«Komische Katze»

20. Februar 2019 14:02; Akt: 20.02.2019 15:11 Print

Pumababy Tikam illegal in Wohnung gehalten

Ein Mann hatte das junge Raubtier nach Deutschland geschmuggelt und führte es an der Leine Gassi. Dann fiel es der Vermieterin auf.

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Zugegeben, so ein Puma-Welpe ist schon ziemlich herzig, und viele von uns würden ihn wahrscheinlich am liebsten sofort adoptieren. Doch eine Raubkatze ist und bleibt kein Haustier und gehört erst recht nicht in eine Wohnung! Deshalb ist die folgende Geschichte auch so schrecklich. Ein Mann hat Tikam, so der Name dieses Puma-Babys, in Tschechien für etwa 2600 Franken einem Züchter abgekauft und im Auto illegal nach Deutschland gebracht. Das Pumamännchen war zu diesem Zeitpunkt zwei Monate alt und lebte fortan in der Wohnung des Mannes. Der Deutsche ging mit Tikam sogar an der Leine im Park spazieren. Erst als seine Vermieterin auf die «komische Katze» aufmerksam wurde, flog die illegale Haustierhaltung auf. Die alarmierten Behörden der Stadt Lahr in Baden-Württemberg beschlagnahmten darauf die Wildkatze und übergaben den Puma später der Tierschutzorganisation Vier Pfoten. Tikam war nicht einmal gegen Tollwut geimpft und musste deshalb unter Quarantäne gestellt werden. «Die Haltung eines Pumas in einer kleinen Wohnung ist nicht nur absolute Tierquälerei, sondern auch gefährlich für Besitzer und Nachbarn. Was jetzt noch klein und niedlich aussieht, ... ... entwickelt sich später zu einem bis zu 100 Kilo schweren Raubtier», sagte Florian Eiserlo von Vier Pfoten. Zudem sei eine Auswilderung jetzt nicht mehr möglich, weil der Puma ausschliesslich menschlichen Kontakt gehabt habe und in freier Natur nicht überleben würde. Doch die Tierschützer haben auf Facebook verkündet (siehe Post unten), dass sie ein neues Zuhause für Tikam gefunden hätten, wo sich der Pumawelpe bereits gut eingelebt habe. Die Rettung fand bereits kurz vor Weihnachten 2018 statt und schlägt jetzt im Netz nochmals hohe Wellen. «Immer öfter werden Wildtiere in fragwürdigen Umgebungen mitten in Europa gefunden», sagt Kieran Harkin, Leiter der Wildtierkampagnen bei Vier Pfoten. Ihre jüngsten Recherchen würden zeigen, dass viele Grosskatzen – vor allem Tiger – innerhalb der EU legal gezüchtet und an Privatpersonen, dubiose Zoos oder nach Asien verkauft würden. Glücklicherweise nahm Tikams Schicksal doch noch eine gute Wendung. Wir hoffen, dass der junge Puma nun ein friedliches Leben führen kann. Vier Pfoten hat übrigens eine Petition gestartet, durch die Unterstützer die Europäische Kommission auffordern können, den kommerziellen Handel mit Tigern endgültig zu verbieten, um die gefährdete Spezies vor grausamen Ausbeutungen zu schützen.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Elfe am 20.02.2019 16:44 Report Diesen Beitrag melden

    Streng geahndet werden

    Widtiere gehören nicht als Haustiere gehalten! Arme Jungtiere und arme Mütter die getrennt werden. Muss sehr streng geahndet werden. Danke 4 Pfoten

  • Wulline am 20.02.2019 17:07 Report Diesen Beitrag melden

    Handel

    Handel mit Tieren sollte grundsätzlich verboten werden. Dass dies heutzutage noch so verbreitet ist zeigt, wie rückständig die Welt eigentlich ist.

  • P. EIchert am 20.02.2019 14:54 Report Diesen Beitrag melden

    100Kg? wohl eher nicht

    Da übertreibt ihr mal wieder ein wenig. Ein Puma Männchen wird in der Regel zwischen 50 und 70 Kg. Bis 100 sind's dann doch noch ein paar Kilos mehr.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Heiner Birrer am 20.02.2019 18:49 Report Diesen Beitrag melden

    Find ich toll,

    dass der Halter sich so liebevoll um Tikam gekümmert hat und regelmässig mit ihm im Park war. Anderenfalls wäre er beim Chinesen im Kochtopf gelandet. Was aber nicht zusammenpasst: ein Puma ist und bleibt immer ein wildes Raubtier UND kann nicht mehr ausgewildert werden, da nicht mehr wild und kein Raubtier.

  • Schirna am 20.02.2019 17:51 Report Diesen Beitrag melden

    Ja so ist es

    Ein Solches Tier darf in der Schweiz nicht als Hauskatze gehalten werden ! Und das ist auch gut so. Die diese Tier gehöht in eiern Zoo und später in die gehört in einen Zoo oder gar in die Freiheit entlassen werden wenn er oder Sie etwas Gösser ist !

  • Wulline am 20.02.2019 17:07 Report Diesen Beitrag melden

    Handel

    Handel mit Tieren sollte grundsätzlich verboten werden. Dass dies heutzutage noch so verbreitet ist zeigt, wie rückständig die Welt eigentlich ist.

  • Elfe am 20.02.2019 16:44 Report Diesen Beitrag melden

    Streng geahndet werden

    Widtiere gehören nicht als Haustiere gehalten! Arme Jungtiere und arme Mütter die getrennt werden. Muss sehr streng geahndet werden. Danke 4 Pfoten

  • Cleo am 20.02.2019 16:01 Report Diesen Beitrag melden

    Bravo

    Danke für die Verlinkung zur Petition. Klar hab ich unterschrieben

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