Lügen

01. März 2011 18:28; Akt: 01.03.2011 18:28 Print

Die Wahrheit fällt bei Untreue am schwersten

«Wie findest du meinen neuen Pulli?» Manchmal wäre man zu gerne ungefragt davongekommen. Doch nicht jede Lüge ist gleich schwierig zu erzählen.

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H.: «Bei dem Autounfall vor zehn Jahren, da war gar keine Katze auf der Strasse. Ich bin ins Schleudern gekommen, weil ich mir eine Zigarette anzünden wollte.» M.: «Ich habe mit dem Freund meiner besten Freundin geschlafen. Das schlimmste dabei ist, dass sie nebenan in meinem Bett schlief, als ich mich zu ihrem Freund ins Wohnzimmer schlich um mit ihm Sex zu haben. Ich bereue es heute sehr.» A.: «Beim Angeln mit meinem Vater schlich ich mich einmal zu einem Restaurant und klaute einen grossen Egli aus dem Aquarium. Den präsentierte ich ihm dann in meinem Fischernetz. Er ärgerte sich über seine erfolgslose Fischerrute.» L.: «Als ich elf war, rief ich die Feuerwehr an, um einen Brand zu melden. Was ich am Telefon jedoch verschwieg, war, dass ich auch wusste, wer den Brand gelegt hatte. Mein Kumpel und ich hatten gezäuselt. Das war etwas ausser Kontrolle geraten ... » A.: «Mama, ich wohne seit zwei Jahren mit meiner Freundin zusammen.» D.: «Damals auf Kuba, da gabs mehr als bloss heisses Tänzchen.» R.: «Ich höre manchmal in voller Lautstärke den Jamba-Song "Eddybär (verliebt)" und singe auch in voller Lautstärke mit. Meiner Freundin habe ich das nie gestanden. Die findet eh, ich habe einen Mädchen-Musikgeschmack.» F.: «Im Gymi sollte ich einmal einen Freund mit dem Töff irgendwohin fahren. Es galt gerade neu die Helmpflicht. Um keine Busse zu bekommen sind wir halt beim Töff- und Veloständer vorbeigegangen und haben uns da den zweiten Helm besorgt.» S.: «Ich habe nach dem Testament meines damaligen Freundes gesucht, es gefunden und reingeschaut. Als ich gesehen habe, dass ich als Haupterbin eingesetzt war, bin ich vor Scham über meine Stöberei fast im Boden versunken.»

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Sie begleiten uns treu durch den Tag, manchmal sogar ohne dass wir es merken - die kleineren und grösseren Lügen. Mir gehts gut, der Job ist toll, mit dem Freund läuft es super, ich habe heute keine Zeit. Die Wahrheit ist schliesslich relativ, und Lügen ist Ansichtssache, Schutzinstrument, Hilfe in der Not.

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«Damit würde ich nicht unter Leute!»

Bei der Situation mit dem hässlichen Pulli lautet die Volllüge ganz einfach: «Schön!» Wer nicht so dreist sein will, behilft sich mit der Ablenk-Taktik: «Ist zwar nicht mein Stil, aber an dir sieht er super aus!» So tritt man der Person unter dem Pulli zumindest nicht zu fest auf die Füsse. Auch das Wort «interessant» lässt sich in solchen Fällen sehr vielseitig einsetzen. Oder aber man antwortet auf die ehrliche Tour: «Ui, mit sowas würde ich mich nicht unter Leute wagen!»

Rote Ohren beim Flunkern

Die kindlichen Versuche, sich mit roten Ohren aus der Patsche zu flunkern, sind ja noch herzig. Die Vase zerbrochen: «Der Hund wars!» Das Hemd starr vor Dreck: «Die Schwester hat mich in die Pfütze gestossen.» Das Znacht wartet schon seit einer halben Stunde: «Die Uhr ist kaputt!» Mit steigendem Alter verlieren dreiste Abstreitungen dann aber an Charme. «Dann stinkt meine Jacke halt, ich rauche trotzdem nicht!», ruft der Teenie. «Es ist nicht, wonach es aussieht!», der ertappte Seitenspringer.

Die schlimmste Beichte

Bestimmt vieles, und mit Sicherheit die Untreue, kommt oft nur ans Licht, wenn man dabei erwischt wird. Das deutsche «chrismon», ein evangelische Monatsheft, macht die Fastenzeit zur Wahrheitszeit und ruft seine Leser mit dem Motto «Ich wars!» zur Beichte auf. Einer Umfrage des Heftes zufolge würden 53 Prozent nie und nimmer zugeben, dass sie ihren Partner betrogen haben. Auch eine begangene Fahrerflucht behält ein Drittel lieber für sich. Ähnlich vielen ist es zu unangenehm, zu gestehen, dass ihnen beim Kind schon mal die Hand ausgerutscht ist.

Welche Dinge behalten Sie lieber für sich? Verraten Sie Ihre Lügen im Listing.

(fvo)

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