Unerklärliche Abbuchungen

09. Juni 2011 07:10; Akt: 09.06.2011 08:54 Print

iTunes wird geplündert

von Daniel Schurter - Im Internet häufen sich die Beschwerden über iTunes: Zahlreiche Kunden-Guthaben haben sich in Luft aufgelöst. Vermutlich sind Kriminelle am Werk.

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Schwupp da war das Guthaben weg: Offenbar plündern Gangster auf iTunes Nutzerkonten.

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«Wurde iTunes gehackt?», fragt das seriöse deutsche IT-Portal golem.de. In den vergangenen Wochen hätten immer mehr iTunes-Nutzer von unerklärlichen Abbuchungen berichtet. Im Fokus steht das iPhone-Spiel «Kingdom Conquest» von Sega. Das Game soll ungefragt sogenannte In-App-Käufe verrechnen und so die iTunes-Guthaben der Spieler belasten.

Abbuchungen sollen aber auch bei iTunes-Kunden erfolgt sein, die das Spiel gar nicht installiert hatten. Im offiziellen englischsprachigen Apple-Forum gibt es Hunderte erboste Einträge. Dort sind auch Meldungen zu «falschen» Belastungen durch andere Apps zu finden. Das News-Portal «Betanews» berichtet von weiteren mysteriösen Abbuchungen, unter anderem durch eine Poker-App.

Beträge rückerstattet

Dass es sich um kriminelle Attacken und nicht um technische Probleme bei iTunes handelt, ist anzunehmen. Apple hat bislang nicht offiziell Stellung genommen zu den Vorfällen - trotz zahlreicher Medienanfragen. Nicht bestätigt sind darum auch verschiedene Meldungen im Netz, dass Apple den iTunes-Kunden anstandslos die verschwundenen Beträge zurückerstattet habe.

«Betanews» hat die Probleme publik gemacht und Dutzende Fälle untersucht. Demnach hatte praktisch jedes Opfer eine oder mehrere iTunes-«Geschenkkarten» verwendet, um das Guthaben aufzustocken. Mit solchen Karten, die auch im Supermarkt verkauft werden, können kleinere Beträge dem Konto gutgeschrieben werden. Ein weiteres Muster: Bei Betroffenen wurden in den iTunes-Einstellungen die Informationen zur Zahlungsmethode entfernt. Dies deute daraufhin, dass Apple das Problem kenne und aktiv dagegen vorgehe. Einen vergleichbaren Fall dokumentiert auch «TUAW».

Betroffene Schweizer?

Wie viele Nutzer in der Schweiz bislang betroffen sind, ist nicht bekannt. Einigermassen beruhigend ist, dass das erwähnte Sega-Spiel nicht über den Schweizer iTunes-Store bezogen werden kann. Wer den iTunes-Link aufruft, sieht folgende Fehlermeldung: «Der von Ihnen gewünschte Artikel ist zurzeit nicht im schweizerischen Store erhältlich.» Er sei jedoch im amerikanischen Store verfügbar. Man muss also lediglich einen US-iTunes-Account einrichten, um das äusserst populäre Game herunterzuladen.

In Deutschland haben die Vorkommnisse für einiges Aufsehen gesorgt: «SEGA-Spiel plündert iTunes-Guthaben», schreibt das laut eigenen Angaben grösste deutsche Online-Magazin für das iPhone.

Die Entwicklerfirma Sega hat bereits jede Schuld von sich gewiesen. Man sei nicht in die iTunes-Abrechnungen involviert und habe auch keine Einsicht in die von iTunes gespeicherten Kundendaten. Der Ball liegt also ganz klar bei Apple.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Pc Ianer am 10.06.2011 16:29 Report Diesen Beitrag melden

    i-nTop?

    i-wasauchimmer: Apple verdient mit und vielleicht merken es jetzt alle: der angebissene Apfel ist keine Deut besser als etwas anderes - aber geil! und so zahlt man fröhlich weiter... selber schuld!

  • Stephan Studer am 09.06.2011 12:41 Report Diesen Beitrag melden

    Ebenfalls Guthaben weg...

    Ich schliesse mich den Betroffenen an, eine Rechnungskopie in welcher mir Guthaben für eine Poker-App inkl. Chips im Wert von 45.- abgezogen wurde. Nachdem ich mich an den Support gewendet habe, wurde der Betrag zurück erstattet...ich hoffe dies geschieht nicht noch einmal...grml...

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  • Markus Kohler am 09.06.2011 12:23 Report Diesen Beitrag melden

    Geld abbuchen ohne Erlaubnis....

    Bei mir wurde auch ohne meines wissens Geld abgebucht. Nach mehreren Wochen gelangte ich mal an eine zuständige Person. Mir wurde so zu sagen ein Schweigegeld von Fr. 260.00 angeboten, habe dies abgelehnt und warte nun halt immer noch auf mein Geld. Die Medien wurden informiert, das Interesse war aber auch sehr klein....

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Jess am 13.06.2011 18:19 Report Diesen Beitrag melden

    1.1o CHF weg

    ich hab gestern noch mehr draufgehabt aber jetzt sind plötzlich 1.10 CHF weg. Aber wegen 1.10 mach ich jetzt nicht ein riesen Drama

    • User24 am 14.06.2011 15:51 Report Diesen Beitrag melden

      Vielleicht Whatsapp?

      Whatsapp gekauft (kostet 1.10) ?

    • tracert am 15.06.2011 23:45 Report Diesen Beitrag melden

      1.10 CHF weg

      wenn das 100'000 sagen wirds schon spannend ...

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  • uncharted lands am 13.06.2011 17:45 Report Diesen Beitrag melden

    100% Sicherheit gibt es nicht

    Tja, Sony wurde attackiert - dann wurde gemotzt... Apple scheint attackiert zu werden - sogar Atomanlagen werden Ziel von Cyberattacken. Nun sollte jedem klar sein, dass es keine 100% Sicherheit gibt!

  • sambu toki am 12.06.2011 10:17 Report Diesen Beitrag melden

    Verfaulter Apfel

    Ich kaufe zum Glück immer iTunes-Karten und gebe nicht gleich meine MasterCard-Daten an. Da ich Samsung-Kies habe, läuft das Ganze auch super im Android-Market.

  • Chris am 12.06.2011 08:41 Report Diesen Beitrag melden

    Am Kunden vorbei entwickelt

    Mobile Wallets sind nur so sicher wie ihre Passwörter. Wer dasselbe Passwort für mehrere Internet Dienste verwendet, ist potentielles Opfer. Und das sind nach Schätzungen über 95%. Nun lieber Steve Jobs, kann man die Schuld dem Kunden geben, aber das entspricht doch eigentlich nicht deiner Philosophie, oder?

  • Pc Ianer am 10.06.2011 16:29 Report Diesen Beitrag melden

    i-nTop?

    i-wasauchimmer: Apple verdient mit und vielleicht merken es jetzt alle: der angebissene Apfel ist keine Deut besser als etwas anderes - aber geil! und so zahlt man fröhlich weiter... selber schuld!