Schlafen auf Reisen

23. August 2010 17:35; Akt: 23.08.2010 17:36 Print

Gemütlich wie eine Zwangsjacke

Reisen soll heutzutage bequem sein. Von wegen. Da möchte man doch am liebsten dem Sitznachbarn das Gepäck um die Ohren schlagen, so bequem ist das.

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Bequem ist anders: So und ähnlich sieht Schlafen auf Reisen aus. (Bild: Colourbox.com)

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Nehmen wir einmal das Flugzeug: Wer sitzt schon gerne stundenlang auf einem Platz, der etwa so viel Bewegungsfreiheit bietet wie die Dünn-Hose ganz unten im Schrank aus schlankeren Zeiten?

Liegen im 110-Grad-Winkel

Der Platz auf dem Flugsitz ist so knapp, dass man dem Passagier vor einem spätestens dann am liebsten das Handgepäck auf den Kopf stellen - bzw. über den Kopf hauen - würde, wenn dieser seinen Sitz in Liegeposition bringt. Dann nämlich geht das letzte Stück Beinfreiheit flöten. Und sowieso, was heisst hier eigentlich Liegeposition? Wer liegt denn schon im 110-Grad-Winkel? Mehr als ein Appetithäppchen ist das nicht: Es wäre ganz angenehm, könnte ich mich ganz nach hinten klappen. Aber nichts gewesen.

Sind alle mitgebrachten und vorhandenen Unterhaltungsoptionen aufgebraucht, das Buch gelesen, die Zeitschrift durchgeblättert, die Musik gehört, die Filme gesehen, die Spiele gemacht, begibt man sich in Ruheposition. Bei genügend Schläfrigkeit gelingt es gar nicht schlecht, einfach den Kopf nach hinten fallen zu lassen, die Augen zu schliessen und einzunicken. Gut zum Dösen. Doch spätestens beim Übergang in tiefere Schlafsphären will der Körper Veränderung. Ab da wirds schwierig. Auf die Seite drehen, Beine anwinkeln, Füsse auf die vordere Armlehne schmuggeln, die Schulter des Flugnachbarn ansteuern, alles Dinge, die an so einen Flugsessel angeschnallt schwer zu bewerkstelligen sind. Wer beim Fliegen bequem schlafen kann, reist offensichtlich in der Business Class, und braucht hier gar nicht mitzureden.

Das Schweigen der Pendler

Etwas mehr Platz für bequemes Reisen bietet die Fahrt im Zug. Und auch die bessere Aussicht. Doch nach zwei Stunden in die vorbeifahrende Landschaft hinaussinnieren reicht auch das. Da nutzt man besser das Rattern der Räder auf den Schienen als Schlafliedchen. Hat man das Abteil für sich, heisst das also: Schuhe aus, Füsse hoch, Jacke zwischen Scheibe und Backe und ab ins Zauberland. Zumindest bis man beim Aufwachen blinzelnd bemerkt, dass sich der Zug in der Zwischenzeit gefüllt hat.

Peinlich. Zig Augenpaaren hilflos ausgeliefert. Wahrscheinlich hatte der Kopf stetig im Einnick-Aufwach-Takt gebaumelt. Griff an die Mundwinkel zur Sabberprüfung. Hoffen, dass man keine merkwürdigen Geräusche von sich gegeben hat. Oder auf alles und alle pfeifen und noch eine Runde drauflegen. Die Pendler unter Ihnen sind da ja bestimmt geübt darin. Welches also ist die bequemste Schlafposition auf Fahrten und Flügen? Posieren, fotografieren und mailen an community@20minuten.ch

(fvo)

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