Zu teure E-Books

16. Mai 2012 06:49; Akt: 16.05.2012 10:00 Print

Sammelklage gegen Apple zugelassen

Laut einer US-Richterin liegen «umfassende» Hinweise auf Absprachen zwischen Apple und mehreren Verlagshäusern vor. Der Schaden geht angeblich in die Millionen.

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Laut Anklage sollen sich Apple und die Verlage im Herbst 2009 zusammengetan haben, um die Preise für E-Books um einige Dollar nach oben zu drücken. (Bild: Keystone/AP/Lai Seng Sin)

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Apple und mehrere Verlagshäuser müssen sich vor Gericht für angebliche illegale Preisabsprachen bei E-Books verantworten. Richterin Denise Cote lehnte am Dienstag deren Antrag ab, die Sammelklage fallenzulassen, die die Regierung in Washington gemeinsam mit mehreren US-Staaten eingebracht hatte.

Es lägen «umfassende Hinweise» auf Absprachen vor. So habe der verstorbene Apple-Mitgründer Steve Jobs gegenüber Verlegern erklärt, dass die Kunden «etwas mehr bezahlen» und die Preise bei Apple und auf dem Online-Verkaufsportal Amazon gleich hoch sein würden, hiess es in der schriftlichen Urteilsbegründung Cotes.

Vergleich erzielt

Konkret geht es um Vorwürfe, wonach Apple und die Verlage sich im Herbst 2009 zusammengetan hätten, um die Preise für E-Books um einige Dollar nach oben zu drücken. Amazon verkaufte sie zu diesem Zeitpunkt für 9,99 Dollar. Laut der Klage lag den Verlegern der Preis zu weit unter dem von gebundenen Büchern und Apple sorgte sich kurz vor dem Start des iPads um seine eigene Marktposition.

Die US-Regierung hat mit einigen Verlagen bereits einen Vergleich erzielt, geht nun aber weiterhin gerichtlich gegen Apple und die Verlage Holtzbrinck und Penguin vor.

Ursprünglich sechs Verlage betroffen

In der Sammelklage hatten Konsumenten im vergangenen August Apple sowie die Verlage HarperCollins, Simon & Schuster, Hachette, Macmillan, Penguin und Random House verklagt. Im April dieses Jahres hatte zudem das US-Justizministerium wegen des Verdachts auf Preisabsprachen für E-Bücher ein Kartellverfahren gegen Apple und zwei grosse Verlagshäuser eingeleitet (20 Minuten Online berichtete).

Den Angaben zufolge richteten sich die Absprachen vor allem gegen die Preispolitik von Amazon. Als Konsequenz der Absprachen hätten die Kunden für E-Bücher «Dutzende Millionen Dollar zusätzlich» zahlen müssen. Im Dezember hatten bereits die europäischen Wettbewerbshüter ein Kartellverfahren gegen Apple und mehrere Verlage eingeleitet.

E-Bücher sind Bücher, die auf elektronischen Geräten gelesen werden. Es gibt spezielle E-Book-Reader, die nur diesem einen Zweck dienen - wie den Amazon Kindle. Daneben lassen sich E-Bücher auch auf Computern oder Smartphones lesen. Hauptkonkurrenten für die klassischen E-Book-Reader sind aber Tablet-Computer wie das iPad von Apple.

(dsc/ap)