Konflikt mit Verlegern

15. Februar 2011 17:10; Akt: 16.02.2011 09:00 Print

Apple diktiert die Regeln

Verleger wehren sich seit Monaten gegen Apples Zugangsbeschränkungen für Verlagsangebote. Nun hat Apple die Spielregeln bekanntgegeben: Die Freude seitens der Verlagshäuser dürfte sich in Grenzen halten.

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Über den App Store stellt Apple verschiedene Abo-Modelle zur Verfügung. (Foto: Keystone)

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Apple hat heute in einer Mitteilung bekannt gegeben, dass ab sofort ein Abo-Service für iPhone- und iPad-Apps zur Verfügung steht. Die Verleger bestimmen den Preis und die Dauer des Abos, zur Auswahl stehen «wöchentlich, monatlich, zweimonatlich, quartalsweise, halbjährlich oder jährlich». Der Kunde kann seine Abos über den iTunes-Account verwalten – neue Abos können mit ein paar wenigen Mausklick abgeschlossen und wieder gekündigt werden. Dazu muss allerdings die automatische Abo-Erneuerung zuerst deaktiviert werden.

Umgang mit Kundendaten

Apple übernimmt die Abwicklung der Transaktionen und beansprucht - wie bei allen In-App-Verkäufen üblich - 30 Prozent für sich. Die Kunden können entscheiden, ob ihre Daten (Name, E-Mail-Adresse, Postleitzahl) an den Verlag weitergegeben werden dürfen.

Die Verlage haben zudem die Möglichkeit, zusätzliche Daten der App-Store-Kunden abzufragen. «Voraussetzung hierfür ist, dass den Kunden eine offensichtliche Wahl gelassen wird und sie darüber in Kenntnis gesetzt werden, dass der Umgang mit jeglichen, zusätzlich bereitgestellten Informationen unter die Datenschutzrichtlinien der Verlage und nicht unter die Bestimmungen von Apple fällt», heisst es in der Medienmitteilung.

Abo-Links zu den Verlagen sind verboten

Weiter wird Apple-Chef Steve Jobs zitiert: «Unsere Philosophie ist einfach – wenn Apple einen neuen Abonnenten für die App gewinnt, erhält Apple einen 30-prozentigen Anteil; wenn der Verleger einen bestehenden oder neuen Abonnenten für die App gewinnt, behält der Verleger 100 Prozent und Apple verdient nichts», lässt sich Steve Jobs verlauten.

Die Verlage können demnach den Abonnenten ihrer Printprodukte die kostenlose oder ermässigte Nutzung der iPad- und iPhone-Apps ermöglichen. In diesem Punkt herrschte bislang Verwirrung. Im Gegenzug verlangt Apple, dass die in den Apps zur Verfügung gestellten Angebote nicht teurer sein dürfen, als die von den Verlagen angebotenen Abos ausserhalb der Apps. Darüber hinaus müssen Verlage künftig auf Links in ihren Apps verzichten, die es Kunden ermöglichen würden, Abos ausserhalb der App abzuschliessen oder Inhalte zu kaufen.

Der User hat schlussendlich die Wahl, ob er ein Abo über Apples In-App-Purchase oder die Verlagsplattform verlängern will. Die erschwerten Bedingungen für die Verleger machen es ihnen allerdings nicht einfach, ihre Lösung attraktiver als die von Apple zu gestalten.

(dsc)