Music for the Masses

01. Juli 2015 13:42; Akt: 01.07.2015 15:34 Print

Das kann Apple Music

von Ph. Stirnemann - 20 Minuten hat den neuen Streamingdienst ausprobiert. Fazit: Apple Music ist bequem zu bedienen und kann bei den Playlists punkten.

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Die Anmeldung geht wie bei den meisten Apple-Produkten schnell und unkompliziert vonstatten: Nach dem Update auf iOS 8.4 präsentiert sich die Musik-App in neuem Gewand, doch wird man von der Anwendung von Beginn weg an der Hand genommen und kann kaum etwas falsch machen.

Zunächst kann man sich für eines der beiden Abos entscheiden, wobei Einzelpersonen 12.90 Franken pro Monat bezahlen. Das Familien-Abo für bis zu sechs Personen kostet hingegen nach Ablauf der dreimonatigen Testphase 19.90 Franken. Die Preise für Apple Music sind global gesehen übrigens sehr unterschiedlich: Während Briten satte 14.70 Franken beziehungsweise 22 Franken berappen müssen, können Hörer auf den Philippinen den Service für 2.80 Franken respektive 4.70 Franken nutzen, wie Rappler.com schreibt.

Apple Music kennt den Nutzer

Mit Apple Music beweist der Konzern aus Cupertino einmal mehr, dass man sich meisterhaft darin versteht, komplizierte Technologie massentauglich zu machen. Das war schon mit der Transformation von klobigen MP3-Playern in stylische iPods oder beim Betriebssystem für iPhones so.

Hat man sich bei Apple Music angemeldet, kann man angeben, ob man Künstlern aus der eigenen Mediathek automatisch folgen möchte. Leider funktioniert das Auto-Folgen-Feature nur mit Künstlern, deren Songs man über iTunes gekauft hat. Von anderen Medien (beispielsweise CDs) importierte Artists erkennt der Service nicht.

Apples neuer Musik-Streaming-Dienst punktet immer dann, wenn es ums Kennenlernen neuer Künstler und Songs geht: Beim Einrichten des Music-Accounts klickt man beliebig viele Lieblingsgenres sowie mindestens drei favorisierte Musiker oder Bands an, und schon bekommt man unter der Sektion «Für dich» (im Reiter unten links) personalisierte Alben- und Song-Vorschläge à gogo.

Die Auswahl wird immer differenzierter, je genauer das digitale Bild ist, welches sich Apple Music von den Vorlieben des Users macht. Schon nach wenigen Stunden Nutzungszeit kennt der Service den Geschmack des Hörers erstaunlich gut, und die von Apple Music empfohlenen Songs können sich tatsächlich hören lassen.

Die Engine, welche hinter den Empfehlungen in Apple Music steckt, geht zu grossen Teilen auf die Beats-Technologie zurück, welche Apple mit Kauf des Dr.-Dre-Dienstes erworben hat.

Unter «Neu» werden Neuerscheinungen angezeigt. Hier findet man nicht nur das brandneue Streaming-Angebot von AC/DC, sondern auch die Deluxe-Ausgabe von Taylor Swifts Album «1989». Zudem gibt es hier die Topcharts.

Scrollt man unter «Neu» weiter runter, kommt man zu den Sektionen «Apple Music-Editoren», «Aktivitäten» und «Kuratoren». Dort gibt es tonnenweise von Menschen kuratierte Playlists. Sie eignen sich perfekt, um bequem neue Musik zu entdecken oder eine Lebenssituation zu beschallen. So gibt es unter «Aktivitäten» Playlists unter anderem zu Themen wie «Schlussmachen» oder «Duschen».


Nah am Künstler

Wer will, kann seinen Lieblingskünstlern in Apple Music folgen. Unter «Connect», einer Art Kurznachrichten-Tool, erhält man die neusten Infos aus den Aufnahmestudios präsentiert, kann Bilder angucken und Posts kommentieren.

Neue Bands und Künstler kennenlernen kann man natürlich auch über den neuen Radiosender Beats 1, dessen Programm in verschiedene Musikrichtungen aufgeteilt ist. Hier sind all die Hörer richtig, die sich unvoreingenommen musikalisch berieseln lassen möchten.

Main-Streaming

Apropos berieseln lassen: Apple Music ist der perfekte Streaming-Dienst für Leute, die sich keine grossen Gedanken darüber machen möchten, was sie eigentlich hören sollen. Dank kuratierter Playlists für verschiedene Gemütszustände und von ausgewählten Künstlern, «Für dich»-Empfehlungen, der Implementierung der eigenen iTunes-Sammlung unter «Meine Musik», einer Radio-Sektion basierend auf Künstlern und Genres (vergleichbar mit Pandora) und Echtzeit-Posts von Künstlern (in «Connect») ist Apple Music DER Musikdienst für die breite Masse: Main-Streaming halt!

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Globi Vogel am 01.07.2015 14:14 Report Diesen Beitrag melden

    Positiv für Musikindustrie

    Und an alle, die jetzt wieder heulen und finden die "Künstler" verdienen zu wenig...: Ich kann zwar nicht für alle sprechen, aber ich denke vielen geht es ähnlich wie mir. Heute kauft doch kein Mensch mehr Musik, die "Künstler" jammern ja selber, dass sie mit CD-Verkäufen nichts mehr verdienen! Wenn es hoch kommt, kaufe ich 1 CD pro Jahr à 20.--. Ab sofort buttere ich 20.-- (Familienabo) pro MONAT in die Musikindustrie und ich höre mir Lieder an, die ich niemals kaufen würde. Also verdient die Musikindustrie nun jedes Jahr mehr Geld als die letzten 10 Jahre an mir!

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  • Globi Vogel am 01.07.2015 14:08 Report Diesen Beitrag melden

    die drei ???

    Geil, Die drei ???, TKKG, usw. Alles dabei! :D Bei Spotify fehlt das! Danke Apple! Nun kann ich wieder entspannt einschlafen und die 3 Fragezeichen dazu hören ;-)

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  • Heinz Müller am 01.07.2015 14:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Super Sache

    Auch eine sehr grosse Auswahl im Metalbereich. Gefällt mir.

Die neusten Leser-Kommentare

  • eigentlichAppleFan am 02.07.2015 19:14 Report Diesen Beitrag melden

    Zwang

    Und wieder einmal hat Apple uns ihr "Ding" aufgezwungen. Bereits nach 5 Sekunden auf Apple Music bin ich genervt. Bislang konnte ich mit einem Swipe nach unten die zufällige Wiedergabe meiner Musik starten. JETZT NICHT MEHR!!! Ich bin ein grosser Apple Fan, mag das Design, das Handling aber mit jedem Update verschwindet etwas das ich mag. Wieso? Und macht man das Update nicht beginnt das Smartphone langsam aber sicher zu rebellieren. Auch das neue Design finde ich optisch nicht sonderlich ansprechend.

  • J. Schneider am 02.07.2015 11:19 Report Diesen Beitrag melden

    Bleibe bei Spotify

    Ich bleib bei Spotify. Sehe keine Vorteile bei AppleMusic. Spotify hat schon seit längerem kuratierte Playlists die wirklich super passen... und mit Salt sind die mobilen Daten für Spotify gratis... (sofern man Spotify über Salt bezieht)

  • Lemo am 02.07.2015 07:39 Report Diesen Beitrag melden

    Die totale Musik Revolution

    Einfach unglaublich! Saaaagenhaft! Apple ist schon krass, die können einfach was bringen und alle finden es sofort total geil!

  • dani am 01.07.2015 23:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sonos?

    kann ich dann den Apple Music dienst bei meiner Sonos anlage auch nutzen?

    • Insider am 02.07.2015 00:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Gerücht

      Ja gegend Ende Jahr sollte das möglich werden (ohne Gewähr)

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  • Lassie am 01.07.2015 22:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Na und ?

    Ich kann schon seit den 80er AC/DC hören, dazumals noch offline, ach waren das noch Zeiten. Übrigens bei der Nokia Musicapp geht dasselbe auch.