Healthbook-App kommt

26. März 2014 10:39; Akt: 26.03.2014 12:55 Print

Apple will die Körper der Kunden erobern

Apple nimmt das Geschäft mit der Gesundheit ins Visier: Der Konzern will Gerüchten zufolge Körperfunktionen von Nutzern – wie Puls und Blutdruck – erfassen und im iPhone speichern.

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Die App Healthbook soll eine Schaltzentrale für körpereigene Vitalfunktionen sein. Gebastelt wurden die Screenshots von der Website 9to5Mac. (Bild: 9to5mac)

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Handelt es sich beim «grossen Ding», das Apple-CEO Tim Cook für 2014 angekündigt hat, um eine iWatch mit Sensoren, die Puls, Blutdruck, die Ernährung und auch den Schlaf überwacht? Möglich wäre es. Denn: Die Hinweise, dass Apple bald ins Fitness-Geschäft einsteigen will, mehren sich.

So stehen immer mehr Gesundheitsexperten auf der Lohnliste des iPhone-Herstellers. Für Apple arbeiten mittlerweile mehrere Ärzte, Experten für medizinische Hardware, Wissenschaftler und ehemalige Mitarbeiter von biomedizinischen Technikunternehmen.

Die Krux mit den Daten

Neuster Zugang ist die Rechtsberaterin Sabrina Ross. Als Vorstandsmitglied der US-Organisation Caremessage befasste sie sich vor ihrem Engagement bei Apple mit dem Gesundheitsbewusstsein und der Krankheitsvorsorge.

Mit ihrer Verpflichtung könnte Apple gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Denn je näher Sensoren an den eigenen Körper rücken, desto grösser werden die Bedenken zum Datenschutz. Denn was ist, wenn jemand ohne Erlaubnis plötzlich Zugriff auf alle gesundheitsrelevanten Daten einer anderen Person erhält?

Die Rechtsberaterin könnte mithelfen, eine geplante iWatch im Markt zu etablieren und an den Regulierungen der US-Gesundheitsbehörde vorbeizubringen. Denn ihr Fachgebiet umfasst nicht nur das Gesundheitswesen, sondern auch Rechtsfragen, die das Internet und damit den Datenschutz betreffen.

«Die Schlacht geht erst los»

Das Geschäft mit der Gesundheit ist lukrativ. Schon heute kämpfen mehrere Hersteller wie Samsung, Sony, Fitbit, Polar und Garmin um die Handgelenke ihrer Kunden. Ein weiterer Player im wachsenden Markt ist auch der Hersteller Omsignal, der ein Unterhemd mit zahlreichen Sensoren im Angebot hat.

«Die Schlacht um die Bio-Signale des Körpers wird in den nächsten Monaten und Jahren erst richtig losgeht», sagte Omsignal-CEO Stephane Marceau gegenüber der Website Recode. Er prognostiziert, dass auch bekannte Firmen bald mitmischen wollen: «Wir glauben, dass die grossen Jungs — Google, Apple, Facebook und Amazon — hart um die cloudbasierte Speicherung von biologischen Signalen kämpfen werden», sagt Marceau.

Healthbook soll Daten sammeln

Apple dürfte schon bald zum Kampf blasen. Gebündelt werden könnten die biologischen Signale unserer Körper auf dem iPhone. Die Website 9to5Mac hat vor Kurzem einen umfassenden Artikel zu der angeblich geplanten App namens Healthbook veröffentlicht.

Apple könnte diese mit iOS 8 und dem iPhone 6 im Herbst 2014 vorstellen. 9to5Mac will bereits jetzt einen Einblick bekommen haben. Um das Ganze zu visualisieren, wurden mehrere Screenshots nachgestellt, wie Healthbook dereinst aussehen könnte. Grafisch soll sich die App am Passbook orientieren. Das Programm speichert etwa Gutscheine und Bordkarten an einem zentralen Ort.

Healthbook ist laut 9to5Mac in mehrere Abschnitte unterteilt. Viele der Kategorien wie Beschleunigungs- und Höhenmesser, Schlafmuster, die Herzfrequenz oder der Kalorienverbrauch könnten mit Sensoren von Wearables angeliefert werden. Etwa mit dem Fitbit-Armband.

Andere Kategorien in der App dürften weitere Sensoren am Körper benötigen, um Werte wie den Blutdruck, die Flüssigkeitszufuhr, Atemfrequenz, die Sauerstoffsättigung und den Blutzucker zu messen. Noch ist nicht klar, ob Apple die Werte mit eigenen Sensoren erfassen will oder ob Dritthersteller die Hardware dazu liefern werden.

Wer profitiert am Ende?

Doch was soll der durchschnittliche Smartphone-Besitzer mit Werten, die ein Pulsoxymeter ausspuckt, überhaupt anfangen? Und wem bringt der Trend mit dem sogenannten Quantified-Self (siehe Box) etwas? Diesen Fragen ist ein Arzt des deutschen «Ärzteblattes» jüngst nachgegangen. Handlungsbedarf sieht er vor allem in den Ländern der sogenannt Ersten Welt, sagt der Doktor, der unter dem Pseudonym Dr. Mccoy schreibt.

«Eine der Hauptursachen für die Entstehung eines Grossteils der chronischen Erkrankungen ist der unglaubliche Bewegungsmangel grosser Teile der Bevölkerung», schreibt er. Dazu gesellen sich ungesundes Essen und passive und konsumorientierte Freizeitbeschäftigung. Der Effekt: Das Gesundheitswesen wird mit hohen Kosten belastet. Ärzte seien oft mit der «Reparier-mich-Haltung» ihrer Patienten konfrontiert, als wären sie Pannenhelfer und die Krankenhäuser Autogaragen.

Der Arzt resümiert die Entwicklung mit folgendem Zitat: «Wenn intelligente Armbänder oder Apps für das Smartphone dazu führen könnten, dass Menschen — am besten schon dann, wenn sie noch gar keine Patienten sind — verstehen, dass sie selbst ihr wichtigster Therapeut sind, dann wäre mir jedes Mittel recht.»

(tob)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Sushi am 26.03.2014 15:30 Report Diesen Beitrag melden

    Vitalzeichen

    Dann sollte Apple aber auch eine separate Internetseite gestallten wo genau erklärt wird, was welche Werte bedeuten, Prophylaxen, was die Gefahren sind, was die normalen Werte sind, was das Alter und Geschlecht ausmachen etc. Bringt nichts wenn die Mehrheit der Menschen nicht wissen was systolische & diastolische Werte, mmol/l, sO2 etc. bedeuten und nichts mit den Werten anfangen können. "Schau mal, meine iWatch zeigt mit den Puls an." "Was kannst du nun damit anfangen?" "Keine Ahnung, es ist von Apple, daher ist es cool." Bei S Health das selbe.

  • pessimistica am 26.03.2014 14:15 Report Diesen Beitrag melden

    kann es nicht glauben

    Ja los, am besten geben wir alles von uns Preis! Das ist doch toll, wenn jedes noch so kleine Detail elektronisch erfasst wird. Ganz grosse Klasse. Einerseits wird davon geredet, dass sich (vor allem die Jugendlichen) nicht mehr ohne Smartphone beschäftigen können und jetzt soll ihnen auch noch dieses "Problem" abgenommen werden? Na dann Prost wenn keiner mehr ohne Smartphone auf die eigenen Körpersignale achten kann. Solange das kleine Gerät nicht blinkt und tutet gehen wir dann einfach davon aus, dass wir ja gesund sind. Schön. Wirklich super.

  • W. Grimm am 26.03.2014 17:50 Report Diesen Beitrag melden

    Dr. med. h.c. anonym. Rumpelstilz

    Ist ja lustig - ein Arzt, der in einer Ärztezeitung unter einem Pseudonym schreibt... Richtig vertrauenerweckend, besonders weil so ja keiner nachprüfen kann, ob er nicht selbst ein Apple-Aktieninhaber ist oder auf der Payroll der Pharmaindustrie steht...

Die neusten Leser-Kommentare

  • Christoph am 27.03.2014 06:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die

    Menschheit im App-Wahn...

  • Michél am 26.03.2014 21:21 Report Diesen Beitrag melden

    Ohne mich

    Die sollen doch lieber mal über die Studien berichten das nach 10 Jahren Händy am Körper, Krebs zu 100% sicher ist. Milliardenmarkt der über Leichen geht, was sagt das BAG eigentlich zu diesem experiment. Haben die nicht den Auftrag unsere Leben zu schützen? Habe zuhause sogar wieder ein Telefon mit Kabel, vorteil wenn ich Telefoniere tu ich das wieder bei vollem Bewusstsein.

    • jsie am 27.03.2014 00:47 Report Diesen Beitrag melden

      @Michél

      Dann müsste ich jetzt bereits Krebskrank sein und ich werde im Herbst 21...

    • Banny D. am 27.03.2014 10:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Alte Zöpfe

      Es wäre interessant zu wissen, an welche "Schreibmaschine" Du diesen Beitrag erfasst hast ;-)

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  • vfbgfbwertb am 26.03.2014 19:47 Report Diesen Beitrag melden

    Frage an alle hater

    Und ganz plötzlich sind Pulsmesser doch sinnvoll??

  • Leonard am 26.03.2014 18:27 Report Diesen Beitrag melden

    Sollen sie wollen

    aber ohne mich. Habe die Cloud schon lange komplett deaktiviert und Apps brauche ich auch keine. Ich brauche nur ein gutes Handy mit gutem Bildschirm und Kalender. Der ganze andere Spielekram kann mir gestohlen bleiben.

    • Bruder Motzi am 26.03.2014 19:29 Report Diesen Beitrag melden

      @Leonard: Gute Antwort, wie wenn sie

      mir stammte :-))) Im Ernst, ich weigere mich strikte, gläsern zu werden. Es ist mir bis jetzt und wird mir auch in Zukunft gelingen, dies auf einem äussersten Minimum zu halten.

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  • Klereus am 26.03.2014 17:53 Report Diesen Beitrag melden

    Von Samaung abgucken

    Ahaa... So funktioniert Apple neulich. Abgucken und kopieren.

    • Öpfel am 26.03.2014 18:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Hää? 

      Was hat Apple von Samsung abgeguckt??

    • asdf am 26.03.2014 19:48 Report Diesen Beitrag melden

      @ÖÖÖÖÖÖPFELmuus

      Pulsmesser?

    • Iphone am 26.03.2014 20:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Nachgemacht?

      Apple hatte den fingerabdruk zu erst

    • Marc am 26.03.2014 21:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      stimmt

      Stimmt! Stimmt, erst bringt Samsung sein Galaxy S5 in golden und mit Fingerabdrucksensor, dann macht Apple das nach mit dem iPhone 5s. Oder wars doch umgekehrt?

    • Peter Fox am 26.03.2014 21:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      S-Health

      s-health gibts bei Samsung schon seit dem S4 und macht ziemlich dasselbe ;)

    • Ahnungsloser am 27.03.2014 12:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Marc

      Sag bloss, das iPhone ist das erste "Handy" mit goldenem Gewand und Fingerabdrucksensor?

    • hallo am 28.03.2014 17:50 Report Diesen Beitrag melden

      jaja

      apple hat das verbessert und in den home button eingebaut was macht samsung auch in den home button und ja es gab schon fingerabdruckssensor aber auf der rückseite vom gerät. !!

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