Schaufensterpuppen

15. Juli 2014 07:18; Akt: 15.07.2014 13:05 Print

XXL-Brüste, Schamhaar und Magersucht

Mannequins aus aller Welt in allen Grössen und Formen: Von mager bis kräftig gebaut, mal mit Riesenbrüsten oder mit dichtem Schamhaar – die regionalen Unterschiede sind deutlich.

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In den Schaufenstern manifestiert sich so mancher kultureller Unterschied: In Venezuela haben die Schaufensterpuppen nicht einfach grosse Brüste, sondern solche, die stark nach chirurgischem Eingriff aussehen. In Miami (USA) sind die Mannequin-Brüste zwar auch übergross, aber sehen nicht so unnatürlich aufgesetzt aus wie die venezolanischen. Bademode an einer anatomisch korrekten Puppe, deren Körperbau aber höchstens einem Promille der Bevölkerung entspricht. Drei verschiedene Oberweiten in einem Schaufenster. Zum Vergleich: Die Büste entspricht den gängigen Grössen bei Schaufensterpuppen. Die Frau dahinter hat so ziemlich die Durchschnittsmasse der amerikanischen Frauen zwischen 20 und 50 Jahren. Superschlanke asiatische Schaufensterpuppe mit normaler Oberweite. Grössenmässig realistische Schaufensterpuppe aus Japan. Diese anorektische Puppe im Schaufenster von La Perla hat in New York für einen Aufschrei gesorgt. Die magersüchtige Puppe war mitverantwortlich für einen grösseren Umsatzeinbruch beim Lingerie-Hersteller. Auch GAP in London und New York haben sich mit Schaufensterpuppen mit Streichholzbeinen dem Kreuzfeuer der Kritiker ausgesetzt. Das rechte Bild ist aus dem Schaufenster von Club Monaco. Auch diese Mager-Mannequins haben den Umsatz nicht angekurbelt. Da tickt Schweden schon ein wenig anders: Auszug aus dem Katalog von Mannequin-Hersteller Hindsgaul. So sehen die Mannequins im Einsatz aus. Schöne Frauen mit normalen Figuren. Südafrika - Idealfigur - realistisches Mannequin. American Apparel überraschte 2013 mit dichtem Schamhaar. Auch Mannequins für Umstandsmode haben realistische Formen. Eher schräg sind die Schaufensterpuppen, die dem Computerspiel «Sims» entnommen zu sein scheinen. Eine chinesische Schaufensterpuppe. Creepy. Oder wie wärs mit einem Präsidenten fürs Schaufenster? Hier das Modell Obama. Augen schläfenseitig an der Stirn: Dieses Modell aus Südafrika ist zumindest gewöhnungsbedürftig.

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Schaufensterpuppen ändern sich nicht nur im Laufe der Zeit, sie unterscheiden sich auch in der Physiognomie je nach Land oder Erdteil. In Südamerika scheint man Schaufensterpuppen zu mögen, die mit Riesenbrüsten ausgestattet sind, wie sie vom kosmetischen Chirurgen geformt werden.

Im Süden der USA mag man die Oberweite ähnlich gross, aber die Mannequins sind dort deutlich natürlicher geformt. Die meisten Puppen tragen Grösse 34 bis 36, während der Durchschnitt in Nordamerika eher 38 bis 40 trägt. Immerhin nehmen die Puppen so nicht die gängigsten Grössen aus dem Gestell.

Sichtbare Wirbelsäulen und Schlüsselbeine

Während man Grösse 34 bis 36 als erstrebenswert ansieht, sorgen Schaufensterpuppen, die nach unterernährten Menschen geformt sind, regelmässig für einen Aufschrei. 2010 erwischte es die Kleiderläden von Gap, in denen die Schaufensterpuppen streichholzdünne Beine zeigten. Auch die Schaufenster von La Perla und Club Monaco in Manhattan wurden geschmäht wegen der Puppen mit deutlich sich abzeichnenden Wirbelsäulen und bis zu den Schultern sichtbaren Schlüsselbeinen.

Das pure Gegenteil in Schweden: Dort vertreibt der Hersteller Hindsgaul sogenannt naturalistische bis zu Plus-Size-Mannequins mit grossem Erfolg. Die Schaufensterpuppen sind geformt wie richtige Frauen: mit einem Bäuchlein und etwas Speck auf Hüften und Oberschenkeln. Offenbar sind die Puppen über Schweden hinaus ein Riesenerfolg.

Und dann gibt es noch die schrägen Puppen: Menschenkörper mit dem Kopf vom grossen, bösen Wolf, Puppen mit Gesichtern von US-Präsidenten, Zombies, Aliens, Zwergen und lachenden Menschen. Noch vielfältiger, als es die Menschen schon sind.

(mec)

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