Alkohol-Umfrage

03. Juni 2011 07:12; Akt: 07.06.2011 11:21 Print

So trinkt die Schweiz

von Lukas Egli - Herr und Frau Schweizer sind gute Trinker: Sie schauen gern einmal zu tief ins Glas und geniessen den Rausch. Präventionskampagnen sehen sie kritisch, wie eine Umfrage zeigt.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Diese Zahlen dürften Präventivmediziner hellhörig machen - ebenso wie Restaurateure, Bierbrauer und Weinbauern. Denn getrunken wird in unserem Land viel. Nicht einmal jeder Zehnte gab in einer nicht-repräsentativen Umfrage von 20 Minuten Online an, gar keinen Alkohol zu konsumieren. Vielmehr trinkt unser Durchschnittsleser zwei- bis dreimal die Woche Alkohol. Und setzt er einmal an, nimmt er in der Regel mehr als drei Gläser zu sich. Das zeigen die Resultate unserer grossen Alkohol-Erhebung von letzter Woche, die wir anlässlich der neuen Präventionskampagne des Bundes (Dialogwoche 2011) durchgeführt haben.

Rekordverdächtige 16 755 Personen haben bei der Umfrage mitgemacht. Drei Viertel von ihnen gab an, «aus purem Genuss» zu trinken, ein Drittel gab sogar unumwunden zu: «Ich liebe den Rausch!» Und auch sonst haben die Schweizer offenbar ein entspanntes Verhältnis zu Freund Alkohol: Sie konsumieren mit Vorliebe Bier (71,2%) und Wein (41,9%), geniessen es mehrheitlich, gelegentlich beschwipst zu sein, und hatten auch schon mal einen Filmriss («In meiner wilden Zeit», 40,7%).

Wenig überraschend: Alkohol ist die Gesellschaftsdroge schlechthin. Nur gerade jeder Fünfte trinkt alleine zuhause; die grosse Mehrheit «güügelet» mit Freunden – zuhause, in Bars und Restaurants oder an Veranstaltungen.

Mit den Massnahmen des Bundes gegen Alkoholmissbrauch indes geht unsere trinkfeste Leserschaft hart ins Gericht. Fast die Hälfte gab an, die neue Kampagne, mit welcher der Bund den Dialog am Stammtisch suchte, nicht einmal zu kennen. Doch auch Aufsehen erregendere Kampagnen nützen nach Einschätzung der Leser nichts: Die Frage, ob die abschreckenden Anti-Raucher-Kampagnen einen Einfluss auf den eigenen Tabakkonsum hatten, beantworten 95% unmissverständlich mit einem «Nein». Mehr als die Hälfte unserer Leser ist der Meinung, dass es nicht Aufgabe des Staats ist, seinen Bürgern den Spass an Genussmitteln zu verderben. Unverzichtbar finden sie einzig die Kampagnen gegen HIV/Aids (90,8%), Alkohol am Steuer (80%) und Drogen (60,1%).

Wie Herr und Frau Schweizer zu den hohen Gesundheitskosten des Alkoholmissbrauchs stehen, bleibt offen.

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Claud Rochat am 04.06.2011 14:40 Report Diesen Beitrag melden

    Es lebe das Leben

    Diese Welt von heute kannst du nur noch mit dauerbesäuselung ertragen ,sowieso wenn man die vielen lustigen Kommentare der Blaukreuzfreunde liest.

  • Bertha Tokic am 03.06.2011 09:44 Report Diesen Beitrag melden

    Behandlungskosten eigenständig übernehme

    Ich arbeitete im Spital, bin jetzt in Pension. Wir hatten fast jedes Wochenende Rauschtrinker. Das waren meistens nicht angenehme Patienten.Ich denke dass diese Menschen und zum Teil ganz junge Leute die Spitalkosten aus der eigenen Kasse bezahlen sollten. Das würde vielleicht eine Sensibilisierung bringen.

    einklappen einklappen
  • D. Hugentobler am 03.06.2011 08:52 Report Diesen Beitrag melden

    Drogen?

    Die einzige Lehre, die wir aus diesem Bericht ziehen können: Alkohol wird nicht als Droge wahrgenommen...

Die neusten Leser-Kommentare

  • Peter Kirchner am 04.06.2011 21:41 Report Diesen Beitrag melden

    Gegen Staatseingriffe!

    Ich persönlich trinke selten Alkohol, aber in einem freien Land sollte auch jeder frei entscheiden können. Das geht den Staat nix an, der muss sich da nicht einmischen. Der Staat soll nur dort einschreiten, wo die Freiheit anderer eingeschränkt wird!

    • Stein am 05.06.2011 14:04 Report Diesen Beitrag melden

      Weiterdenken

      Meine Freiheit wird eingeschränkt, wenn mich eine Gruppe betrunkener Jugendliche anpöbeln.... Oder falls man morgens auf den Zug wartet und sich ein achso toleranter Raucher eine Zigarette anzündet und damit 10 weitere Nichtraucher einraucht... Ich danke dem Staat dafür, dass er nicht nur an die denkt die sich dauernd benachteiligt fühlen, sondern auch an die die es wirklich sind!

    • Renner am 05.06.2011 22:37 Report Diesen Beitrag melden

      Legalisieren?

      Das heisst, Sie sind für eine Legalisierung von Kokain, Heroin, Cannabis, Nacktwandern, Rauchen in Beizen?

    • W.Itten am 06.06.2011 08:16 Report Diesen Beitrag melden

      Ja legalisieren

      Ja Herr Renner das bin ich denn mit Verboten erreicht man nichts und alles was verboten ist reizt. Ausserdem hat man, mite der Legalisierung, mehr Kontrolle.

    • Raymund Zimmermann am 15.06.2011 09:21 Report Diesen Beitrag melden

      Meine Freiheit

      Ja, meine Freiheit wird eingeschränkt, wenn ich mit meinen Krankenkassenprämien die Kosten der Alkoholkranken bezahlen muss. Ich trinke auch gerne mal ein Glas Wein oder ein Bier....aber es sollte bei einem bleiben!

    • Hans B. Etter am 03.07.2011 22:29 Report Diesen Beitrag melden

      Alkoholmissbrauch != Alkoholkrank!

      Wenn ich einmal pro Woche drei oder vier über den Durst nehme, dann ist das vielleicht Alkoholmissbrauch, aber dadurch entstehen noch lange keine Gesundheitskosten. Also: Der allermeiste Alkoholmissbrauch betrifft ihre Krankenkassenprämien und damit Ihre Freiheit nicht.

    einklappen einklappen
  • T.G. am 04.06.2011 21:12 Report Diesen Beitrag melden

    Präventionskampagnen

    Diese ewigen Kampagnen des BAG gehen mir so was von auf den Senkel. Dieses Bundesamt muss unbedingt auf einen Viertel des jetzigen Personalbestandes reduziert werden. Herr Burkhalter handeln Sie endlich.

  • Man lebt nur einmal am 04.06.2011 15:48 Report Diesen Beitrag melden

    Kleinkarierte Schweiz

    Ich lebe seit einigen Jahren in der Dominikanischen Republik und hier ist es ganz normal, dass jeder uebrige Pesos in Alkohol und Tanz investiert wird. Noch immer bin ich froh in dieser froehlichen und sorglosen Kultur leben zu koennen, welche nichts hinterfragt und jeden Tag geniesst. Klar, ein ungesund lebender Mensch verursacht unter Umstaenden hoehere KK-Kosten, dafuer ist die Wahrscheinlichkeit aber auch groesser, dass dieser Mensch einige Jahre frueher stirbt . Wobei der gesunde Mensch im hohen Alter die Kassen klingeln laesst. Jeder soll doch so leben, wie er es fuer richtig haelt :-)

    • T.G. am 04.06.2011 21:20 Report Diesen Beitrag melden

      sorglos

      Jeden Tag sorglos genossen und nichts hinterfragt haben die in Griechenland auch jahrelang. Dafür dürfen WIR jetzt bezahlen. Danke sehr für solche Kulturen. Die bringen wirklich die Sonne in mein Herz....

    • André Gubelmann Brasilien am 04.06.2011 22:21 Report Diesen Beitrag melden

      Antwort auf:Man lebt nur einmal

      Bester Beitrag zu diesem Thema.In Brasilien wo ich lebe,ist es auch so.Jedes Wochenende Fest und Holdrio........André aus Belmonte-Bahia

    • Damdam am 05.06.2011 14:07 Report Diesen Beitrag melden

      Fest und Holdrio...

      Und da fragt sich die Welt wieso man solche Länder ausbeutet....?

    • Man lebt nur einmal am 05.06.2011 14:28 Report Diesen Beitrag melden

      Wirtschaftskrise aufgrund Feierabendbier

      @ T.G. Jetzt bist du aber irgendwie ins falsche Forum geraten. Oder ist Griechenland aufgrund des Alkoholkonsums in der Krise?! Die Dom.Rep. ist, obwohl 3. Weltland, jedenfalls auf keine Finanzspritzen angewiesen und im vergleich zu anderen Laendern relativ stabil. Dies u.a. aufgrund des Konsumverhaltens der Bevoelkerung. Ein Lebensgeniesser und sorglos zu zein, bedeutet nicht, ein unorganisiertes oder ein ueberriessenes Leben ohne Arbeit zu fuehren. @ Andre Gubelmann, Gruesse von der Insel... und trotz Regen mit Holdrio :-)

    • mario siegenthaler am 05.06.2011 14:40 Report Diesen Beitrag melden

      Alci.

      Dom.Rep.Tolle Weekendpartys ohne vorschriften,motto Leben und leben lassen,

    einklappen einklappen
  • Claud Rochat am 04.06.2011 14:40 Report Diesen Beitrag melden

    Es lebe das Leben

    Diese Welt von heute kannst du nur noch mit dauerbesäuselung ertragen ,sowieso wenn man die vielen lustigen Kommentare der Blaukreuzfreunde liest.

  • G. Arpagaus am 04.06.2011 13:09 Report Diesen Beitrag melden

    PROFILE!

    Ach ja genau, die Krankenkassen sollen von jedem Menschen ein genaues Profil haben. Wie viel und was er alles zu sich nimmt, was er in der Freizeit macht, was er bei der Arbeit macht, was für Kleider er trägt, was für ein Fahrzeug er fährt usw. Anhand dieses Profils und Millionenteuren Statistiken und Studien können sie dann individuell für jeden die Prämie berechnen. Nur, wer zahlt dann diese ganzen individuellen "Einschätz-kosten"? Leben und leben lassen! P.S : Die Ironie in diesem Beitrag ist nicht gekennzeichnet.

Twitter-Accounts von 20 Minuten Online
 
  • 20min
    Unser Haupt-Account: Die wichtigsten News aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.
     
  • 20min_sportnews
    Alles Wichtige aus der Schweizer und internationalen Sportwelt.
     
  • 20min_digital
    20 Minuten Digital: Social Media, Netzkultur, Computer und Gadgets.
     
  • 20min_people
    Schweizer und internationale Stars und Sternchen.