Kartellverdacht

07. Dezember 2011 07:06; Akt: 07.12.2011 10:06 Print

EU ermittelt gegen Apple und Verlage

Der Computerkonzern Apple könnte nach Ansicht der EU-Kommission mit internationalen Grossverlagen ein Kartell bei digitalen Büchern, sogenannten E-Books, gebildet haben.

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Sollten sich die Vorwürfe der EU-Kommission erhärten, drohen den betroffenen Unternehmen hohe Geldbussen. (Bild: Frank Robichon)

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Sind E-Books in Europa zu teuer und haben die Anbieter illegale Absprachen getroffen? Europas oberste Wettbewerbshüter haben ein Kartellverfahren eingeleitet, um den Verdacht zu prüfen.

Wie die EU-Behörde am Dienstag in Brüssel mitteilte, richten sich die Ermittlungen gegen Apple und fünf Buchverlage. Dazu gehören der deutsche Verlag Georg von Holtzbrinck, Hachette Livre aus Frankreich, Penguin aus Grossbritannien sowie Harper Collins und Simon & Schuster aus den USA.

Eine Frist für den Abschluss der Untersuchung gibt es nicht. Sollten sich die Vorwürfe der EU-Kommission erhärten, drohen den Unternehmen hohe Geldbussen. Preis- und Marktabsprachen zum Schaden von Konsumenten und Kunden sind in der EU streng verboten.

Wettbewerb behindert?

«Die Kommission wird in erster Linie untersuchen, ob die Verlage und Apple rechtswidrige Vereinbarungen geschlossen oder durch andere Verhaltensweisen den Wettbewerb in Europa behindert haben», schrieb die Kommission. Zudem nimmt die Behörde auch die Verträge unter die Lupe, welche die Verlage mit Einzelhändlern für den Absatz von E-Books geschlossen haben.

Die Kommission hat Bedenken, dass diese Verhaltensweisen gegen die Kartellvorschriften der EU verstossen. Die Wettbewerbshüter durchsuchten nach eigenen Angaben bereits im März die Geschäftsräume mehrerer Unternehmen.

Sammelklage in den USA

Das US-Magazin «Fortune» verwies als Hintergrund für die Ermittlungen auf eine US-amerikanische Sammelklage gegen dieselben Unternehmen. Dort wird ihnen vorgeworfen, Absprachen eingegangen zu sein, um den Apple-Konkurrenten Amazon zu einem neuen Preismodell mit teureren E-Books zu zwingen.

Amazon bietet digitale Bücher bereits seit dem Start seines Lesegeräts Kindle 2007 an. Apple stieg in das E-Book-Geschäft im vergangenen Jahr mit der Markteinführung des iPad-Tablets ein.

(sda)