Karriere-Kompass

11. Januar 2013 08:37; Akt: 11.01.2013 10:37 Print

Facebook & Co sind schlechte Job-Vermittler

von Viktoria Weber - Wer eine Stelle sucht, nutzt meist auch Social-Media-Plattformen. Doch eine Umfrage zeigt: Nur ein Bruchteil findet so einen neuen Job. Viel entscheidender sind Connections.

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Laut Umfrage profitierten vor allem die Männer von guten Connections bei ihrer letzten Jobsuche. (Bild: colourbox.com)

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Werden über Facebook und andere soziale Netzwerke eigentlich nur Freundschaften gepflegt, oder kann davon auch das berufliche Leben profitieren? Um das herauszufinden, lancierte 20 Minuten Online eine Umfrage, an der 2051 Personen teilgenommen haben.

16 Prozent der Befragten sind aktuell auf der Suche nach einem Job. Um so schnell wie möglich eine neue Stelle zu finden, nutzt eine deutliche Mehrheit von 96 Prozent Inserate im Internet. Weitere 68 Prozent schauen sich direkt auf der Homepage der jeweiligen Unternehmen um. Etwas über die Hälfte durchstöbert zusätzlich die Anzeigen in Zeitungen. Immerhin ein Viertel versucht es ausserdem über soziale Netzwerke wie Facebook, Xing oder LinkedIn.

Social Media bisher wenig effektiv

Doch welche Such-Optionen sind wirklich von Erfolg gekrönt? Die höchste Trefferquote scheinen die Befragten bei Online-Inseraten zu haben. Denn von den Personen, die aktuell einen Job als Angestellte haben, fanden 34 Prozent ihre Stelle in einem Online-Inserat. Zeitungsanzeigen führten nur bei 8 Prozent zum gewünschten Ziel, direkt auf der Homepage des Unternehmens fanden 12 Prozent ihr Glück.

Lediglich ein Prozent der Angestellten fanden ihren Job über einen Social-Media-Kanal. Was auch hier schon deutlich wird, ist die Tatsache, dass gute persönliche Bekanntschaften eine wichtige Rolle spielen: Denn ein Viertel der Angestellten fand einen neuen Job dank eines Tipps von Freunden oder Bekannten.

Diese Frage wurde den Personen gestellt, die aktuell bei einem Unternehmen als Angestellte arbeiten.
Quelle: 20 Minuten Online

Fragt man alle Umfragteilnehmer, ob sie jemals einen Job über einen Social-Media-Kanal ergattert haben, ergeben sich folgende Zahlen: 4 Prozent haben über diesen Weg einen kleinen Nebenjob gefunden, weitere 4 Prozent haben sogar eine Festanstellung dank eines sozialen Netzwerks bekommen. Bei einer deutlichen Mehrheit von 92 Prozent spielten diese bei der Jobsuche jedoch noch keine Rolle.

Arbeitgeber stellen bekannte Gesichter ein

Wichtig bei der Jobsuche ist nicht nur die Strategie der Arbeitssuchenden, sondern vor allem auch die der Arbeitgeber. Zwar ist deren Anteil von lediglich 1.5 Prozent innerhalb der Umfrage sehr gering - einen Blick auf die Ergebnisse wagen wir dennoch. Am häufigsten veröffentlichen Arbeitgeber ein Inserat im Internet, was sich wiederum mit der Strategie vieler Suchender deckt.

Bei einem Drittel erreicht ein Stellenangebot den zukünftigen Angestellten aber vor allem über Mund-Propaganda. Fast ebenso häufig wird eine Stelle an eine Person vergeben, die im Unternehmen bereits durch ein Praktikum oder Ähnliches bekannt ist. Social-Media-Plattformen nutzen 10 Prozent der Arbeitgeber.

Diese Frage wurde den Arbeitgebern gestellt.
Quelle: 20 Minuten Online

Wie wichtig gute Beziehungen sind, zeigt auch der folgende Punkt: Längst nicht alle Stellen werden heutzutage überhaupt ausgeschrieben. Mehr als ein Viertel der Befragten, die aktuell als Angestellte arbeiten, haben eine Stelle ergattert, die gar nicht offiziell ausgeschrieben war.

Mit «Vitamin B» zum Traumjob

Während 60 Prozent der befragten Angestellten ihren Job über den ganz üblichen offiziellen Weg bekommen haben, haben 15 Prozent einen Personalvermittler engagiert. Ein Viertel gibt an, dass es gute persönliche Connections waren, die ihnen zu dem Job verholfen haben. Interessant ist hierbei der Unterschied zwischen den Geschlechtern: Während lediglich 19 Prozent der weiblichen Befragten ihren Job dank guter Connections bekommen haben, liegt der Wert bei den Männern bei 28 Prozent.

Auch wenn bisher nur eine Minderheit einen Job über einen Social-Media-Kanal ergattern konnte, so setzt man dennoch darauf, dass dies in Zukunft vielleicht der Fall sein könnte: Denn während 43 Prozent der Umfrageteilnehmer nur dann mit ehemaligen Arbeitskollegen bei Facebook befreundet sind, wenn es sich dabei um echte Freundschaften handelt, pflegt mehr als jeder Fünfte diese Facebookbekanntschaften, um ein gutes Netzwerk für die Zukunft aufbauen zu können. Vor allem Männer handeln nach dieser Strategie: 24 Prozent der männlichen Befragten pflegen Facebookfreundschaften mit Ex-Arbeitskollegen nur, um ein gutes Netzwerk nutzen zu können - bei Frauen liegt der Wert lediglich bei 18 Prozent.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Gabi Giftig am 11.01.2013 15:38 Report Diesen Beitrag melden

    Social Media geht dem Ende zu !

    Das Social Media ist nur heisse Luft. Arme Kranke die nach eine wenig Anerkennung und Aufmerksamkeit aus sind. Wird ein Bildchen hochgeladen bei Facebook z.B., warten die Leute Stundenlang, bis jemand einen Kommentar darüber abgibt. Kranke Welt !!

  • Aussendienstler am 11.01.2013 16:58 Report Diesen Beitrag melden

    Vitamin B

    ist das beste. Jahrelang probiert in den Aussendienst zu kommen, immer Absagen unter dem gleichen Grund "Keine Erfahrung im Aussendiest" - wie zur Hölle soll man denn an diese gelangen, wenn einem keiner die Stelle ohne Erfahrung vergibt? Dann, per Zufall einen alten Kollegen getroffen, erfahren dass bei ihnen evt. einer gesucht wird und 3 Tage später hatte ich endlich meine Traumstelle mit besten Konditionen :-)

  • Peter Frei am 11.01.2013 09:48 Report Diesen Beitrag melden

    Spielerei

    Nette Spielerei für Kids aber die ersten grossen Geschäfte macht man nicht via Social Media. Da treffen sich die Leute physisch, das müssen die Jungen noch lernen.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Junges. am 11.01.2013 22:22 Report Diesen Beitrag melden

    Social Networks, NoGo

    Eine Kollegin von mir hatte mal Kontakt zu einer Frau aus NY, welche ihr ein Aupair angebot machte, als sie mir das erzählte, war ich von anfang an skeptisch, dass kann doch nicht professionell sein durch Facebook...sie hat es mir nicht geglaubt und war tatsächlich naiv genug nach NY zu fliegen, wo sie dann vergebens am Flughafen wartete...

  • franz meister am 11.01.2013 18:47 Report Diesen Beitrag melden

    sooo stimmt das nicht...

    Klar geht es um Connection...Wenn ich im Facebook 1000 Freunde habe, aber keine arbeitet dort, tja pech gehabt....Aber ich habe Freunde auf der ganzen Welt (lange Reisen) und wenn ich wo schlafen muss/will frage ich einfach nach. Und wenn ich was wissen oder ein Job suche frage ich nach, d. h. Facebook hilft in Kontakt zu bleiben und seine connection zu pflegen, aber nicht um Connection aufzubauen ;)

  • Aussendienstler am 11.01.2013 16:58 Report Diesen Beitrag melden

    Vitamin B

    ist das beste. Jahrelang probiert in den Aussendienst zu kommen, immer Absagen unter dem gleichen Grund "Keine Erfahrung im Aussendiest" - wie zur Hölle soll man denn an diese gelangen, wenn einem keiner die Stelle ohne Erfahrung vergibt? Dann, per Zufall einen alten Kollegen getroffen, erfahren dass bei ihnen evt. einer gesucht wird und 3 Tage später hatte ich endlich meine Traumstelle mit besten Konditionen :-)

  • Gabi Giftig am 11.01.2013 15:38 Report Diesen Beitrag melden

    Social Media geht dem Ende zu !

    Das Social Media ist nur heisse Luft. Arme Kranke die nach eine wenig Anerkennung und Aufmerksamkeit aus sind. Wird ein Bildchen hochgeladen bei Facebook z.B., warten die Leute Stundenlang, bis jemand einen Kommentar darüber abgibt. Kranke Welt !!

  • Bruno am 11.01.2013 12:12 Report Diesen Beitrag melden

    Ist ja logisch

    Das ist doch sonneklar! Der ganze Hype um Social Media ist sowas von aufgeblasen, dass es einfach nur noch nervt. In erster Linie sind das Fun-Tools, die für die Freizeit ganz O.K. sein mögen, aber für echtes Business absolut nicht geeignet. In zwei, drei Jahren wird kaum jemand mehr von Social Media im Business-Bereich sprechen, davon bin ich überzeugt.

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