Frauen-Quote

09. Oktober 2012 08:58; Akt: 09.10.2012 09:19 Print

Die Revolution der Röcke

30 Prozent Frauen in der Chefetage, und das per Gesetz - das fordert die Frauenzeitschrift «Annabelle». Über 200 Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Kultur unterstützen das Anliegen.

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Radiomoderatorin Elena Bernasconi sagt ja zur Forderung der «Annabelle» nach einer gesetzlichen Frauen-Quote von 30 Prozent. Ja sagt auch das Regieduo Zimmermann & De Perrot. Genauso wie das Topmodel Julia Saner. Unternehmer Mario Margelist, Mitinhaber van Astyn, ist auch an Bord. Schauspieler und Komiker Beat Schlatter will ebenfalls mehr Frauen in der Teppichetage sehen. Viviane Gall, Inhaberin von Passion for Brands, sagt ebenfalls ja. Auch dabei: Danniel Saner, Hairstylist Coiffure Danniel. Schriftstellerin Sybille Berg sagt in der aktuellen «Annabelle» «Vor nicht allzu langer Zeit mussten Frauenwahlrecht und der Zugang von Frauen zum Studium gesetzlich festgelegt werden. Mitunter braucht die Vernunft des Menschen einen kleinen gesetzlichen Anstoss, ehe sie sich durchsetzen kann.» Auch dabei: Silvia Affolter, Geschäftsfüherin von Your Story - City Guide TV. Starkoch Ivo Adam kann sich eine Frauenquote gut vorstellen. Genauso wie Galeristin (Katz Contemporary) Frédérique Hutter. Ja: Stylist Clifford Lilley. Findet auch Model Bianca Gubser. Oliver Burger, Galerist und Verlagsleiter von «Du», unterstützt die Forderung. Er tuts auch: Unternehmer Marc Schlittler, Managing Partner von PR Fact. Reeto von Gunten, Schriftsteller und Radiomoderator, ist dafür. So wie auch Bloggerin Sandra Bauknecht (Sandrascloset.com). Und Schriftstellerin Milena Moser. Sowie Sängerin Sina. Unternehmerin Rea Eggli, Teilhaberin u.a. von Wemakeit, will mehr Frauen in Unternehmensleitungen sehen.

Zum Thema
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Es ist weder ein Topmodel noch ein Hollywoodstar, der das Cover der aktuellen «Annabelle» ziert. Eine Frau, die an Coco Chanel erinnert, und selbstsicher, aber auch ein bisschen keck an der Linse vorbeischaut. Die Rede ist von Mabel Zuppinger, die die Frauenzeitschrift einst erfand. Genauso wie Chanel war sie ihrer Zeit voraus – und setzte sich in einer von Männern dominierten Welt gegen alle Widerstände durch. «Manchmal braucht es nur eine Frau, um die Schweiz zu verändern. Manchmal 30 Prozent», titelt die «Annabelle».

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Denn auch wenn sich seit den 1930er Jahren so einiges verändert hat – der Frauenanteil in Führungspositionen ist in der Schweiz noch immer überschaubar. Laut «Annabelle» sind gerade mal elf Prozent der Verwaltungsräte, fünf Prozent der Geschäftsleitungen und drei Prozent der CEOs weiblich. Diese Zahlen sind seit Jahren statisch – obwohl mittlerweile mehr Frauen als Männer über einen akademischen Grad verfügen, und sogar mit besseren Noten abschliessen.

Fünf Jahre für den Wandel

Was also tun? Die Zeitschrift sieht die Lösung in einer gesetzlich festgelegten Quote: 30 Prozent Frauen in der operativen Unternehmungsführung für Betriebe mit mindestens 200 Mitarbeitenden – befristet auf fünf Jahre. «Wir sind der Meinung, dass es nach dieser Zeitspanne genügend weibliche Vorbilder und Türöffnerinnen geben wird, damit die Frauen auch ohne gesetzliche Krücken in die Chefetagen kommen», schreibt «Annabelle»-Redaktorin Barbara Achermann.

200 Persönlichkeiten aus Kultur und Wirtschaft unterstützen die Forderung nach der Quote. Eine davon ist Schriftstellerin Sybille Berg. Sie bringt die Idee hinter der Aktion auf den Punkt: «Vor nicht allzu langer Zeit mussten Frauenwahlrecht und der Zugang von Frauen zum Studium gesetzlich festgelegt werden. Mitunter braucht die Vernunft des Menschen einen kleinen gesetzlichen Anstoss, ehe sie sich durchsetzen kann», lässt sich Berg zitieren.

Ihre Stimme ist gefragt

Doch nicht alle angefragten Meinungsmacher wollten das Anliegen unterstützen. Regisseur Michael Steiner etwa. «Anstelle eines weiteren regulativen Gesetzes wäre es klüger, der Staat würde Krippenplätze gratis anbieten und alle Schulen zu Tagesschulen machen», sagt er. Fehlende Betreuungsplätze seien in seinem Umfeld der Grund, weshalb die Karrieren von Frauen gestoppt würden, ehe sie überhaupt beginnen.

Egal, welchem «Lager» man angehört – die Anheizung der Diskussion ist richtig und wichtig. Denn dass es mehr Frauen in Kaderpositionen geben sollte, ist wohl unumstritten.

Was halten Sie von der «Annabelle-Quote»? Würden Sie ein derartiges Gesetz befürworten? Sagen Sie uns Ihre Meinung im Talkback.

Wer die Initiative unterstützen will, kann das auf der Website der Zeitschrift tun.

(cat)

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Ausgewählte Leser-Kommentare

Ich arbeite als selbständiger Werber und Designer viel und gerne mit Frauen in Chefetagen zusammen. Die Frauen machen ihren Job wirklich gut. Aber per Gesetz so etwas vorschreiben bedeutet doch, dass die "natürliche Auslese" nicht funktioniert. Damit würde das Geschlecht zum Kriterium für die Wahl und nicht die Qualität. Wer das will, soll das in seinem (Kultur-)Betrieb doch einführen. – F.L.

Eine auf fünf Jahre befristete Quote von 30% ist keine schlechte Idee, da in dieser Zeit die Frauen die Gelegenheit haben Netzwerke herzustellen. Vielleicht werden nicht alle Frauen nach der Frist Erfolg haben, aber je mehr Frauen einmal diesen Schritt schaffen, desto besser für die Chancengleichheit. Als Mann kann ich nur Gutes über weibliche Vorgesetzte sagen (aber auch über die meisten männlichen Chefs, ist nicht alles schwarz und weiss liebe Feministinnen ;-)). – Jack Nicholson

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Matthias K. am 10.10.2012 12:03 Report Diesen Beitrag melden

    Wer kümmert sich um die Buben?

    In der Schweiz haben wohl alle die selben Chancen, was die Ausbildung betrifft. Dies sollte natürlicherweise dazu führen, dass die Frauenquote, sofern qualifizierte Persönlichkeiten vorhanden sind, automatisch erfüllt oder sogar übertroffen werden müsste. Tatsache ist, dass man mit einer gesetzlichen Quote nur wieder einmal mehr die Männerwelt diskriminiert. Bald hat sich das Thema aber sowieso erledigt, da es gar keinen Nachwuchs mehr gibt. Ich krieg die Kretze!!! Höchste Zeit für den Maskulismus!!!

  • Reto am 09.10.2012 15:13 Report Diesen Beitrag melden

    Keine Persönlichkeiten...

    Bloggerin, Galerist, Coiffeur, Koch, Model, Moderatorin... alles Leute, deren Meinung irrelevant ist. Aber macht nur, dann geht es mit uns noch schneller abwärts.

  • Mauro am 09.10.2012 09:53 Report Diesen Beitrag melden

    Bildstrecke nicht komplett

    Ihr habt die 20min Online Redaktion in der Bildstrecke vergessen ;)

Die neusten Leser-Kommentare

  • Vorname/Name am 12.10.2012 14:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gerechtigkeit??

    Dann aber überall, auch eine Frauenquote bei Bauarbeiter. Das finde ich sehr dreist, einfach nur für die guten Jobs eine Quote fordern!!!! Personal sollte man nach Leistung nicht nach Geschlecht einstellen!

  • Nicole Meyer am 11.10.2012 09:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unnötige Quote

    Was soll es bringen eine Frauenquote einzuführen, wenn mir bei Antritt meines Jobs kein geeigneter Krippenplatz oder Tagesschule zur Verfügung steht (muste deshalb einen weiteren Karriereschritt ablehen). Ich denke wir benötigen keine Frauenquoten, es sollte besser ein geeignetes Umfeld (Betreuungsmöglichkeiten) für Frauen und Männer geschaffen werden.

  • joe strummer am 10.10.2012 23:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    no names

    wer sind diese leute in der fotostrecke?

  • Maskulist am 10.10.2012 13:49 Report Diesen Beitrag melden

    50%-Quote für alleinerziehende Väter

    Keine 10% der Alleinerziehenden sind Männer bzw. Väter! Wieso eigentlich? Bevor Männer weitere Zugeständnisse an die ewig fordernden Feministinnen machen, sollte zuerst mal die viel offensichtlichere Ungleichbehandlung von Jungs und Männern im Familienrecht und bei der Wehrpflicht beseitigt werden. Männer mit Eiern, die sich noch nicht vom angeblich schwachen Geschlecht haben einwickeln lassen, müssen endlich einsehen, was hier gespielt wird. Frauen sind mit Sicherheit NICHT die besseren Menschen, auch wenn uns das gewisse Kreise glauben machen wollen. Schluss mit dem Nimmersatt-Feminismus!

  • Matthias K. am 10.10.2012 12:03 Report Diesen Beitrag melden

    Wer kümmert sich um die Buben?

    In der Schweiz haben wohl alle die selben Chancen, was die Ausbildung betrifft. Dies sollte natürlicherweise dazu führen, dass die Frauenquote, sofern qualifizierte Persönlichkeiten vorhanden sind, automatisch erfüllt oder sogar übertroffen werden müsste. Tatsache ist, dass man mit einer gesetzlichen Quote nur wieder einmal mehr die Männerwelt diskriminiert. Bald hat sich das Thema aber sowieso erledigt, da es gar keinen Nachwuchs mehr gibt. Ich krieg die Kretze!!! Höchste Zeit für den Maskulismus!!!

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