Roboter

15. Februar 2011 18:09; Akt: 15.02.2011 18:11 Print

Neue Lampe verarbeitet Fliegen zu Licht

Manche Haus-Roboter schlagen gleich zwei Fliegen mit einer Klappe: Um ihren Nutzen zu entfalten, bringen sie störende Mitbewohner zur Strecke.

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Tisch und Mausefalle zugleich: Die Maus kriecht durch das Tischbein nach oben, wo sie vom Tisch ausgetrickst und zu Energie weiterverarbeitet wird. (Bild: Materialbeliefs.com)

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Die Daniel Düsentriebs des Design-Departments an der University of London haben Geräte entworfen, die selbst für ihre Energie sorgen. So braucht man zum Beispiel den Lampenschirm-Roboter nicht an den Stecker anzuschliessen, sondern nur darauf zu hoffen, dass sich ein paar Insekten im Zimmer befinden.

Aus Fliege wird Strom

Im Lampenschirm, den James Auger und Jimmy Loizeau entworfen haben, befinden sich Löcher, die nervenden Fliegen zwar Zugang nach innen verschaffen, sie aber nicht mehr entkommen lassen. Einmal verendet fallen die toten Insekten in eine mikrobische Brennstoffzelle. Aus den Fliegenkadavern wird Energie generiert, und es wird Licht. Der Lampen-Roboter ist so eingestellt, dass die LED-Lichtchen sich einschalten, wenn die Hauslichter ausgeschaltet werden.

Nicht von Fliegen, sondern von Mäusen ernährt sich der Mausefalle-Couchtisch. Riechen die kleinen Nager Käse - oder übriggebliebene Krümel vom Kaffetratsch - können sie durch ein hohles Tischbein nach oben auf die Tischplatte gelangen. In deren Mitte wartet der Killer: Sensoren merken, wann die Maus am richtigen Ort steht, so dass sich im richtigen Moment ein Loch öffnet und das Opfer in den Tisch-Magen, oder besser gesagt in die mirkobische Brennstoffzelle, stürzt. Darin wird aus der Mahlzeit die Energie generiert, die der Roboter benötigt, um weitere Opfer aufzuspüren und einzufangen.

Symbiose mit düsterem Unterhaltungswert

Auger und Loizeau sowie Designer Alex Zivanovic haben weitere Roboter programmiert, die Spinnen die Beute aus dem Netz stehlen oder mit der Ausbeute eines Fliegenfängers die Zeit einer LED-Anzeige-Uhr zum laufen zu bringen.

Verkörpern solche Roboter die Symbiose zwischen Mensch und Maschine, wie wir sie in Zukunft antreffen werden? Die Helferchen vereinen Design mit Funktionalität und bieten gleichzeitig eine «düstere Form von Unterhaltung» wie es auf der Seite heisst, wo Mausefallentisch und Fleischfresserlampe vorgestellt werden.

Ihre Ideen

Ein Gerät, das als Selbstversorger funktionieren kann - haben Sie auch eine Idee für ein (fast) Perpetuum mobile? Vielleicht sind Ihnen auch schon Orte aufgefallen, an denen massenweise Energie produziert wird, die man anstatt verpuffen zu lassen für etwas anderes verwenden könnte. Wie zum Beispiel die Abwärme, die sich Energie-Häuser zu Nutze machen. Auch das von Max Frisch designte Letzibad wurde früher von der Abwärme der nahe gelegenen Siemenswerke geheizt.

Rotterdam erhielt vor einigen Jahren eine Disco, in der die Tanzschritte der Besucher in Strom verwandelt werden. Wie oder wo könnte man sonst noch Öko-Strom generieren? Schreiben Sie Ihre Ideen ins Talkback.

(fvo)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Michael Palomino (*1964) am 15.02.2011 23:52 Report Diesen Beitrag melden

    Magnetismus-Perpetuum-Mobile

    Mit Magnetismus ist es schon lange möglich, ein Perpetuum Mobile zu konstruieren. In diversen Schmuckgeschäften oder in Boutiken kann man das kaufen. Aber das wird einfach nie industriell umgesetzt, weil die ETH nicht daran forschen tut.

  • tomclancy am 15.02.2011 19:30 Report Diesen Beitrag melden

    coolio!

    Cool, bald kann ich mir die Müllsäcke sparen und den Müll verarbeiten lassen :-)

  • thurgauer am 15.02.2011 20:24 Report Diesen Beitrag melden

    Warme Luft ausnutzen

    Manager & Politiker mit Warmluftabsaugvorrichtungen ausstatten und die gewonnene Wärme zur Kaffeebereitung verwenden. So hätte auch diese Spezies noch einen Nutzen für die Allgemeinheit ;-)

Die neusten Leser-Kommentare

  • Neo am 16.02.2011 07:01 Report Diesen Beitrag melden

    Matrix mit Tieren...

    Bei Matrix wurdne einfach Menschen dazu angeschlossen. Biologische Batterien... :) die Idee war also gar nicht so exzentrisch.

  • Bulloon am 16.02.2011 06:40 Report Diesen Beitrag melden

    Matrix

    Die Tiere merken nichts, sie leben in der MATRIX

  • Peschä am 16.02.2011 00:56 Report Diesen Beitrag melden

    Heizung und Licht in einem

    Mit CO2-freiem Wasser- und Atom-Strom kann man Glühbirnen betreiben. Diese spenden nicht nur schönes, warmes Licht, sondern wärmen auch noch den Raum.

  • Philip S am 16.02.2011 00:51 Report Diesen Beitrag melden

    Karma...

    Wer Böses tut, dem passiert Böses. Wie wohl die "Rechnung" aussieht, wenn jemand x Lebewesen elendiglich verrecken liess...

  • Pat am 16.02.2011 00:02 Report Diesen Beitrag melden

    An Perversion kaum noch zu überbieten!

    Diese "Designer" gehören wegen Tierquälerei angeklagt. Eine Maus bei lebendigem Leibe zu verbrennen um damit eine Lampe zu betreiben ist derart krank, dass man sich überlegen sollte diesen Designer nicht in die Klapse einliefern zu lassen.

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