Apple WWDC 2010

07. Juni 2010 18:14; Akt: 28.06.2010 16:35 Print

Das kann das iPhone 4

von Manuel Bühlmann/Franziska Voegeli - FaceTime, HD-Videos und Multitasking: Der Apple-CEO hat soeben das neue iPhone präsentiert. In den USA beginnen die Preise bei 199 Dollar. Ab Juli wird es auch in der Schweiz angeboten.

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Steve Jobs stellt das neue iPhone 4 vor. FaceTime: Mit Hilfe einer zweiten Kamera, die in der Front eingelassen ist, wird erstmals auch Videotelefonie unterstützt. In der USA beginnen die Preise mit einem AT&T-Vertrag bei 199 US-Dollar (16 GB Speicher). Ab Juli wird es auch in der Schweiz angeboten. Das iPhone 4 gibts wahlweise in schwarz oder weiss. Es ist deutlich schlanker als die Vorgängerversion. Das Gerät, auf das Technikfans rund um den Globus gewartet haben, wird von allen Seiten präsentiert. Für die Lautstärkeregelung kommen neu zwei Knöpfe anstelle einer Wippe zum Einsatz. Die Auflösung des Displays wurde auf 326 Pixel pro Inch vervierfacht, wodurch Bilder und Schriften deutlich schärfer dargestellt werden können. Links das 3GS, rechts das neue iPhone 4. Alt und neu nebeneinander. Und das verbirgt sich im Gehäuse. Mit Hilfe des Gyroscopes werden Bewegungen genauer erfasst. Dies soll sich vor allem bei Games bemerkbar machen. Kamera mit 5 Megapixel und LED-Blitz: Damit lassen sich HD-Filme aufnehmen. Qualitätswahl. Mit Hilfe von iMovie können die selbstgedrehten Filme bearbeitet und mit Special-Effects unterlegt werden. iMovie fürs iPhone soll für 4.99 Dollar im App-Store erhältlich sein. Suchen mit dem iPhone 4: Neu auch mit Bing und Yahoo. iBooks: Die Texte der eBooks lassen sich ohne Zusatzkosten zwischen dem iPad und dem Apple-Smartphone austauschen. iAds: Interaktive Werbung. Die Entwickler sollen 60 Prozent der damit erzielten Einnahmen erhalten. FaceTime: Videotelefonie dank Frontkamera. Das iPhone hat sich in den USA bereits 28 Prozent Marktanteil erkämpft. Die ersten Bilder eines Prototypen wurde auf gizmodo.com Mitte April veröffentlicht. Als Konsequenz dürfen die Gizmodo-Blogger dieses Jahr nicht an der WWDV teilnehmen. Für das iPad stehen mittlerweile 8500 Apps zur Verfügung.

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Die Katze ist aus dem Sack: Steve Jobs hat das iPhone 4 angekündigt. Technik-Fans werden es wieder erkennen. Der US-Blog Gizmodo hatte identische Bilder schon Mitte April veröffentlicht. Die Gerüchte der vergangenen Wochen haben sich bestätigt: Es verfügt zusätzlich über eine Frontkamera. Damit wird es etwa möglich, an Videokonferenzen teilzunehmen. Die Kamera auf der Rückseite wurde um einen LED-Blitz erweitert und löst mit 5 Megapixel aus. Die Auflösung des Displays wurde auf 326 Pixel pro Inch vervierfacht, wodurch Bilder und Schriften deutlich schärfer dargestellt werden können. Es ist mit 9,3 mm schlanker als seine Vorgängerversion. Ein zweites Mikrofon soll dabei helfen, Nebengeräusche herauszufiltern und so die Sprachqualität zu verbessern.

FaceTime, besserer Akku, HD-Video und iMovie

Jobs demonstriert, wie die Videotelefonie, er nennt es FaceTime, auf dem iPhone 4 funktioniert. Da es dabei allerdings zu Unterbrechungen kommt, bittet er die Anwesenden, das WiFi auszuschalten. FaceTime funktioniert bislang ausschliesslich über WiFi. Apple soll sich aber in Verhandlungen mit Netzbetreibern befinden, damit zu einem späteren Zeitpunkt auch übers Mobilfunknetz videotelefoniert werden kann.

Wie im Vorfeld vermutet, funktioniert es wie das iPad mit einer Micro-SIM-Karte. Im Innern taktet ein A4-Chip. Der maximale Speicherplatz ist auf 32 GB beschränkt. Mit Hilfe des Gyroscopes werden Bewegungen genauer erfasst. Dies soll sich vor allem bei Games bemerkbar machen.

Ein Schwachpunkt des iPhones war bislang die bescheidene Akkuleistung. Einmal voll aufgeladen, soll der neue Akku genügend Saft für 300 Stunden Standby liefern. Jobs verspricht zehn Stunden Videogenuss, ohne dass das iPhone an die Steckdose muss. Die iPhone-Kamera auf der Rückseite filmt mit 720 Pixel bei 30 Bildern in der Sekunde HD-Videos. Der LED-Blitz dient als fixes Filmlicht. Mit Hilfe von iMovie (4.99 US-Dollar im App Store) lassen sich die selbstgedrehten Filme direkt auf dem iPhone 4 bearbeiten und mit Special-Effects aufpeppen.

Offizielles Demo-Video:

iOS4 steht ab Juni zum Download bereit

Durch die neue Version der Firmware wird endlich Multitasking ermöglicht. Damit lassen sich mehrere Anwendungen gleichzeitig öffnen. Die Apps lassen sich in personalisierten Ordnern verwalten, was der Übersichtlichkeit auf dem Display förderlich ist. Wie von Jobs an der D8 angekündigt, ist die Google-Suche nicht vom iPhone gekippt worden. Zusätzlich stehen nun auch die Microsoft-Suchmaschine Bing und Yahoo zur Auswahl. Das iOS4 steht ab dem 21. Juni zum kostenlosen Download bereit.

Droht nun die Werbeflut?

iBooks kommt aufs iPhone. Die Texte der eBooks lassen sich ohne Zusatzkosten zwischen dem iPad und dem Apple-Smartphone austauschen. Wer auf dem eine Gerät zu lesen beginnt, kann nach dem Snychronisieren an derselben Stelle auf dem anderen Gerät weiterlesen. Mit iAds sollen Werbungen einfach und attraktiv in die Apps integriert werden können. Die Entwickler sollen 60 Prozent der damit erzielten Einnahmen erhalten. Jobs ermuntert die anwesenden Entwickler die Werbung in ihre Apps einzubauen - die User dürften darüber weniger erfreut sein.

Ab Juli in der Schweiz erhältlich

Mit einem Vertrag von AT&T gibt es das iPhone 4 in den USA mit 16 GB für 199 US-Dollar, bzw. mit 32 GB für 299 US-Dollar. Es steht wahlweise in schwarz oder weiss zur Verfügung. Verkaufstart ist der 24. Juni, in der Schweiz wird es aber erst ab Juli erhältlich sein. Wie ein Informant aus Swisscom nahen Kreisen gegenüber 20 Minuten Online mitteilte, soll das iPhone 4 ab dem 19. Juli in den Swisscom-Shops angeboten werden. Die Swisscom-Pressestelle wollte sich dazu nicht äussern. Orange gab bekannt, dass das iPhone 4 in der Schweiz «in den kommenden Wochen» lanciert werde. Laut der Orange-Website soll es am 31. Juli soweit sein.

Ein paar Zahlen zu Apple

Wie immer begann Jobs seine Keynote mit ein paar Zahlen. Im Fokus stand anfangs Apples neuer Tablet-PC, das iPad. Alle drei Sekunden werde ein Gerät verkauft. Dafür stehen bereits 8500 Apps bereit. Sie wurden bereits 35 Million Mal runtergeladen. Der CEO zeigte ein paar seiner Favoriten, darunter «The Elements».

Danach sprach er über den App Store. Er betonte, dass Apple vollumfänglich HTML5 unterstützen würde. In der Vergangenheit beschwerten sich Entwickler immer wieder über lange Wartezeiten im Review-Prozess. Inzwischen sollen 95 Prozent aller eingereichten Apps innerhalb von sieben Tagen geprüft werden. Im App Store stehen bereits über 225 000 Applikation zur Verfügung.

App Store: 1 Milliarde Umsatz

Den Facebook-Klassiker Farmville ist auf dem iPhone gelandet und soll an Ende Juni im App Store bereitstehen. Auch «Guitar Heroe» wird für das iPhone und den iPod touch in Kürze ein Update erfahren. Es soll bereits 40 Millionen Mal verkauft worden sein. Mit Apps wie dieser soll bereits über eine Milliarde US-Dollar Umsatz generiert worden sein. Der iPhone-Marktanteil in den USA ist mit 28 Prozent mehr als drei Mal so hoch wie der Anteil an Android-Handys.