5 Jahre App-Store

11. Juli 2013 21:16; Akt: 11.07.2013 21:56 Print

Die Liste der verbotenen Apps

Schwule heilen, Babys zu Tode schütteln oder Abzocker-Programme: Apple hat in den letzten fünf Jahren viel Schund aus dem App Store verbannt. Bisweilen schiesst man aber über das Ziel hinaus.

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«» ist ein Apple-kritisches Spiel. Man kann afrikanische Arbeiter dazu zwingen, giftige Mineralien zu fördern oder lässt Foxconn-Arbeiter, die in Sklaverei-ähnlichen Verhältnissen das iPhone zusammenschrauben, vom Dach springen. Wie es die App in den App Store geschafft hatte, bleibt ein Rätsel. Exodus International war jahrzehntelang der Überzeugung, dass Homosexuelle zur Heterosexualität «umgepolt» werden können. Mit der App «» versuchte die Organisation, Werbung für ihre angeblich erfolgreichen Therapien zu machen. Apple nahm die App nach einem heftigen Proteststurm aus dem Sortiment. «» präsentierte dem Spieler harmlose Fotos von Promis. Der User sollte raten, ob die gezeigte Person jüdischen Glaubens ist. Der Programmierer Johann Levy, selbst Jude, wollte laut eigener Aussage eine Wissens-Test-App schaffen. Naja. «» schlug mit 1000 Franken zu Buche. Dafür zeigt die wohl sinnloseste App der Welt ein Bild eines Diamanten - nicht mehr, nicht weniger. Im Beschreibungstext legte der Entwickler offen, dass die App keine weitere Funktion hat. Ach ja, angeblich haben acht Personen zugegriffen ... Aus der Kategorie Geschmacklos: Bei «» sollte das iPhone geschüttelt werden, bis das schreiende virtuelle Baby keinen Mucks mehr von sich gab. Apple zog die App zurück, als vor allem Mütter protestierten. Mit der App konnte man alte Bücher lesen, bei denen das Urheberrecht nicht mehr greift. Dumm nur, dass darunter auch die Jahrhunderte alte Sex-Bibel «Kamasutra» fällt - ein No-Go für Apple. Der beliebte Multimediaplayer spielt fast alle Dateiformate ab, auch solche, die vom iPhone eigentlich nicht unterstützt werden. Apple sah darin wohl eine Konkurrenz und warf VLC Anfang 2011 kurzerhand raus - offiziell wegen Lizenzproblemen. 2012 kehrte die VLC-App zurück in den App Store. Mit der sogenannten Tethering-Funktion lässt sich jedes iPhone in ein mobiles WLAN verwandeln, um etwa ein Notebook oder Tablet mit Internet zu versorgen. Die App umging die von einigen Mobilfunkanbietern eingeführte Tethering-Sperre des iPhones. Für Apple Grund genug, die App zu verbannen. Kein Herz für Gamer: erlaubte es, alte Computer- und Konsolen-Spiele auf dem iPhone wieder aufleben zu lassen. Apple befürchtete, dass so auch auch neuere raubkopierte Spiele den Weg aufs iPhone finden würden und warf die App vorsorglich aus dem App Store.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Apple feiert den fünften Geburtstag des App Stores mit Gratis-Apps für alle. Über 900'000 Anwendungen tummeln sich inzwischen im Online-Gemischtwarenladen. Sie wurden insgesamt mehr als 50 Milliarden Mal heruntergeladen. Aber fehlt da nicht was?

Das Online-Portal tech.de hat recherchiert, welche Apps der iPhone-Konzern in den letzten Jahren aus seinem Store verbannt hat. «Einige flogen zu Recht wieder aus dem Laden und hätten es nie rein schaffen dürfen, bei anderen fragt man sich, ob Apple hier nicht unbotmässig Zensur betrieb», schreibt tech.de.

Das Online-Medium hat sich im Land der verbotenen Apps umgesehen und eine Reihe von Mini-Programmen zusammengetragen, die den Store unfreiwillig verlassen mussten. Apples Richtlinien sind bekanntlich strenger als bei der Konkurrenz. Apps dürfen beispielsweise weder Schimpfwörter noch Pornographie enthalten. Rassismus, Homophobie und übertriebene Gewalt sind ebenso unerwünscht. Auch duldet Apple keine Kritik an sich selbst in seinem Store. Der Konzern mit dem Saubermann-Image muss sich daher immer wieder den Vorwurf der Zensur anhören.

Eine Auswahl prominenter Apps, die in den letzten Jahren über die Klinge springen mussten, sehen Sie in der Diashow.

(owi)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Nielvo am 13.07.2013 21:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Frechheit

    Dieser Artikel beschreibt genau meinen grössten Frust bei Apple. Ich KAUFE z.B. einen Music Downloader. Nach einem Jahr wird er aus dem Store verbannt. Später noch einen Offline Youtube-Player, nach nur 2 Monaten gelöscht. Das sind nur Beispiele. Durch die Löschung von Apps schuldet mir Apple bereits über 20.-, von denen ich natürlich nichts mehr sehen werde. Ich hatte die Nase darum gestrichen voll von Apple und habe jetzt ein SGS4 mit Android. Dort kann man Sachen machen, für die man bei Apple Apps braucht, die sowieso früher oder später verbannt werden. Schämt euch Apple, lang lebe Android!

  • J. A. am 13.07.2013 12:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Pah!

    Was, Apple bestimmt was sie in ihrem eigenen App-Store anbieten und was nicht?! Ist ja eine bodenlose Frechheit!! Und da es momentan keine echte Alternative zu Apple und dem App-Store gibt, hat man ja auch keine Wahl. Was für ein Dilemma. (Ironie-Off) Und morgen verlange ich vom Coop M-Budget Produkte in ihrem Sortiment.

  • Henri Wyler am 11.07.2013 22:19 Report Diesen Beitrag melden

    Kamasutra nur mit Enter-Taste

    Man kommt der US-Prüderie nicht bei. Sie bestimmt die Weltmoral und hat einen bis ins letze App. Das ist ein Faktum wie Fatka. Die Puritaner des 17. Jahrhunderts bestimmen das 21. Jahrhundert. Lustig: Wenn man "Kamasutra" bei Google eingibt, muss man die Enter-Taste drücken, um Ergebnisse zu erhalten.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Nielvo am 13.07.2013 21:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Frechheit

    Dieser Artikel beschreibt genau meinen grössten Frust bei Apple. Ich KAUFE z.B. einen Music Downloader. Nach einem Jahr wird er aus dem Store verbannt. Später noch einen Offline Youtube-Player, nach nur 2 Monaten gelöscht. Das sind nur Beispiele. Durch die Löschung von Apps schuldet mir Apple bereits über 20.-, von denen ich natürlich nichts mehr sehen werde. Ich hatte die Nase darum gestrichen voll von Apple und habe jetzt ein SGS4 mit Android. Dort kann man Sachen machen, für die man bei Apple Apps braucht, die sowieso früher oder später verbannt werden. Schämt euch Apple, lang lebe Android!

  • Apple Fan am 13.07.2013 20:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Apple = Schweiz

    Ganz einfach, wer die Schweiz liebt, sollte auch Apple lieben. Ich veröffentliche bald meine erste App im AppStore und weiss wovon ich rede. Der Support ist top, Apple ist edel und das ganze System ist bis ins letzte Detail durchdacht und perfekt umgesetzt. Höchster Standard wie in der Schweiz. Und dass fragwürdige Apps verbannt werden, ist ja mehr als wünschenswert. Oder sagen alle Apple Hasser auch, dass der ÖV in Portugal besser ist als in der Schweiz? Billiger ja! Aber Qualität hat seinen Preis.

  • J. A. am 13.07.2013 12:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Pah!

    Was, Apple bestimmt was sie in ihrem eigenen App-Store anbieten und was nicht?! Ist ja eine bodenlose Frechheit!! Und da es momentan keine echte Alternative zu Apple und dem App-Store gibt, hat man ja auch keine Wahl. Was für ein Dilemma. (Ironie-Off) Und morgen verlange ich vom Coop M-Budget Produkte in ihrem Sortiment.

  • Lukas am 12.07.2013 23:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kommt mal runter

    Ihr schlagt euch beinahe die köpfe wegen eines smartphones ein und beklagt euch über leute die kriege führen? Hey, was ist schon ein smartphone.

  • nele am 12.07.2013 20:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ganz klar

    whats app facebokk und die anderen 3 unter den top 4 social web apps