50 Jahre in Ketten

09. Juli 2014 10:33; Akt: 09.07.2014 10:54 Print

Elefant weint dicke Tränen bei seiner Befreiung

50 Jahre wurde Elefant Raju gefangen gehalten. Er wurde missbraucht und geschlagen. In einer Nacht-und-Nebel-Aktion befreiten ihn Tierschützer. Raju weinte dicke Tränen.

Befreiungsaktion bei 03:45 (Quelle: Youtube/PatrynWorldLatestNew)
Zum Thema
Fehler gesehen?

50 Jahre Qualen hat ein Elefant im indischen Bundesstaat Uttar Pradesh über sich ergehen lassen müssen, meldet der «Independent». Seine Beine waren mit schweren Ketten gefesselt, scharfe Metall-Stacheln schnitten bei jeder Bewegung in sein Fleisch. Als Elefantenbulle Raju in der Nacht auf Freitag von der Tierschutzorganisation Wildlife SOS befreit wurde, seien ihm Tränen über das Gesicht gelaufen, berichten die beteiligten Aktivisten.

Die nächtliche Aktion wurde von der indischen Polizei und Staatsbeamten unterstützt. Raju war in die Fänge eines Drogensüchtigen geraten, der ihn jahrelang zum Betteln missbraucht und vernachlässigt hatte. Per Gerichtsbeschluss wurde entschieden, dem Quäler das Tier wegzunehmen.

Papier und Plastik gegessen

Der Besitzer, der keinerlei Dokumente vorweisen konnte, dass der Elefant ihm gehörte, hat es den Tierschützern nicht leicht gemacht und Raju noch mehr Ketten umgelegt sowie die Strassen blockiert, um die Befreiung mit dem Lastwagen zu verhindern.

Mehrere Stunden haben die Aktivisten gebraucht, um das Vertrauen des Elefanten zu gewinnen. Sie fütterten ihn mit Obst und sprachen ihm ruhig zu. Der abgemagerte Elefant hatte in seiner Not schon Papier und Plastik gegessen.

Loch in der Kasse

«Wir wussten, er spürt, dass wir ihn befreien», sagte Pooja Binepal, Aktivist von Wildlife SOS. «Elefanten sind hochintelligente Tiere, die erwiesenermassen auch trauern können. Man kann sich wohl nicht vorstellen, wie das Tier das letzte halbe Jahrhundert gelitten hat. Kartick Satyanarayan, Mitbegründer der Vereinigung, sagte: «Es war, als ob er das erste Mal nach sehr langer Zeit Hoffnung empfand.»

Raju ist jetzt im Naturschutzzentrum 500 Kilometer entfernt und wird auf einen schönen Lebensabend vorbereitet. Seine eiternden Wunden wurden verarztet und sind dabei, zu heilen. Er muss jetzt viel essen, um wieder zu Kräften zu kommen. Danach wird er mit zwei anderen Elefantenbullen zusammengeführt. Später werden die Bullen Gesellschaft von 5 Elefantenkühen bekommen. Bis dahin muss Raju gesund werden. In der Kasse der Organisation fehlen noch ca. 10'000 Pfund (rund 15'000 Franken) für das Projekt, aber man habe mit der Befreiung nicht zuwarten können.

(mec)

Twitter-Accounts von 20 Minuten Online
 
  • 20min
    Unser Haupt-Account: Die wichtigsten News aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.
     
  • 20min_sportnews
    Alles Wichtige aus der Schweizer und internationalen Sportwelt.
     
  • 20min_digital
    20 Minuten Digital: Social Media, Netzkultur, Computer und Gadgets.
     
  • 20min_people
    Schweizer und internationale Stars und Sternchen.