Dongle-Dilemma

07. November 2016 13:36; Akt: 07.11.2016 13:36 Print

Hat Apple einen Adapter-Fetisch?

Ganze 17 Adapter verkauft Apple aktuell für iPhones, iPads und Macs. Zu viel, finden die Nutzer. Jetzt reagiert Apple auf Kritik – mit Preissenkungen.

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«Die am schnellsten wachsende Produktkategorie bei Apple», schrieb der Twitter-Nutzer Drew Breunig Ende Oktober in einem Tweet. Dazu teilte er ein Foto von allen Adaptern, die Apple derzeit im Angebot hat: Es sind 17.

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Damit löste er eine regelrechte Lawine aus. Sein Tweet wurde mehr als 20'000-mal geteilt und erhielt über 25'000 Likes. Das Problem: Das neuste Macbook Pro hat weder einen HDMI-Port, noch einen SD-Kartenslot, noch reguläre USB-Anschlüsse. Die beiden neusten Produkte von Apple, das Macbook Pro und das iPhone 7, lassen sich also nicht ohne weiteres mit einem Kabel verbinden. Um eine Verbindung herzustellen, braucht es einen Adapter oder ein spezielles Kabel.

«Ein verworrenes Chaos»

Auch wer das Macbook an einen TV anschliessen, Fotos von einer Kamera herunterladen, oder ein Peripherie-Gerät, das in den letzten zehn Jahren auf den Markt gekommen ist, anschliessen will, braucht einen Adapter, schreibt das Portal Qz.com. «Aus einer Firma, die stolz darauf ist, Produkte im Angebot zu haben, die ‹einfach funktionieren›, ist ein verworrenes Chaos entstanden», so das Resüme von BBC zur aktuellen Situation. Denn: Adapter kann man verlieren, vergessen, oder sie gehen auch einfach mal kaputt.

Apple hat nun auf die Kritik reagiert und die Preise für diverse Adapter gesenkt. Der USB-auf-USB-C-Adapter – um das iPhone am Macbook anzuschliessen – kostet neu noch 9 statt 21 Franken. «Wir wollen den Kunden helfen, auf die neueste Technologie umzusteigen und das Wachstum des neuen Ökosystems zu beschleunigen», schreibt Apple.

Die günstigeren Preise gelten bis Ende Jahr. Doch: Wer das ganze Adapterset fürs Macbook kaufen will, muss trotz Preissenkung noch 184 US-Dollar hinblättern, wie Mark Gurman, Tech-Journalist bei «Bloomberg» ausgerechnet hat.

USB-C: Der neue Standard

Die BBC findet allerdings nicht nur schlechte Worte zum Dongle-Dilemma. USB-C werde sich zum Standard mausern – «das ist sicher». Denn der Anschluss hat Vorteile: So kann der neue Stecker beispielsweise nicht mehr falsch herum eingesteckt werden. Zudem war Apple schon mehrmals Vorreiter, als es galt, neue Technologien zu adaptieren oder alte wegzulassen. Bei früheren Macbook-Modellen wurden schon die LAN-Anschlüsse und das CD/DVD-Laufwerk gekillt. Und wo Apple hingehe, dahin würden andere Hersteller folgen, so die BBC.

Bis es so weit ist, müssen sich Nutzer allerdings noch mit den Adaptern herumschlagen. Immerhin freuen sich Dritthersteller darüber. «Es wird sicher bald Necessaires für Notebook-Adapter geben», schreibt Twitter-Nutzer Drew Breunig zu seinem Dongle-Bild. Wie der Tech-Blog Cnet.com schreibt, ist der erste Hersteller bereits aufgesprungen. Das Täschchen aus echtem Leder kostet 250 US-Dollar.

Hersteller Lenovo scheint Apples Adapter-Wahnsinn schon im Jahr 2008 vorausgeahnt zu haben, wie diese alte Werbung zeigt. (Video: Youtube/LoStreib)

(tob)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Chris am 07.11.2016 13:47 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht ganz 100

    ...übliche Masche, Gerät für 9.99 und das Zubehör für 99.99 - Jene die das kaufen sind eh alle nicht ganz 100!

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  • Ketchup am 07.11.2016 13:50 Report Diesen Beitrag melden

    Innovationskraft

    Ach so, USB-C ist's also? OK, einverstanden, Aber ohne Adapter kann man nicht mal das neueste MacBook mit dem neuesten iPhone verbinden... DAS ist doch mal fortschrittlich! Bei Adaptern liegt also die neue Apple Innovationskraft!

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  • Syb am 07.11.2016 13:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    nie mehr Apple

    Apple ist doch einfach Sektiererisch....dazu klaut Apple auch noch meine Musik.... Das Logo deutet schon darauf hin.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • 96_txm am 16.11.2016 09:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    hahahahah

    Immer wieder dieser Streit um Apple. Typisch Mittelklasse

  • macOSKing am 11.11.2016 00:29 Report Diesen Beitrag melden

    Immer dieses unnötige Gejammere

    Langsam nervt das Geheule in Medien und Kommentaren, deswegen gebe ich zu bedenken: 1. Ihr könnt flennen, wie ihr wollt, in drei Jahren werden alle Notebooks aller Hersteller so aussehen, also gewöhnt euch dran. 2. Niemand braucht Adapter, es geht alles Drahtlos (WiFi, Bluetooth, iCloud etc.). 3. Ich weiss nicht, wieso Apple Fans abwertend als Jünger bezeichnet werden, wenigstens fliegen unsere Geräte nicht in die Luft. 4. Ich weiss nicht, wieso Leute, die Apple hassen, solche Artikel lesen. Nur um sich zu beklagen? Das zeigt, wie neidisch ihr seid, weil ihr euch kein MacBook leisten könnt

    • Marc am 11.11.2016 19:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @macOSKing

      Ich kann auch nicht verstehen warum man für sowas soviel bezahlt .Und dann erst noch durch das Betriebssystem Beformundet wird was man nun darf und was nicht.Was läuft und was nicht .Mit was ich mein Gerät verbinden kann u.s.w..Ich hatte viele Apple user in meinem Freundeskreis,betonung auf HATTE ..Weil fast alle auf Android oder Windows gewechselt haben.. Und der Tenor ist eindeutig von denen .Nie wieder ein Apple Produkt im Haus..Open source ist die Zukunft

    • IamMac am 14.11.2016 19:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @macOSKing

      Genau meine Meinung! Ich frage mich warum diese Apple- Hassprediger sich nicht mit ihren Windows-PC-Kisten zufriedengeben und die Apple Produkte ignorieren. Es gibt nur eine plausible Erklärung: der pure Neid!

    • FritztheGeek am 16.11.2016 13:59 Report Diesen Beitrag melden

      @IamMac

      Neid auf was? Auf etwas was sich jeder 12 Jährige leisten kann? Wir sprechen hier nicht von unüberwindbaren Hindernisse, nein jeder der will kann sich den Müll kaufen. Da sind dann die Ausstiegsbarrieren schon viel grösser, wenn man mal im Apple Ökosystem gefangen ist. Bei Apple ist es wie mit Heiraten, wenn man ja sagt wirds bei der Scheidung so richtig teuer.

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  • Nutzer am 09.11.2016 23:12 Report Diesen Beitrag melden

    Ohne Anschlussmöglichkeit geht es nicht

    Trotz gutem Design sollte Apple vor allem bei Macs weiterhin auf Funktionalität und gängige Schnittstellen achten. Mit Adaptern und ständig neuen Standards oder minimaler Schnittstellen-Ausstattung besser nicht übertreiben. Modellkontinuität verkauft sich besser und ist auch Markenqualitätsmerkmal.

  • Globetrotter am 09.11.2016 20:25 Report Diesen Beitrag melden

    Vom Mac zum QubesOS

    Freche Kundenkapitalbindung - MacBook ist bei mir persönlich Geschichte und bin mit QubesOS richtig happy. (Läuft auch auf einem Mac, wenn man der Hardware sein Vertrauen ausspricht)...

  • Jann am 09.11.2016 15:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Normal

    Em ja schliesst ihr euer Smartphone mal mit VGA an für das ist Lightning zu VGA. Ist doch normal oder nicht. Oder HDMI zu Lightning. Das selbe für 30 Pol Stecker. Mal nicht übertreiben gibt es auch bei anderen Herstellern nur die haben nicht immer ein Eigenprodukt!