Zweites Leben

06. Juli 2014 07:10; Akt: 08.07.2014 12:10 Print

Ein Brandopfer als Cover-Girl

«The Australian Women's Weekly» zeigt auf dem Titel eine Frau mit schweren Brandverletzungen. Turia Pitt soll die glücklichste Frau der Welt sein.

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Am 2. September 2011 wurde die Ultramarathon-Läuferin in einer Schlucht von einem Buschfeuer überrascht. 25 Kilometer nach dem Start eines 100-Kilometer-Rennens durch das australische Outback findet Turia Pitt keinen Ausweg aus dem Inferno. Die Flammen verbrennen 65 Prozent ihres Körpers, ihren Kopf und ihr Gesicht. Sie verliert vier Finger der linken Hand und den rechten Daumen.

«Das Leben, das ich liebte, und das Gesicht, das mir geschenkt wurde, lösten sich an diesem Tag für immer auf», sagte Pitt zu den Medien. Heute, drei Jahre später, wagt die 26-Jährige den mutigsten aller Schritte: den in die Öffentlichkeit. Sie prangt auf der Juli-Ausgabe der Frauenzeitschrift «The Australian Women’s Weekly» auf der Titelseite.


«Ich dachte, die Leute mochten mich, weil ich gut aussehe.»

Im Mai hat sie den Prozess gegen die Veranstalter des Laufs um eine Millonen-Abfindung gewonnen. In der Zeit seit dem Drama hat sie auch ein neues Selbstbewusstsein gewonnen. «Jetzt stehe ich vor euch als neue – und verbesserte – Frau», sagt sie dem australischen Frauenmagazin und erklärt weiter: «Wir sind so viel mehr als unser Körper.» Früher dachte sie, die Leute mochten sie, weil sie gut aussehe und nicht wegen ihrer Persönlichkeit.

Zu ihren Zukunftsplänen gehören Heiraten und Kinderkriegen. «Mein Bauch ist nicht verbrannt. Wenn es so weit ist, wird mein Körper stark genug sein, ein Kind auszutragen.» Seit der Teenagerzeit ist sie mit Michael Hoskins zusammen, der auch in der schlimmsten Zeit nie von ihrer Seite wich. Die beiden sind ein glückliches Paar.


Heiratspläne: Michael Hoskins und Turia Pitt.

Zurzeit reist sie in der Welt herum, um das Bewusstsein für Brandopfer in weniger privilegierten Ländern zu fördern. Ausserdem hat sie dieses Jahr ein 20-Kilometer-Distanzschwimmen im Argyle River absolviert und ist mit dem Rad von Sydney zum Uluru gefahren. Zuvor musste Pitt mehr als hundert Operationen über sich ergehen lassen – innerhalb von drei Jahren.

«Ich mache viel lieber etwas, was mich glücklich macht, als dass ich zurückgehe zu einem negativen Moment in meiner Erinnerung. Es ist wie bei einem Albtraum. Den will man auch nicht noch mal haben. Ich habe abgeschlossen und bin weitergegangen.»

(mec)

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