7 Küchenbenutzer-Typen

20. Dezember 2018 15:26; Akt: 20.12.2018 15:26 Print

«Ein Dummer wird die Tassen schon wegräumen»

In Büroküchen herrscht oft Chaos. Doch die meisten Mitarbeiter kümmert es nicht. Das Aufräumen übernehmen daher immer die Gleichen.

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Auf der Ablage stapeln sich dreckige Teller und Tassen und das Spülbecken ist vollgestellt mit klebrigem Geschirr. Ganz anders der Geschirrspüler. Er ist natürlich leer. Kurz: Die Kaffeeküche wartet auf den ersten Dummen, der die Ärmel hochkrempelt und das Chaos stellvertretend für alle anderen beseitigt.

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Was zu Hause bereits oft schwierig ist und in den glücklichsten Ehen und angenehmsten WG enormes Konfliktpotenzial hat, kann im Büro noch um ein Vielfaches schwieriger werden. Schliesslich wird die Büroküche von deutlich mehr Menschen genutzt, und die persönliche Toleranzschwellen für Schmutz liegen noch weiter auseinander als im privaten Rahmen.

Eine Küche, sieben Küchenbenutzer-Typen

Die Regel, dass man den Raum so verlässt, wie man ihn vorgefunden hat, funktioniert eben nicht. Sie ist lediglich die Rechtfertigung für alle, die gern die Kollegen arbeiten lassen. Schliesslich gibt es immer jemanden, der dann doch alles in die Abwaschmaschine einräumt und endlich mal das Becken mit Schwamm und Seife putzt. Eine Übersicht:

1. Der Märtyrer

Er beseitigt das Chaos und lässt es aber alle, die es hören wollen – oder auch nicht –, wissen, dass er es war, dessen Dreckschwelle erreicht wurde und der sich wieder mal aufgeopfert hat. Er schöpft Status aus seiner Aufopferung beim Abwaschen oder Aufräumen.

2. Die Scheuklappe

Der Mitarbeiter kommt in die Küche und sieht, dass jemand gerade die Maschine einräumt. Er tut so, als ob alles Luft wäre – der Kollege, das Geschirr, die einzuräumende Maschine –, und verlässt schnell und wortlos den Raum.

3. Der angeblich Gestresste

Er kommt zufällig in die Küche, während ein Kollege sich des Chaos annimmt. Ungefragt beginnt er sich zu rechtfertigen, warum er nicht helfen kann: Er habe sehr viel Arbeit, der Zeitdruck sei gross. In der Zeit seiner ausschweifenden Erklärung hätte er die halbe Maschine bereits eingeräumt, aber er redet immer noch auf den arbeitenden Kollegen ein und findet immer bessere, persönliche Gründe, nicht zu helfen.

4. Der technisch Unbegabte

Es scheint tatsächlich erwachsene Menschen in unseren Breitengraden zu geben, die nicht wissen, wie eine Spülmaschine angeschaltet wird, und denen das Argument überhaupt nicht peinlich ist.

5. Der Einsiedler

Er hat seine persönliche Tasse, wäscht sie nach Gebrauch immer sorgfältig unter fliessendem Wasser ab und nimmt sie gleich wieder mit zum Arbeitsplatz. Andere Gegenstände werden möglichst nicht benutzt, um auf keinen Fall moralisch zur Mitarbeit verpflichtet zu werden.

6. Der Zwanghafte

Ihn lieben wir am meisten. Sein ausgeprägter Putzfimmel zwingt ihn zum Saubermachen, danach fühlt er sich besser. Er hängt es nicht an die grosse Glocke und will keinen Dank.

7. Der Erzieher

Das Chaos in der Küche ist ein willkommener Anlass, wieder Rundmails zu schreiben und energische Aushänge zu texten, die aber leider nichts bewirken. Und so bleibt die Kaffeeküche das Schlachtfeld des Büros.


(angx)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Carla am 20.12.2018 15:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Idiotin

    Ich hab mal einer Kollegin mit ein paar Handgriffen in der Büroküche geholfen. Ich kam so zu etwas Klatsch und wollte danach mit meinem Kaffee, den ich mir geholt hatte, weiterarbeiten, es war sozusagen meine Pause vom vielen Stress, denn ich dannzumal hatte. Der Idiotin fiel nichts besseres ein, als zu mir zu sagen: "Komisch, dass du dafür Zeit hast, in dem Fall hast du ja gar nicht so viel Stress wie alle immer sagen." Seither können mich fast alle mal.

    einklappen einklappen
  • Peter Thürig am 20.12.2018 16:45 Report Diesen Beitrag melden

    Konsequent Nr. 5!

    Habe immer nach der Devise gelebt, dass niemand hinter mir her putzen muss. Umgekehrt habe ich mich aber auch geweigert, hinter jedem Schlaf- und Blindgänger her zu reinigen! Insgeheim wollte ich auch nichts mit diesem einfältigen Getratsche im Bazillenzimmer zu tun haben. War zwar der Einsiedler, aber es war mir sehr wohl dabei!

  • Ernst Kappeler am 20.12.2018 16:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Traurig, aber...

    ... wenn man sich nicht dauernd nerven will, so bleibt einem nur der 'Einsiedler'. Umso mehr, wenn es bei den meisten Arbeitskollegen zu Hause ein treu sorgendes Mami gibt! Dann ist es nicht mal böser Wille, sondern schlicht "Hotel Mama" konform...

Die neusten Leser-Kommentare

  • willi meier am 21.12.2018 13:27 Report Diesen Beitrag melden

    Radikale Lösungen gefragt

    Ich habe 1 Monat lang den Geschirrspüler (sic) gefüllt und wurde sogar dafür ausgelacht. Danach hab ich alle dreckigen Tassen in der Spüle in den Abfall geworfen. Die Aufregung war gross aber der Chef meinte nur etwas verdutzt, dass doch die Regelung gelte, dass jeder sein Zeug selber wegräumen müsse. Klappt inzwischen wunderbar.

  • N.ichtdieputzfrau am 21.12.2018 11:36 Report Diesen Beitrag melden

    Undank ist der Welt Lohn

    Heute bin ich wohl auch eine Einsiedler-Version. Früher habe ich immer ohne Tamtam aufgeräumt, geputzt und die Kaffeemaschine aufgefüllt und gereinigt, obwohl ich keinen Kaffee trinke und diese somit nie benutzt habe. Das Problem dabei ist: Plötzlich ist das selbstverständlich Dein Task und wehe Du hast selbst mal Stress und es ist dann mal (noch) nicht gemacht.

  • Daisydream am 21.12.2018 11:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Einzelgänger

    Ich halte es auch mit dem Einsiedler. Muss ich wirklich jedem hinterher räumen, obwohl jeder von sich behauptet, erwachsen zu sein? Irgendwann war ich es leid.

  • leser0815 am 21.12.2018 11:26 Report Diesen Beitrag melden

    es ist wirklich grausam

    Nach den nervigsten Nachbarn, schlimmsten Chefs, grössten Pendler Ärgernissen und langweiligsten Verwandten auf der Familienfeier, kommen nun noch die traurigen Erlebnisse im Büro. Danke! Danke, dass Ihr uns darüber in der Vorweihnachtszeit informiert, was für ein schweres Leben wir hier in unserem Land haben. Das ist wirklich nicht lebenswert. Nur weiss ich grad nicht, ob ich einfach nur wegziehen sollte, oder mich gleich ins Jenseits befördere. Frohe Festtage.

  • Aenisbrötli am 21.12.2018 11:13 Report Diesen Beitrag melden

    Eigene Tasse

    Jeder bei uns hatte seine eigene unverwechselbare Tasse und die stand am nächsten Tag wieder auf dem Tisch, ob er sie gewaschen hatte oder nicht.

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