Posthume Ehre

22. Dezember 2011 03:42; Akt: 22.12.2011 08:40 Print

Ein Grammy für den toten Steve Jobs

Der verstorbene Apple-Gründer erhält knapp drei Monate nach seinem Tod einen der wichtigsten Preise der Musikindustrie – für die Erfindung des iPod.

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Steve Jobs ist tot. Der Apple-Gründer hat mehr als einmal die Welt verändert. In den 70er-Jahren stand er mit den ersten Apple-Rechnern an der Wiege der Computer-Revolution. Zuletzt krempelte er den Mobilfunk-Markt um. Den Apple-Fans wird er mit seinen charismatischen Auftritten in Erinnerung bleiben. Am 1. April 1976 gründete Steve Jobs (links) zusammen mit Steve Wozniak (rechts) und Ronald Wayne die Firma Apple Computer. Die ersten Geräte bauten sie in der Garage von Jobs Eltern zusammen. Auch diese Aufnahme datiert aus dem Jahr 1976 und zeigt die Firmengründer Wozniak (links) und Jobs mit einer Computer-Platine. 1977 präsentierte Jobs im kalifornischen Cupertino den «Apple II»-Computer - heute würde man wohl eher von einer elektronischen Schreibmaschine sprechen. 1984 war das Jahr, in dem der Apple Macintosh vorgestellt wurde. Das Bild zeigt Jobs an der jährlichen Apple-Generalversammlung am 24. Januar 1984. Der erste Mac kostete 2495 US-Dollar. 1985 wurde Jobs bei Apple entmachtet. Daraufhin investierte er sein Privatvermögen in die Gründung der Computerfirma NEXT. Das Bild zeigt ihn am 30. Oktober 1991. Er hielt an der Unix-Expo in New York eine «Keynote» (Ansprache). Es folgten gute Jahre für den bekennenden Buddhisten. Der Computer-Pionier konnte sich wieder etablieren, das Bild zeigt ihn 1993. Zwei Jahre später gingen die von Jobs mitbegründeten Pixar Animation Studios an die Börse. Dieses undatierte Bild stammt vermutlich aus dem Jahr 1996. Steve Jobs hatte inzwischen bei Apple wieder eine Beraterfunktion übernommen und er trat im typischen schwarzen Pullover vor die Kamera. 1997 war Jobs zurück auf der Apple-Kommandobrücke. Das Bild zeigt ihn am 6. Januar 1997, als er an der MacWorld Expo in San Francisco die Keynote hielt. Das Unternehmen war - ohne Jobs - in wirtschaftliche Turbulenzen geraten. Im selben Jahr folgte die Kooperation mit dem «Erzfeind» Microsoft. Das am 6. August 1997 aufgenommene Bild zeigt Jobs neben Microsoft-Gründer Bill Gates auf Grossleinwand. 1998 folgte ein weiterer Meilenstein. Jobs präsentierte ein neues, farbiges Computer-Modell namens iMac. Das Gerät war zum Preis von 1299 Dollar zu haben. Während Jahren hatte Jobs als Interims-CEO die Geschicke des Unternehmens geleitet. Am 5. Januar 2000 gab er in San Francisco bekannt, dass er wieder vollwertiger Geschäftsführer sei. Das Bild zeigt Jobs mit Bono (Mitte) und dem Musiker The Edge (rechts), zwei Bandmitgliedern der legendären Rockband U2. Apple stellte am 26. Oktober 2004 in San Jose neue iPods mit U2-Logo vor. Eine Aufnahme von 6. Juli 2005: Im Jahr davor musste sich Jobs einer schweren Operation unterziehen, bei der ein Tumor seiner Bauchspeicheldrüse entfernt wurde. Am 9. Januar 2007 präsentierte Steve Jobs an einer seiner legendären Keynotes in San Francisco das iPhone. Mit «One more thing» kündigte er jeweils neue Technologien an. Jobs suchte immer wieder den direkten Kontakt zu den «Kunden». Das vom 29. Juni 2007 datierte Bild zeigt ihn im direkten Gespräch mit Besuchern eines Apple-Stores. Aufnahme vom 27. Januar 2010: Jobs hält ein iPad in seinen Händen. Im Jahr davor hatte er sich für mehrere Monate zurückgezogen. Grund war eine Lebertransplantation, wie später bekannt wurde. Am 7. März 2010 wurde Jobs auf dem roten Teppich fotografiert. Er nahm in Los Angeles an den Oscar-Verleihungen teil. Dieses Bild vom 23. Juni 2010 zeigt Jobs mit dem russischen Präsidenten, Dmitri Medwedew. Der Russe erhielt bei seinem Besuch im Silicon Valley ein iPhone 4. Im Juli 2010 sprach ein sichtlich abgemagerter Apple-CEO über seinen jüngsten Coup, das iPad. Über den Gesundheitszustand von Jobs kursierten erneut wilde Gerüchte. Jobs am 5. Oktober 2010 mit dem kalifornischen Gouverneur Arnold Schwarzenegger. Die beiden setzen sich öffentlich für Organspenden ein. Der Apple-Chef musste sich selbst einer Lebertransplantation unterziehen. Der alte und der neue Apple-Chef, vereint auf einem Bild aus dem Jahr 2010. Tim Cook (links) hat Steve Jobs in diesem Jahr offiziell an der Spitze des Unternehmens abgelöst. An der Apple-Entwicklerkonferenz im Juni 2011 posierte Jobs mit einer jungen Apple-Anhängerin. Damals wurden erneut Gerüchte über einen baldigen Rücktritt laut. Am darauffolgenden Tag, dem 7. Juni, hatte Jobs einen überraschenden Auftritt in Cupertino. Vor den versammelten Lokalpolitikern informierte er über die Pläne seines Unternehmens, ein futuristisches Firmengebäude zu bauen. Es sollte der letzte öffentliche Auftritt als Apple-Chef werden. Nachdem er Apples Weg in die Wolke (iCloud) angekündigt hatte, trat Jobs im August zurück. Noch in diesem Jahr soll die autorisierte Biografie des Apple-Gründers erscheinen. Steve Jobs hat dem Autor offenbar bereitwillig Auskunft gegeben über sein bewegtes Leben. Der als medienscheu geltende Innovator suchte immer wieder den Kontakt zu den Nutzern. Nun ist er im Alter von 56 Jahren gestorben.

Steve Jobs - ein Leben für eine Vision.

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Steve Jobs hat die Musikindustrie mit seinen Ideen umgekrempelt – und bekommt dafür posthum einen Grammy. Der Musikspieler iPod und der Online-Musikladen iTunes hätten die Verbreitung von Songs revolutioniert, begründete die Recording Academy am Mittwoch ihre Wahl.

Jobs hatte mit dem iPod vor zehn Jahren einen grandiosen Hit gelandet. Binnen kürzester Zeit verdrängte der kleine weisse Kasten den Walkman oder tragbaren CD-Spieler.

Dank des iTunes-Stores können Fans ihre Lieder nun einfach aus dem Internet laden statt sie im Laden zu kaufen. Die Plattenfirmen haben bis heute schwer an den rückläufigen CD-Verkäufen zu knabbern.

iPod rettete Jobs' Lebenswerk

Apple indes stieg binnen kürzester Zeit zu einem der wichtigsten Spieler in der Musikindustrie auf. Vor allem aber rettete Jobs mit dem iPod sein Lebenswerk – der reine Computerhersteller Apple stand damals kurz vor der Pleite. Heute ist Apple der wertvollste Technologiekonzern der Welt. Steve Jobs starb am 5. Oktober im Alter von 56 Jahren an den Folgen eines langwierigen Krebsleidens.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Alexander am 22.12.2011 06:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Der Verkaufsplattform iTunes /MP3 Player/computer

    Der iPod ist/war Job's Marketing Innovation. Standalone MP3 player gab es schon vorher! Nicht das Gerät iPod ist Jobs Errungenschaft, sondern die vermarktung als Einheit, das Packet aus iTunes/iPod/Computer. Jobs Geniestreich war die Art und Weise wie das Produkt lanciert, vermarktet und verkauft wurde. Das ist nicht wenig, im Gegenteil, aber auch nicht das wofür er gelobt wurde!

  • M. U. Sik am 22.12.2011 13:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bravo 

    Finde ich richtig so! Und an alle Apple, Steve Jobs und iPhone Nörgeler: er hat uns mit dem iPod ind iTunes das ermöglicht, was andere vor- und nachher vergeblich versucht haben, nämlich, dass die Beschaffung, Verwaltung und Wiedergabe aus einem Guss ist! Aber eben: Nörgeler und Neider wird es immer geben..

  • mike am 22.12.2011 08:38 Report Diesen Beitrag melden

    na klar

    hier sieht man schön, das es gar nicht um die musik geht, sondern um die musikindustrie...

Die neusten Leser-Kommentare

  • Kapitän Iglu am 25.12.2011 02:25 Report Diesen Beitrag melden

    Design, mehr nicht.

    Wer Apple kauft ist selber schuld. iPod, iPhone, MacBook, alles nur nett im Design, die Technik darin kann man auch von anderen Anbietern kaufen und wenn es um Mobilfunk geht, dann geht sowieso nichts über Sony Ericsson. Apple ist zu teuer und nur etwas für Designfreaks. Es ist halt so: Entweder man gehört zu dieser Apple Fangemeinde oder nicht. Ich gehöre ganz sicher nicht dazu. Trotzdem, ein erfolgreicher Mann.

    • Hans Hirsch am 27.12.2011 23:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Alt bekanntes gesprächs Team

      Es ist nicht nur das disain! Es ist auch die Bedinug die. Es Ist halt so, dass die Leute die wissen das man bessere bauteile in einem anderen Gerät hat, auch die Personen sind, denen die bedinung komplexer Hardwear einfacher fält. Wir anderen mögen es halt einfach wen man ein gerät einfach bedinen Kann. Egal was für komponeten verbaut wurden.

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  • M. U. Sik am 22.12.2011 13:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bravo 

    Finde ich richtig so! Und an alle Apple, Steve Jobs und iPhone Nörgeler: er hat uns mit dem iPod ind iTunes das ermöglicht, was andere vor- und nachher vergeblich versucht haben, nämlich, dass die Beschaffung, Verwaltung und Wiedergabe aus einem Guss ist! Aber eben: Nörgeler und Neider wird es immer geben..

  • Pire am 22.12.2011 12:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

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    Gut genacht Steve :D

  • Susanne M. am 22.12.2011 10:43 Report Diesen Beitrag melden

    Was für ein Schwachsinn

    "Der Musikspieler iPod und der Online-Musikladen iTunes hätten die Verbreitung von Songs revolutioniert". Aber es ist nicht mal möglich, Musik vom iPod auf einen Computer zu laden ohne Spezialprogramm. Finde ich nicht so toll. Ausserdem, gabs mp3-player nicht schon vorher?

    • Tinu am 24.12.2011 15:32 Report Diesen Beitrag melden

      @Susanne M.

      Doch und so viel ich weiss ist das Format mp3 von Microsoft und nicht von Apple. Apple hat bloss den iPod entwickelt - einen Design mp3 Player, mehr nicht. Vorher hat man es einfach auf CD gebrannt!

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  • bennn am 22.12.2011 09:39 Report Diesen Beitrag melden

    wie bitte?

    "Dank des iTunes-Stores können Fans ihre Lieder nun einfach aus dem Internet laden statt sie im Laden zu kaufen." -- Das konnte man schon vorher. Bei iTunes soll man einfach bezahlen. Das haben andere nicht. Den Vorteil seh ich nicht.