Beitrag melden

    Strahlung gibt es überall...

    Liebe Kernkraftgegner... Um am wenigsten Strahlung in der Schweiz abzubekommen solltet ihr am besten in der Nähe eines KKW wohnen, denn dort ist die natürliche Strahlung am geringsten. Ihr solltet auch auf die Medizin verzichten, denn diese macht 92% der künstlichen Strahlung aus. Zudem solltet ihr niemals eine Zigarette rauchen, denn pro Zigarette bekommt 0.07 mSv Strahlung ab. Zudem gibt es auf der Erde natürliche Kernreaktoren... Informiert euch doch mal bevor ihr schlecht über Kernkraft redet...

  • goldfisch am 18.03.2011 10:19 Report Diesen Beitrag melden

    erst überlegen, dann...

    ja genau, sofort alles abstellen!!! und dann? hamster kaufen und in ein laufrad stecken? oder wie wollt ihr euer wasser kochen und tv schauen? windräder will ja auch keiner weil die das landschaftsbild schädigen und sonnenenergie in der schweiz ist ein witz, gut zur unterstützung aber niemals um die gesamte leistung zu erbringen. hauptsache mal 0 überlegen und gleich nach einen sofortigen atomstopp schreien...

    • Chrysopras am 19.03.2011 07:09 Report Diesen Beitrag melden

      Die Zeit zum Ueberlegen ist vorbei...

      Mein Wasser koche ich mit Gas, auf TV kann ich verzichten (wenn wir die Erde noch mehr zu Grunde richten, werde ich auf noch mehr verzichten müssen) und es gibt weit schlimmere Anblicke in der Schweiz als Windräder oder empfindest Du etwa ein Atomkraftwerk als ein architektonisches Wunderwerk? Und ja ich bin für einen sofortigen Atomstopp - jemand sollte mal mit einem guten Beispiel voran gehen, warum nicht die Schweiz?

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