Reise-Flop

04. Juni 2012 17:18; Akt: 04.06.2012 19:52 Print

Zu laut: Dreijähriger muss Flieger verlassen

Weil ihm das iPad weggnommen wurde, war der kleine Daniel nicht mehr ruhig zu kriegen. Er quengelte so lange rum, bis der Pilot zurück zum Gate rollte und die ganze Familie aus dem Flugzeug wies.

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Weil er sich nicht richtig angurten liess, durfte der dreijährige Daniel nicht mit nach Miami fliegen. (Bild: Photocase.com/misterQM)

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Stellen Sie sich vor, Sie sitzen im Flugzeug neben einem schreienden Kind. Ein Albtraum. Und jetzt stellen Sie sich einmal vor, das Kind wäre Ihres. Auch schrecklich, nicht? Vor allem, wenn Sie deshalb aus dem Flugzeug geworfen werden.

Dies passierte einer Familie, die für ein langes Wochenende mit Alaska Airlines von Seattle über Miami auf die Virgin Islands fliegen wollte. Die Mutter, die Grossmutter und das kleinere der beiden Kinder sollten in der ersten Klasse nach Florida fliegen, der Vater und der dreijährige Daniel kamen in der Econonmy Class unter, schreibt msnbc.com.

Nicht ohne mein iPad

Während die anderen Passagiere einstiegen und ihre Sitze einnahmen, sass der Bub still im Sitz und spielte mit dem iPad. Als vor dem Start alle elektronischen Geräte ausgeschaltet werden mussten, begann die Tragödie. Der Dreikäsehoch flippte aus, als ihm sein Spielzeug weggenommen wurde und er liess sich nicht mehr beruhigen.

Mark Yanchuk versuchte, seinen weinenden Sohn richtig hinzusetzen und ihm den Sicherheitsgurt anzulegen. Weil Daniel nun auf dem Sitz lag und die Bein über die Armlehne schwang, gelang das aber nicht wirklich. Die Beruhigungsversuche der Flight Attendants scheiterten ebenfalls. Gemäss Paul McElroy, dem Sprecher von Alaska Airlines, stellte sich das Kind derart quer, dass der Gurt irgendwann über seinem Hals einrastete. Erstickungsgefahr, fürchteten die Flugbegleiterinnen. Diese Gefahr bestreitet der Vater allerdings.

Ade Virgin Islands

Als das Flugzeug auf die Startbahn rollte, sass der Bub endlich aufrecht im Sitz. Doch zu früh gefreut, er wurde schon wieder zum Zappelphilip. Nachdem ein Flight Attendant den Kapitän informiert hatte, entschloss sich dieser, wieder zurück zum Gate zu fahren. Der Vater wurde gebeten, mit seinem Jungen auszusteigen und einen anderen Flug zu nehmen. Aus Sicherheitsgründen. Mit ihnen gingen auch die drei Familienmitglieder aus der ersten Klasse wieder von Bord.

Den angebotenen Flug am nächsten Tag wollte Yanchuk nicht annehmen. Er fühle sich nicht mehr wohl bei Alaska Airlines. «Ich finde, sie haben überreagiert», sagte er gegenüber msnbc.com, da ihm nicht einleuchtete, was an der Situation so gefährlich gewesen sein soll, dass sie die Maschine verlassen mussten. Die Flüge wurden zwar zurückerstattet, doch das Wochenende in der Karibik fiel ins Wasser.

Reisen des Grauens

Wer auch immer neben Daniel und seinem Vater sass, wird sich gefreut haben, während den fast sechs Stunden Flugzeit von der West- an die Ostküste der USA seine Ruhe gehabt zu haben. Für Yanchuks Familie hingegen war das wohl eines der unangenehmsten Ferienerlebnisse, hörte doch die Reise schon wieder auf, bevor sie richtig begonnen hatte.

Auch ärgerlich ist es, wenn man zwar losfliegt und ankommt, allerdings nicht dort, wo man eigentlich hinwollte. Dies passierte im Jahr 2006 dem Deutschen Tobi Gutt, der seine Freundin in Australien besuchen wollte. Bei der Buchung im Internet vertippte sich der damals 21-Jährige: Anstatt nach Sydney, Australien kaufte er sich ein Ticket nach Sidney, einem Städchen im US-Bundesstaat Montana. Erst beim Umsteigen in den verschneiten Bergen von Montana wurde ihm klar, dass da etwas nicht stimmen konnte, so «Bild». Bis er schliesslich seine Freundin im warmen Sydney in die Arme schliessen konnte, dauerte es nochmals etliche Flugstunden.

Reise ohne Ende, Reise mit zu frühem Ende - davon können Sie möglicherweise auch ein Lied singen. Erzählen Sie uns von Ihren Reise-Flops und Schreckensszenarien unterwegs. Entweder via Kommentar-Funktion oder gleich mit Foto per Mail an community@20minuten.ch.

(fvo)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • r. am 04.06.2012 19:16 Report Diesen Beitrag melden

    chapeau!

    es ist sicher besser für die Airline, bloss die Familie mit dem kleinen Quängler als Kunden zu verlieren, als all die anderen Passagiere... Ich wünschte, es würden alle Crews so handeln!!!

    einklappen einklappen
  • Anna am 05.06.2012 08:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Büenzlischwiizer

    Schockierend, wie die meisten Schweizer hier reagieren. Ich fliege oft mit meiner 4 Jährigen Tochter, um meine Familie zu besuchen. Der Flug kann, wie eben auch für Erwachsenen manchmal stressig sein. Kinder haben vor allem die Ab- und Anflugphase nicht gern, da man sich anschnallen muss. Ipads etc. gehören einfach in die heutige Gesellschaft und im Text ist überhaupt nicht klar, ob die Familie das Kind den ganzen Tag vor den iPad setzt. Weiter noch, finde ich es abschätzig, dann gleich die Eltern zu beurteilen, die ihre Kinder in die Krippe geben. Wo ist die Logik?

  • Vänn-1 am 06.06.2012 17:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Menschenskinder 

    Ich frage mich wo die Erziehung hin ist. Früher hatte man büchlein mit den Eltern wärend dem Flug angesehen oder dem Kind den Walkmen mit Kindergeschichten gegeben, so hat es auf jedenfall meine Mutter auch immer gemacht und ich war 2jahre als ich zum ersten mal fliegte....aber nein man drückt heute den Kindern ja lieber ein Iphone oder Ipad in die Hand.

Die neusten Leser-Kommentare

  • nani am 07.06.2012 22:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    tja..schlechte erziehung =das! 

    Bin ich die einzige (nicht nur von den teenagern, sondern von allen) die den Untergang der heutigen Kinder sieht? Schlimm Schlimm ich könnte ein Buch schreiben was ich alles schockierendes sehe!! ich will gar nicht wissen was die kleinkindern in ein paar jahren machen die kennen vill. das wort Buch nichtmal... :(

  • Vänn-1 am 06.06.2012 17:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Menschenskinder 

    Ich frage mich wo die Erziehung hin ist. Früher hatte man büchlein mit den Eltern wärend dem Flug angesehen oder dem Kind den Walkmen mit Kindergeschichten gegeben, so hat es auf jedenfall meine Mutter auch immer gemacht und ich war 2jahre als ich zum ersten mal fliegte....aber nein man drückt heute den Kindern ja lieber ein Iphone oder Ipad in die Hand.

  • Rösli Köhl am 05.06.2012 13:20 Report Diesen Beitrag melden

    Viel zu nett...

    Die Fluglinie war viel zu kulant, sehe keinen Grund für eine Rückerstattung des Fluges. Was kann die Airline für eine schlechte erziehung des Kindes? Ach so, ich vergass: Wir leben ja in der "Ritalin-Zeit", Eltern haben keinerlei Verantwortung...

  • Stefan am 05.06.2012 12:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Also das ist ja überreagiert völlig!

    Also wieso nehmen sie dem jungen das ipad weg! Ist ja gestörrt ich fliege immer mit dem ipad und spiele! Es hat ja ein flugmodus den man einschalten kann dan geht es! Also wirklich

  • Sabine am 05.06.2012 09:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kindererziehung beginnt am ersten tag

    Kindererziehung beginnt nicht erst mit drei jahren!! Manchmal ist es halt etwas anstrengend seine linie durcg zu ziehen, aber lohnen wird es sich auf alle fälle. Gute reaktion der fluggesellschaft!!

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