Mendoza, Argentinien

16. Juli 2014 08:57; Akt: 16.07.2014 08:57 Print

Rettet Arturo, den depressiven Eisbären!

Mit einer Facebook-Kampagne soll Arturo, Argentiniens letzter Eisbär, gerettet werden. Man bezeichnet ihn auch als «das traurigste Geschöpf der Welt».

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Arturo, der traurigste Eisbär der Welt, ist am 3. Juli 2016 im Alter von 31 Jahren gestorben. Im Jahr 2014 lief auf Facebook eine Kampagne, um Arturo, den letzten Eisbären in Argentinien, zu retten. Der Bär lebte seit mehr als 22 Jahren in der Anlage. Man nimmt an, dass Arturo seit dem Tod seiner langjährigen Gefährtin Pelusa im 2012 depressiv geworden ist. Arturo kam 1985 in den USA zur Welt und kam in Mendoza 1993 an. Hier lebte Arturo. Arturo war im Sommer Temperaturen ausgesetzt, die 40 Grad überstiegen. Eisbären wie er müssten in der Regel bei Temperaturen um minus 40 Grad leben. Experten sagten, dass sein Verhalten «abnormal» sei und fürchteten um seine geistige Gesundheit. Tierrechtsaktivisten versuchten verzweifelt, ihn in einen anderen Zoo mit tieferen Temperaturen zu verlegen. Im kanadischen Winnipeg gibt es das International Polar Bear Conservation Centre, das Arturos Bedürfnissen hätte entsprechen können. Der Mendoza-Zoo äusserte sich im Februar 2015 dagegen, dass Arturo in den Assiniboine Park Zoo in Winnipeg verlegt wird. Er würde die zweitägige Reise nicht überleben, lautete die Erklärung. Damit Arturo nach Kanada verschoben werden konnte, verlangte die kanadische Food Inspection Agency bestimmte Daten aus den vergangenen drei Jahren. Der Mendoza Zoo reichte die notwendigen Dokumente nie ein. Eine Greenpeace-Petition für die Verlegung von Arturo nach Kanada erzielte 200'000 Unterschriften. Arturo genoss immer wieder die kurze Zeit im kalten Wasser seines Beckens. Arturo war mit 31 Jahren nicht mehr der Jüngste. Eisbären werden in freier Natur 25 bis 30 Jahre alt. In menschlicher Obhut können sie 45 Jahre alt werden. Hin und wieder bekam er einen Eisklotz, mit dem er sich beschäftigen konnte. In diesem tristen Gehege fristete Arturo sein einsames Dasein. Viele Besucher des Zoos dokumentierten mit Videos die Verschlechterung von Arturos Zustand und stellten die Filme auf Youtube. Oft lag Arturo stundenlang apathisch im seichten Wasser. Arturo hatte sogar seinen eigenen Twitter-Hashtag.

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Arturo ist der wohl traurigste Eisbär der Welt: Seit dem Tod seiner Partnerin Pelusa vor zwei Jahren sitzt er alleine bei 40 Grad Hitze in einem Betonverschlag im Zoo von Mendoza, Argentinien.

Offensichtlich deprimiert liegt das 400 Kilogramm schwere Tier am Boden seines winzigen Zoogeheges in Mendoza und erduldet die 40 Grad warmen Temperaturen. Arturo fehlt es an allem – sein Pool ist gerade einmal 50 Zentimeter tief, er hat keinerlei Beschäftigung und nicht einmal mehr Kontakt zu Artgenossen.

Krankhafte Verhaltensweisen

Gerade der Kontakt zu anderen Eisbären scheint Arturo am meisten zu fehlen. Seit dem Tod seiner Gefährtin scheint sich der Vierbeiner vollkommen aufgegeben zu haben. Er zeigt abnormale und stereotype Verhaltensweisen, geht immer wieder vor und zurück, schüttelt dabei den Kopf und wirkt teilnahmslos.

Tierschützer und prominente Unterstützer, darunter Sängerin Cher, fordern die Verlegung Arturos in eine artgerechte Umgebung mit Kontakt zu Artgenossen. Der Zoo von Mendoza soll das Angebot eines kanadischen Reservats für Eisbären, das Arturo übernehmen wollte, ausgeschlagen haben mit der Begründung, dass der Bär den zweitägigen Transport nicht überleben würde.

Greenpeace sammelte indes bereits 160'000 Unterschriften für die Befreiung des depressiven Bären. Auf Facebook läuft die Kampagne «SavePolarBearArthur» und der Twitter-Hashtag #FreeARTURO steigt in den Trends immer höher.

(mec)

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