Urban Gardening

26. März 2014 15:51; Akt: 12.12.2014 10:54 Print

So werden Sie zum Guerilla-Gärtner

Es blüht noch nicht überall, wo Sie es gerne hätten? Mit diesen Tipps zum Guerilla Gardening kann jeder an öffentlichen Orten Blumen säen und so seine Umgebung verschönern.

Seedballs Timelapse - Gorilla Gardening Seedbombs from Gorilla Gardening on Vimeo.

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Sie spazieren durch Ihre Stadt und erfreuen sich am Frühling. Die Bäume blühen, die Gräser spriessen und die Blumen locken die ersten Bienen an. Dabei laufen Sie durch eine Allee und bemerken: Bäume hat es zwar, aber die Erde drumherum ist einfach ... Erde. Kein Gräslein, kein Blümchen sichtbar. Das finden Sie schade? Dann tun Sie etwas dagegen – Guerilla Gardening heisst die Lösung. Guerilla-Gardening-Pionier Maurice Maggi ging es bereits vor 30 Jahren so: «Damals herrschte in Zürich die krautfreie Pflege. Alle Pflänzchen um Bäume wurden braun gejätet oder mit Herbizid abgesprüht. Ich wollte damals vor allem mit Malven diese Orte beleben.» Und das hat er ungefragt gemacht. Mittlerweile hat sich eine regelrechte Community um die Guerilla-Gärtner gebildet, auch in der Schweiz. Sie wollen auch öffentliche Orte mit Blumen verschönern? Dann haben Sie hier einige Tipps.

1. Seedbombs

Sie haben sich entschieden und wollen dieses Guerillagärtnern mal ausprobieren. Aber woher holen Sie die Samen? Und welche nimmt man am besten? Erst einmal ist es wichtig, keine zu hoch wachsenden Blumen zu säen. Diese können den Verkehr behindern und abgeschnitten werden. Ansonsten ist man unter anderem mit folgenden Blumen gut bedient: Sigmarswurz, Bisam-Malve, Käsli-Kraut, Färberkamille, Wiesen-Flockenblume, Wegwarte, Wiesen-Margerite, Straussblütige Margerite, Wiesen-Salbei. Diese wurden 2013 gar von Grün Stadt Zürich verteilt, damit Bürger sie an öffentlichen Plätzen aussäen.

Auch eine Möglichkeit sind sogenannte Seedbombs bzw. Seedballs (die auch selbst leicht herzustellen sind). Diese gibt es unter anderem beispielsweise bei Gorilla Gardening, einem Berner Online-Shop. Dort werden die drei verschiedenen Sorten von Hand gemacht und enthalten Bio-Samen.

2. Der Ort

Wer wüsste das besser als Guerilla-Gardening-Profi Maurice Maggi: «Lockere Böden ohne grossen Bewuchs sind ideal, so können die Pflanzen Neuland besiedeln. Ich säe gerne bei neugesetzten Strassenbäumen und bevorzuge die Sonnenseite.»

3. Die Pflege

Viele Blumen sind mehrjährig und blühen erst im zweiten Jahr. Also ist Geduld gefragt. Dafür ist die Bepflanzung nachhaltig, weil die Blumen mehr als nur einmal blühen. Bei den Seedbombs muss so gut wie nichts gemacht werden. Wie schön es aussehen kann, wenn solch ein Bällchen zu leben beginnt, sehen Sie im Video oben.

4. Für Profis (und solche, die es werden möchten)

Vielleicht kommen Sie irgendwann an den Punkt, an dem sie nicht mehr einfach nur ab und zu etwas säen wollen, sondern es hat sie gepackt und sie wollen das mit dem Stadtgärtnern etwas aktiver betreiben. Da gibt es verschiedene Möglichkeiten. Urban Gardening liegt nicht erst seit Kurzem im Trend. Es gibt in den meisten Städten der Schweiz unzählige solcher stadtgärtnerischer Projekte und Quartiergärten, an die man sich anschliessen kann. Oft sind dies vernachlässigte Flächen auf Stadtgebiet, die von der ansässigen Bevölkerung bewirtschaftet werden.

Sind Sie Teil einer Garten-Gemeinschaft und suchen Menschen, die sich beteiligen wollen? Brauchen Sie noch Tipps für Ihren Stadtgarten oder wollen sich einfach vernetzen, um voneinander zu lernen? Dann nutzen Sie das Talkback!

(hum)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Marie-Claire am 28.03.2014 17:00 Report Diesen Beitrag melden

    Giant Sequoias

    Extreme Sports sind ja "in". Als Guerrilla Gardener sollte man Bäume wie Giant Sequoias an der Zürcher Bahnhostrasse oder in der ganzen Stadt pflanzen. Unsere Nachkommen hätten eine Riesenfreude.

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  • Urtica am 28.03.2014 21:11 Report Diesen Beitrag melden

    Damit es brennt und sticht...

    Damit unsere Parkanlagen nicht von Bürogummis, Handwerkern und anderem Volk während der Mittags- oder Raucherpause verschandelt werden, schlage ich Brennesseln und Stachelpflanzen vor.

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  • Booster am 28.03.2014 18:59 Report Diesen Beitrag melden

    "Königskerzen"

    sind mein Geheimtipp für ambitionierte Guerilla-Gärtner. Saatgut findet man an den Blütenstäden vom Vorjahr.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Pius Puent am 28.03.2014 22:22 Report Diesen Beitrag melden

    Sinnfrei

    "urban gardening" wurde in Betonwüsten wie Manhattan erfunden wo meilenweit kein Grashalm wächst. Offenbar wird noch immer jeder Furz von ennet dem Atlantik unreflektiert übernommen. Meistens sinnfrei.

    • Ken Hall-Wermelinger am 28.03.2014 23:44 Report Diesen Beitrag melden

      Durchfall

      Schlimmer als ein Furz (ich würde eher sagen ein Durchfall) ist es, alles von ennet dem Atlantik ohne jegliche Kenntnis herabzuwürdigen.

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  • Green Door am 28.03.2014 21:57 Report Diesen Beitrag melden

    Herausforderung!

    Der oder die Guerilla-GärtnerIn, die es schaffen, den versteinerten Sechseläutenplatz (einst -wiese) zu begrünen, sollen Guerilla-Gärtnermeister und -Meisterin genannt werden!

  • Urtica am 28.03.2014 21:11 Report Diesen Beitrag melden

    Damit es brennt und sticht...

    Damit unsere Parkanlagen nicht von Bürogummis, Handwerkern und anderem Volk während der Mittags- oder Raucherpause verschandelt werden, schlage ich Brennesseln und Stachelpflanzen vor.

    • Vivienne am 28.03.2014 22:24 Report Diesen Beitrag melden

      Auch noch

      Geschätzte Urtica: Du hast noch die Rentner vergessen, die (obwohl sie den ganzen Tag nichts zu tun haben) gerade während der Mittagspause ein schönes Plätzli im Park beanspruchen.

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  • ein Allergiker am 28.03.2014 20:46 Report Diesen Beitrag melden

    Blumen überall?

    Na vielen Dank auch. An die Allergiker denkt niemand? Alles bunt haben zu wollen ist Grund genug um andere zu ignorieren, ich weiss. Das ist so typisch für unsere Gesellschaft deren Individuen nur für sich denken können oder wollen...

  • Booster am 28.03.2014 18:59 Report Diesen Beitrag melden

    "Königskerzen"

    sind mein Geheimtipp für ambitionierte Guerilla-Gärtner. Saatgut findet man an den Blütenstäden vom Vorjahr.

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