Kampf gegen «Leaks»

16. Juni 2011 16:43; Akt: 16.06.2011 16:44 Print

Wer Apple verrät, muss bitter bezahlen

Wegen dem iPad 2 wandern zwei Chinesen hinter Gitter. Sie sollen vertrauliche Informationen beschafft und an einen Zubehörhersteller verkauft haben.

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Zwei Foxconn-Mitarbeiter sollen die Abmessungen des iPad 2 sechs Monate vor der offiziellen Präsentation verraten haben. (Bildmontage: 20 Minuten Online)

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8,8 Millimeter anstatt 13,4 Millimeter: Das am 2. März dieses Jahres vorgestellte iPad 2 ist um einiges dünner als das Vorgängermodell. Hingegen sind Länge und Breite praktisch gleichgeblieben. Weil zwei Chinesen diese Informationen frühzeitig an Dritte weitergegeben haben, müssen sie nun ins Gefängnis.

Detaillierte Informationen zu zukünftigen Apple-Produkten, die noch in der Pipeline stecken, sind bares Geld wert. 3000 US-Dollar erhielt eine ehemalige Foxconn-Mitarbeiterin von einem chinesischen Zubehörhersteller. Dafür verriet sie ihm die Abmessungen des iPad 2 - sechs Monate bevor Apple den Tablet-Computer offiziell vorstellte. Um an die begehrten Informationen zu gelangen, stiftete die Frau ihrerseits einen Bekannten an, der in der Forschungs- und Entwicklungsabteilung des Apple-Zulieferers arbeitete.

Schutzhüllen online verkauft

Kurz nach dem Geheimnisverrat boten mehrere chinesische Zubehörhersteller auf ihren Webseiten passende Schutzhüllen an, obwohl das iPad 2 noch gar nicht auf dem Markt war. Daraufhin erstattete Foxconn Anzeige bei der Polizei.

Ein chinesisches Gericht ist kürzlich zu einem harten Urteil gekommen. Der fehlbare Manager des Zubehörherstellers wurde zu 18 Monaten Gefängnis und einer Geldstrafe von umgerechnet knapp 20 000 Franken verurteilt. Auch den Mann, der heimlich Fotos vom unveröffentlichten iPad 2 schoss, trifft es hart. Er muss für 14 Monate hinter Gitter und eine Geldstrafe von 13 000 Franken abstottern. Knapp 4000 Franken muss die Chinesin bezahlen und für 12 Monate ins Gefängnis.

Nachahmer abschrecken

Foxconn liess laut «Wall Street Journal» verlauten, dass man den Schutz des geistigen Eigentums sehr ernst nehme. Wer Geschäftsgeheimnisse verrate, müsse mit Konsequenzen rechnen. Laut «Wall Street Journal» ist Foxconn nicht zuletzt deshalb zum wichtigsten Zulieferbetrieb für westliche Elektronik-Konzerne geworden, weil man sich abschottet.

Apple selbst wollte keine Stellung nehmen. Das Unternehmen schützt sich mit allen erlaubten Mitteln gegen «Leaks», also das frühzeitige Nach-aussen-Dringen von vertraulichen Geschäftsinformationen.

(dsc)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Martin Müller am 16.06.2011 23:09 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht nur bei Apple so!

    Das ist bei JEDEM unternehmen so, es gibt so etwas wie eine GEHEIMHALTUNGSVEREINBARUNG die ALLE zu befolgen ahben.... das ist auch hierzulande so. Man unterschreibt einen Vertrag in dem man sich verpflichtet NICHTS zu verraten! Ansonsten drohen ebenfalls saftige Busse... aber wieder einmal etwas um gegen Apple zu wettern...

  • Dani am 16.06.2011 22:16 Report Diesen Beitrag melden

    Keine Überaschung

    Wie sonst sollte es möglich sein, dass die Marke Apple so viel Wert hat? Etwa weil Sie bessere Produkte haben? lol, bestimmt nicht! Lediglich durch Kontrolle, Abhängigkeit und Vorschriften ist so etwas möglich geworden...

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  • Jusuf Negürer am 16.06.2011 22:58 Report Diesen Beitrag melden

    netter Anfang

    schön wäre es, wenn es die Chinesen auch mit europäischen Urheber und Markenrechte auch so genau nehmen würden ...

Die neusten Leser-Kommentare

  • Macuser am 21.06.2011 12:28 Report Diesen Beitrag melden

    Apple macht (fast) alles richtig!

    Wer sein (geistiges) Eigentum schützt wird neuerdings angeprangert? Über Apple kreisen ja schon immer die Aasgeier, um eigenen Profit aus Jobs Ideen zu schlagen. Auch auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole, aber Apple gehört ins Lehrbuch und nicht an den Pranger!

  • E. Heck am 17.06.2011 08:05 Report Diesen Beitrag melden

    Time-To-Market

    Das finde ich super! Eine Schutzhülle für ein Produkt das es noch nicht gibt. Das ergibt eine negative Time-To-Market. Geschäftstüchtig sind die Chinesen, aber ob das legal ist?

    • M. Meier am 17.06.2011 09:01 Report Diesen Beitrag melden

      nicht ganz

      Herr Heck, nein, das ergibt keine negative Time-To-Market. Die Time-To-Market bezieht sich ja auf die Schutzhülle, und wird z.B. vom Zeitpunkt der Produktidee oder start Produktentwicklung (in beiden Fällen der Schutzhülle) bis zur fertigen Erstellung (immer noch der Schutzhülle) gerechnet. Sie machen einen komischen Quervergleich in dem Sie die Time-To-Market der Schutzhülle mit der Time-To-Market des iPads in Verbindung bringen. Auch dann wäre es nicht negativ.

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  • Donna am 17.06.2011 08:01 Report Diesen Beitrag melden

    Ganz normal

    Ich verstehe diesen Bericht nicht ganz. Er unterstellt Apple ein latent unmenschliches Geschäftsgebaren. Das ist aber nicht so. Es ist absolut normal, dass man bei einer solchen Aktion gekündigt wird. Es wurden schon Personen wegen wesentlich kleinerer Vergehen gekündigt. Wo es um viel Geld geht ist es nur richtig, dass solch klare Regeln gelten. Ich habe mit den Gekündigten kein Mitleid.

    • Bui Tuan Hai am 17.06.2011 09:54 Report Diesen Beitrag melden

      Mitleid?

      Kein Mitleid? Zum einen haben Sie Recht, weil das Verhalten der beteiligten Personen rechtswidrig war. Jedoch stellt sich jetzt die Frage, ob die Strafe angemessen ist? 12 Monate Haft und eine Geldstrafe für eine Frau, die jemand dazu angestiftet hat, die Maße des Ipad 2 preiszugeben? 12 Monate, man nimmt der Frau 365 Tage ihres Lebens.

    • Kapit A. Lismus am 17.06.2011 11:32 Report Diesen Beitrag melden

      miseable Löhne

      Man bedenke nur mal die miserablen Löhne. Diese ArbeiterInnen sind arme Schweine! Können doch teils nicht anders als sich so über die Runden zu bringen. Und wir? Völlig beschähmend, auf solche Produkte stolz zu sein.

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  • Shark am 17.06.2011 06:35 Report Diesen Beitrag melden

    Ist auch in der Schweiz so!

    Absolut richtig! Mir sind solche Fälle auch aus der Schweiz bekannt. Beispielsweise eine Delegation aus China die eine grosse Maschienenfabrik besuchte. Plötzlich machten diese von diversen Produkten Fotos (trotz Verbot). Die Polizei hat schlussendlich eingegriffen und das Bildmaterial + Kameras vernichtet. Wie die strafrechtlichen Folgen ausgesehen haben ist mir jedoch nicht bekannt...

    • M. Meier am 17.06.2011 09:06 Report Diesen Beitrag melden

      das ging viel einfacher

      als ich noch in der Maschinenindustrie gearbeitet habe, in den 90er, hatten es die Chinesen einfacher gemacht, sie hatte nämlich unsere Maschinen gekauft, mitgenommen und dann zuhause fotografiert, auseinander genommen und so das notwendige Wissen erworben, um eigene zu entwickeln. Die Patente auf den Maschinen wurden und werden natürlich ignoriert. Und das grosse Geschäft war es auch nicht, da keine grossen Mengen an Maschinen gekauft wurden.

    • Marc U am 19.06.2011 11:27 Report Diesen Beitrag melden

      Raubkopien hat man immer

      Gewisse Firmenen verkaufen Ihre Produkte sogar garnicht nach China ^^ Aber he wenn Apple mehr sicherheit will müssen sie ja nicht in China Produzieren...

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  • D.D. am 17.06.2011 05:35 Report Diesen Beitrag melden

    Nichts Neues!

    Auch Apple hat keine weisse Weste an. So wie es immer wieder gern publiziert wird. Gerät Apple irgendwie ins Kreuzfeuer, tritt Mr. Jobs an die Öffentlichkeit und präsentiert etwas. Alle sind begeistert, weil der "arme" Mr. Jobs trotz Krankheit an die Öffentlichkeit geht und kein Mensch berichtet mehr negativ. Früher nannte man das Ablenkung von Tatsachen.

    • knowledger am 01.07.2011 20:13 Report Diesen Beitrag melden

      gebt dir vollkommen recht

      apple ist allesandere als unschuldig. apple schaut u wie die arbeiter behandelt werden und hätte di emacht um einzugreifen, ganz klar. Ich habe und werde NIE ein Apple Produkt kaufen . finde apple absolut sch.... und ich habe erfahrung mit apple produkten alleine schon weil ich in der it tätig bin und wir im 2 mac und jenes iphones haben

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