Kuriose Ortsnamen

28. Juli 2010 16:20; Akt: 28.07.2010 16:49 Print

Nächster Halt: Das Paradies

Vom Paradiso bis ans Ende der Welt: Die Schweiz muss sich in Sachen kuriose Ortsnamen nicht verstecken. Kennen Sie auch solche Beispiele?

storybild

Viele haben bereits vermutet, dass das Paradies im Tessin sein muss. (Bild: Keystone)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Zu Tausenden zieht es in diesen schönen Sommerferientagen Wanderbegeisterte auf Hügel und Berge oder einfach übers Land. Bequemer ist allerdings ein Streifzug durch die Schweiz mit dem Finger auf der Landkarte - beispielsweise zu Orten mit kuriosen Namen.

In dieser Hinsicht hat die Schweizer Gipfelwelt so einiges zu bieten: beispielsweise den 2036 Meter hohen Aff (BE), den Schafgrind (GL) oder die Sieben Hengste (BE).

Im Kanton Wallis steht der Hüenerchnubel und im Berner Oberland können Bergsteiger dem Mönchsbüffel oder dem Ochs einen Besuch abstatten. Doch auch die mehr oder weniger holde Weiblichkeit lockt die Alpinisten, beispielsweise die Jungfrau (BE) oder die Wilde und die Zahme Frau in der Blüemlisalpgruppe (BE).

Mörder, Teufel und das Jammertal

Etwas gruseln dürfte einem bei der Besteigung des Mörders im Glarnerland. Gar der Teufel los ist auf dem Diablerets-Gletscher im Waadtland. An gewittrigen Tagen sollen dort die Teufel mit Felsbrocken nach dem markanten Felsturm Quille du Diable kegeln. So will es zumindest die Legende.

Die nächste Station der Reise wäre dann wohl das Jammertal bei Hofstatt (LU) oder les Enfers (JU). Die deutsche Bezeichnung für les Enfers, die Hell, ist heute nicht mehr gebräuchlich. Vom Namen her auch nicht sonderlich einladend klingen die Bschissni Matte (VS) und das Dräckloch (GL).

Ein Schelm, wer sich Böses dabei denkt

Ebenfalls im Glarnerland finden sich die Arschplanggen, wie aus einer auf dem Internetportal von Wikipedia publizierten Liste mit kuriosen Flurnamen hervorgeht.

Die Sprachwissenschaftler leiten den Namen aber nicht etwa von einem Körperteil her, sondern vom lateinischen Verb «ardere», was soviel heisst wie brennen.

Ein Indiz, dass an dem Ort im Glarnerland möglicherweise in früheren Zeiten Brandrodungen stattfanden, wie Heinrich Schmid in seinem Aufsatz «An der Westgrenze des Rätoromanischen» schrieb. Mit Planggen wird übrigens ein Abhang bezeichnet.

Himmlisch und romantisch

Geradezu himmlisch erscheint ein Besuch in Paradiso (TI) oder gleich in Liebergott bei Oberkirch (LU). Wer noch weiter reisen will, kann dies tun und zwar bis ans End der Welt. Dieses befindet sich in Magglingen oberhalb des Bielersees (BE).

Vielversprechend klingt auch der Ort Müntschemier (BE), denn er erinnert an das berndeutsche Wort «Müntschi», was so viel heisst wie Kuss.

Doch spätestens auf der Internetseite der Gemeinde ist Schluss mit der Liebelei. Vom romanischen «montem» (Berg) sei der Ortsname hergeleitet, heisst es dort.

Ferne Welten in der kleinen Schweiz

Gegen allfälliges Fernweh hilft vielleicht ein Abstecher nach Le Canada (JU), Bethlehem (BE) oder Moskau (SH). Der Vesuv, übrigens, steht hoch über dem Thunersee in der Gemeinde Heiligenschwendi (BE).

Wer nach so viel Rumreisen auf der Schweizerkarte Hunger bekommen hat, dem sei der Weiler Chäs u Brot bei Bern empfohlen.

Kennen Sie auch kuriose Orts- oder Flurnamen aus Ihrer Gegend? Schreiben Sie Ihre Beispiele ins Listing.

Twitter-Accounts von 20 Minuten Online
 
  • 20min
    Unser Haupt-Account: Die wichtigsten News aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.
     
  • 20min_sportnews
    Alles Wichtige aus der Schweizer und internationalen Sportwelt.
     
  • 20min_digital
    20 Minuten Digital: Social Media, Netzkultur, Computer und Gadgets.
     
  • 20min_people
    Schweizer und internationale Stars und Sternchen.