Armut in der Schweiz

04. Januar 2010 15:04; Akt: 05.01.2010 10:28 Print

Wieviel Luxus steht Armen zu?

Die Caritas zählt zwischen 700 000 und 900 000 arme Menschen in der Schweiz. Doch der Begriff «arm» ist relativ, denn im Vergleich zu anderen Ländern geht es vielen Bedürftigen hierzulande gar nicht so schlecht. Welche Umstände müssten eintreten, damit Sie sich als arm bezeichnen würden? Oder: Welche Leistungen gestehen Sie Sozialhilfe-Empfängern zu?

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Wann ist ein Mensch arm? Colourbox.com

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In der Schweiz gelten andere Massstäbe, wenn es um die Definition des Begriffs Armut geht. Zumindest bei der Caritas. Sie zählt zwischen 700 000 und 900 000 Arme im Land. Das entspräche etwa 10 Prozent der Einwohnerzahl. Für ein wohlhabendes Land wie die Schweiz scheint dies viel. Auch Thomas Held, Direktor von Avenir Suisse, findet «Armut in der Schweiz» sei ein relativer Begriff, verglichen mit Armut in anderen Weltgegenden (20 Minuten Online berichtete).

Andere Länder, andere Standards

Tatsächlich geht es vielen Schweizer Sozialhilfe-Empfängern besser als ihren «Kollegen» in so manch anderem Land. Doch wann ist die Schmerzgrenze erreicht? Was sollen sie sich leisten dürfen? Schliesslich leben sie von der finanziellen Unterstützung der Steuerzahler. Ausgaben für Luxusartikel, also Güter, die nicht zum Überleben benötigt werden, stossen deshalb auf wenig Verständnis. Doch die Begriffe «zum Überleben notwendig» und «Luxusgüter» sind dehnbar. Je höher der allgemeine Lebensstandard in einem Land oder Kulturkreis ist, desto höher sind auch die Grundbedürfnisse der dort lebenden Menschen. Während zum Beispiel der Zugang zum Internet hierzulande vor 10 Jahren noch nicht selbstverständlich war, gilt er heute praktisch als unverzichtbar. Und in Brasilien etwa scheint das Thema Schönheit derart wichtig, dass vor gut einem Jahr sogar eine Aktion lanciert wurde, die Menschen mit einem Einkommen von weniger als 250 Franken eine kostenlose Schönheitsoperation ermöglichte.

Wann ist Schluss mit lustig?

Im Jahr 2005 gaben in einer repräsentativen Umfrage des «Beobachters» knapp 90 Prozent an, dass Sozialhilfe-Empfänger zweimal pro Woche Fleisch auf den Teller kriegen sollten. Auch Zahnhygiene (82 Prozent ja) und Urlaub auf Kosten der Steuerzahler (knapp 59 Prozent ja) stiessen durchaus auf Verständnis.

Wo ist Ihrer Meinung nach Schluss mit lustig? Wo hört das Recht auf Selbstbestimmung auf? Sollen Sozialhilfe-Empfänger beispielsweise rauchen oder Haustiere halten dürfen? Und was müsste eintreten, damit Sie sich selbst als arm bezeichnen? Machen Sie mit bei der grossen Umfrage rund um Armut und Sozialhilfe und diskutieren Sie darüber mit den anderen Usern im untenstehenden Talkback.

(hes)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Anna am 11.01.2010 17:33 Report Diesen Beitrag melden

    Solange hier Menschen..

    hungern müssen und kein anständiges Haus oder Bleibe haben, solage sollten sich die Schweizer Bürger dafür einsetzen, dass sich das ändert. In vielen Länder sieht man keine Penner - die werden gut versorgt. Ein so reiches Land wie die CH sollte sich daran ein Vorbild nehmen - ich bin nicht stolz CH zu sein - im Gegenteil - hier wird nicht gelebt - hier ist alles tod - und keiner merkt es - Schade - wie lange noch....

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  • Markus Lamperd am 31.01.2010 18:21 Report Diesen Beitrag melden

    Es wäre einfach

    Anstatt mit Filzclubs mehr Sozialfälle zu generieren,sollten die Politiker sich überlegen,wie sie Einheimische in Lohn und Brot bringen.Allen voran die FDP.

  • adelbert am 12.01.2010 13:29 Report Diesen Beitrag melden

    nicht mehr bekommen

    Soz Bezüger bekommen gutes Geld fürs nichts tun. Da darf man nicht noch Ansprüche stellen. Es gibt viele Arbeiter in der Schweiz, die über 40 Stunden pro Woche schuften sogar schwarz und weniger Geld auf der Kante haben als Soz. Bezüger... also bitte... Kuschelstaat hoch 2..

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Oietro Maniko am 13.03.2010 15:13 Report Diesen Beitrag melden

    Sozialhilfe

    Meine Lieben, unsere Sozialhilfe hätte genügend Geld, um allen richtig zu helfen, nur, unser Vater Staat unterstütz lieber unsere Banken mit X - Milliarden, damit die Gauner sich später die Dividenden und Boni teilen können. Wohlgemerkt mit unserem Geld, das wir dem Staat bezahlen. Irgenwann reichts, und ich verstehe, dass da Menschen eine urwut bekommen, mir geht's auch so!

  • Markus Lamperd am 31.01.2010 18:21 Report Diesen Beitrag melden

    Es wäre einfach

    Anstatt mit Filzclubs mehr Sozialfälle zu generieren,sollten die Politiker sich überlegen,wie sie Einheimische in Lohn und Brot bringen.Allen voran die FDP.

  • Philip S am 25.01.2010 02:05 Report Diesen Beitrag melden

    Den Überschuss erschiessen ?

    Bei Restrukturierungen werden Leute entlassen, die es nicht mehr braucht, egal ob die arbeiten wollen oder nicht. Es hat absichtlich keine Jobs mehr: mehr Überstunden und mehr Arbeitslose, anstelle Lastverteilung ! Die 4-Tagewoche ist längst überfällig. Steuergeschenke oben und mehr Druck unten, einen gerechten Bundes(ver)rat haben wir...

  • Fabio.T am 21.01.2010 15:14 Report Diesen Beitrag melden

    In die Fussstapfen der Eltern Teil 2

    Den Weg,den ich jetzt gehe,ist nicht bequem,aber es macht Freude,meinen Geist zu formen und zu gebrauchen und damit auch mein Lebensunterhalt zu verdienen.Ich hätte auch gleich in die Fussstapfen meiner Eltern steigen können,da der Staat meines Erachtens,nichts dagegen gehabt hätte.Eine Wohnung,hatte ich auch schon bekommen eine Staatwohnung,ich als 18 Jähriger Lehrling 2 ½ Zimmer für Fr.700.-die ich dann kündete nach meiner Ausbildung ich kann euch sagen da war der Teufel los an der Wohnungsbesichtigung es gab auch das eine oder andere Angebot.

  • Fabio.T am 20.01.2010 22:40 Report Diesen Beitrag melden

    In die Fussstapfen der Eltern steigen!?

    Das sind immer die selben Menschen, die meinen immer eine Antwort bereit haben zu wissen, obwohl sie von Armut keinerlei Ahnung haben und was es braucht um wieder aus dieser ungewollter, hinein geborenen Situation raus zu kommen, ich hatte niemanden der mich motivierte, es sah für mich so aus, als ob das so normal sei das ich mein gelt einfach bekomme, aber ich war froh das es immer nur im rahmen eines Taschengeldes war und ich unbedingt eine Ausbildung machen wollte um unabhängig zu sein. Den Weg, den ich jetzt gehe, ist nicht bequem, aber es macht Freude, meinen Geist zu formen und zu geb

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