Yuujou

12. Dezember 2018 10:08; Akt: 12.12.2018 10:08 Print

Einsamkeit ist so schädlich wie 15 Zigaretten am Tag

Das Schweizer Reiseprojekt Yuujou fokussiert auf Freundschaften. Es soll ein Zeichen gegen die globale Einsamkeit setzen.

(Video: Yuujou)
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Hast du gewusst, dass Fettleibigkeit und Luftverschmutzung weniger gravierend für unsere Gesundheit sind als der Mangel an Freundschaften und Beziehungen? Oder dass Einsamkeit so schädlich ist wie Rauchen?

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Tatsächlich sinkt das Risiko, frühzeitig zu sterben, um 50 Prozent, wenn Menschen starke soziale Bindungen haben. Das hat die Psychologieprofessorin Julianne Holt-Lunstad von der New York University herausgefunden, die seit Jahren auf dem Gebiet forscht und verschiedene Studien mit insgesamt 3,4 Millionen Probanden ausgewertet hat.

Generation Z fühlt sich oft einsam

Letzte Woche hat die preisgekrönte Wissenschaftlerin an einem Event des Schweizer Reiseprojekts Yuujou in New York über ihre Arbeit und ihre Erkenntnisse gesprochen. Einsamkeit sei die globale Epidemie unserer Zeit, sagte sie, und dass diverse Befragungen ergeben hätten, dass sich weltweit immer mehr Leute einsam fühlten. Vor allem die Generation Z, also die 18- bis 22-Jährigen, fühle sich oft allein.

Deshalb ist die Forscherin auch ein grosser Fan des Yuujou-Projekts, das die drei Schweizer Corinne und Yvonne Eisenring und Oliver Herren realisieren.

«Yuujou» ist das japanische Wort für «Freundschaft»

«Yuujou» ist Japanisch und bedeutet «Freundschaft» – und genau darum geht es. Im Frühling 2019 werden sechs Leute in zwei Teams von Berlin Richtung Tokio aufbrechen, in entgegengesetzter Richtung und ohne klare Route. Es gibt nur eine Regel: Der nächste Stopp muss bei einem Freund des aktuellen Gastgebers sein. Eine Reise entlang einer weltweiten Freundschaftskette also.

Wenn sich nach 100 Tagen alle in Japan treffen, ist das Experiment geglückt. Nämlich: in einer Zeit der absoluten virtuellen Vernetzung die reale Vernetzung von Menschen aus aller Welt zu erreichen.

Vor rund einem Monat wurde das Projekt mit einem Anlass feierlich in Zürich lanciert, gleichzeitig wurde das Online-Casting gestartet. Tausend Leute haben sich innert 24 Stunden registriert, innert drei Wochen waren es bereits mehrere Tausend Bewerbungen aus über hundert Ländern.

Yuujou goes New York, New York

Da das Gründungstrio multikulturelle Teams losschicken möchte, hat es Yuujou letzte Woche dann auch noch in New York vorgestellt. Der Event stiess auf grosses Interesse. Rund 150 Leute besuchten den Anlass, der vom schweizerischen Generalkonsulat in New York unterstützt wurde, das sich dafür einsetzte, dass Yuujou in der Metropole lanciert werden konnte: «Yuujou ist eine aussergewöhnliche Schweizer Projektidee, die eine Brücke in die Welt schlägt und die Bedeutung sozial gelebter Freundschaften unterstreicht. Und es ist ein tolles Beispiel dafür, wie innovativ und kreativ wir Schweizerinnen und Schweizer sind», sagt Matthias Dettling, Chef der Kulturabteilung.

Für das Experiment kann man sich hier noch bis zum 18. Januar 2019 bewerben. Die Teilnahme an der Yuujou-Reise ist für die Auserwählten kostenlos.

(lia)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Baslerbebbi am 12.12.2018 12:18 Report Diesen Beitrag melden

    Abmelken !

    Alkohol, Zigaretten, zuckerreiche Nahrung, Übergewicht - und jetzt noch die Einsamkeit. Vom Gefährlichsten spricht man nicht: Stress am Arbeitsplatz. Warum spricht man darüber nicht? Es gefährdet das "optimale Abmelken" der Mitarbeiter/innen sprich die Gewinne wären in Gefahr.

  • Thurborusse am 12.12.2018 13:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Allein aber nie einsam

    Wann ist man denn einsam? Wenn man vor langeweile nichts mit sich anzufangen weiss. Habe schon vor Jahren meinen ganzen Freundes- und Bekanntenkreis aufs minimum reduziert, seither geht es mir bedeutend besser. Lieber allein als ständig diese Selbstdarsteller oder kraftsaugenden Heulsusen um sich herum.

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  • Andrew Zollinger am 12.12.2018 10:27 Report Diesen Beitrag melden

    Kein Wunder

    Für viele ist es einfacher sich in eine idealisierte, digitale Scheinwelt zu verkriechen als reale Kontakte zu pflegen, mit dem Resultat, dass sie mit 25 Jahren Soziale Kompetenzen von 15 jährigen haben und kaum ein Gespräch oder eine Beziehung aufrechterhalten können.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Fragende am 14.12.2018 21:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Single

    Ich bin gerne alleine und fühle mich allein nicht einsam. Ich gehe auch sehr gerne alleine in die Ferien. Was macht dass ich mich dabei manchmal komisch fühle sind die Blicke der anderen. Dann und in schlechter Gesellschaft fühle ich allein. Geht es auch anderen so?

  • Kevin am 14.12.2018 11:29 Report Diesen Beitrag melden

    Unterschied

    Alleinsein ist nicht dasselbe wie Einsamsein.

  • Martin G. am 14.12.2018 08:32 Report Diesen Beitrag melden

    ausweitungsfähig

    Täglich Nachrichten lesen, sehen oder hören ist mindestens genau so schädlich wie Rauchen oder Einsamkeit. Zieht einen so richtig schön runter.

  • Leser am 13.12.2018 21:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Glauben versetzt Berge

    Solange es Menschen gibt, die glauben dass sie sich selber mit dem Gefühl, mit sich selber "klarkommen", würde sich ähnlich verhalten wie "stark zu rauchen", dann mag dies das Leben mancher Menschen ohne Paarbeziehungen betreffen. Wenn aber die Menschen, welche früher sterben, weil sie ihre unbefriedigenden Beziehungen NICHT ändern, glaube ich dass auch diese Statistik nachdenklich stimmen würde.

  • Carmen am 13.12.2018 20:37 Report Diesen Beitrag melden

    Dichtestress geht auf die Nerven

    Der Dichtestress finde ich persönlich grauenhaft. Zuviele Leute im Büro -Zwangesgemeinschaften nenne ich das. Ja ich geniesse meine Ruhe. Lesen, musizieren und Freunde treffen wann es mir passt. Habe viele Interessen. Museum besuchen, Ausstellung , muss nicht jedesmals jemand mitschlurfen. Gewisse Dinge sind alleine viel schöner und angenehmer. Binkein Herdentier.

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