Testlabor

26. September 2014 10:41; Akt: 26.09.2014 14:15 Print

Hier foltert Apple sein iPhone

Nachdem Apple wegen «Bendgate» viel Hohn einstecken musste, haben die Kalifornier Einblick in ihr Testlabor gewährt – und betont, dass nur neun verbogene iPhones gemeldet wurden.

Hier werden iPhones auf Verformungen durch Druck getestet. Simuliert wird, was mit einem IPhone geschieht, wenn es in der Hosentasche getragen wird. (Video: Youtube/The Verge)
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Apple will den Vorwurf, sein neues grosses iPhone-Modell verbiege sich in der Hosentasche, nicht auf sich sitzen lassen. Lediglich neun Kunden hätten sich bisher über verbogene Geräte des Modells iPhone 6 Plus beschwert, erklärte der Konzern in einer Medienmitteilung.

Die Gehäuse der Geräte seien aus festem Aluminium hergestellt und auf Belastungsfähigkeit getestet worden. Die Geräte seien zudem an mehreren Stellen mit Titan verstärkt. In den vergangenen Tagen hatte es im Internet Berichte über iPhones gegeben, die in der Hosentasche verbogen seien. Ausserdem sorgte ein Video für Aufsehen, in dem ein iPhone 6 Plus mit blossen Händen gebogen wurde.

Apple hatte allein am ersten Wochenende über zehn Millionen Geräte der beiden neuen Modelle iPhone 6 und des grösseren iPhone 6 Plus verkauft. Wie viel davon auf welchen Typ entfällt, wurde bisher nicht bekannt.

Der Verkauf der neusten iPhone-Generation hatte am Freitag vergangener Woche offiziell begonnen in den USA, Australien, Japan, Hongkong, Singapur, Deutschland, Frankreich, Grossbritannien, Kanada und Puerto Rico. In rund 20 weiteren Ländern kam das Smartphone heute in die Läden, auch in der Schweiz.

Ungewohnte Transparenz

In einem ungewöhnlichen Schritt für den traditionell geheimniskrämerischen Konzern erlaubte Apple am Donnerstag zudem einigen Journalisten Einblicke in sein Labor in Cupertino, wo die Stabilität der iPhones geprüft wird. Dazu gehörten die Techblogs «Recode» und «The Verge».

In dem Labor wird laut ihren Berichten unter anderem simuliert, was mit einem iPhone passiert, wenn man sich draufsetzt. Ausserdem gebe es dort einen «Drei-Punkt-Verbiegetest», bei dem auf das iPhone in der Mitte Druck ausgeübt wird, während es auf der Ober- und Unterkante gestützt wird. Dabei sei ein iPhone 6 Plus unter einem Gewicht von 25 Kilogramm nicht dauerhaft verbogen, hiess es.

Wenn ein Nutzer allerdings sehr viel Kraft an einigen nicht für den Alltag typischen Stellen anwende, könne das iPhone verbiegen, erklärte Apples Chef für Geräte-Entwicklung, Dan Riccio. «Am Ende ist es so, dass wenn man genug Kraft aufwendet, um ein iPhone - oder jedes andere Telefon - zu verbiegen, es sich verformen wird», sagte Riccio dem Blog «The Verge».

Nach Angaben von Apple gingen vor dem Marktstart jeweils rund 15'000 Geräte der Modelle iPhone 6 und iPhone 6 Plus durch verschiedene Tests. Die neue Generation ist dünner als bisherige iPhones.

Das iPhone 6 und das iPhone 6 Plus verfügen über eine Bildschirmdiagonale von 4,7 beziehungsweise 5,5 Zoll (knapp zwölf und knapp 14 Zentimeter), das Vorgängermodell hatte eine Grösse von vier Zoll. Damit schliesst sich der Konzern dem Branchentrend zu Smartphones mit immer grösseren Displays an.

Software-Panne behoben

In der Nacht zum Freitag bekam Apple nach eigenen Angaben schliesslich auch die Probleme bei seinem iPhone-Betriebssystem iOS in den Griff. Das Unternehmen stellte die Version iOS 8.0.2 zur Verfügung, die alle bisherigen Fehler beheben soll.

Die am Mittwoch veröffentlichte Version iOS 8.0.1 hatte einige Fehlfunktionen des neuen Systems iOS 8 korrigieren sollen - sorgte dabei aber selbst für noch grössere neue Probleme. So beklagten sich Nutzer, ihre Telefone hätten sich nicht mehr in Mobilfunk-Netze einwählen können und der Fingerabdruck-Sensor habe nicht mehr funktioniert. Dazu sagte Apple, dass insgesamt weniger als 40‘000 Kunden von den Problemen betroffen gewesen seien.


So berichtete Recode über Apples Testlabor. (Video: re/code)

(jcg/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Naturmensch am 26.09.2014 11:34 Report Diesen Beitrag melden

    Mir scheint fast

    dass ein Teil der Menschen schon derart Smartphone abhängig ist, dass sie vielleicht eine herkömmliche Kommunikation mit natürlichen Menschen nicht mehr führen können. Manche müssen mehrmals am gleichen Tag mit jemandem telefonieren, den/die eben gerade vor einer Stunde getroffen, aber offenbar mehr oder weniger angeschwiegen haben. Im Zug oder Bus starren manche unverwandt auf die Anzeige ihres Gerätes. Wird ihnen dort das "Evangelium" verkündet, oder haben sie einfach Angst vor einer persönlichen Konversation mit dem Nachbar oder Gegenüber? Die Menschheit degeneriert tatsächlich !!

  • kurt am 26.09.2014 12:59 Report Diesen Beitrag melden

    nur wer laut genug brüllt

    wir leben in einer zeit der selbstdarsteller, haters und fanboys und wichtigtuer. und nur deshalb werden meldungen über unsachgemässe behandlung von produkten auf einmal hochstilisiert als wäre es ein wunder. ja, man darf keine kleintiere in der mikrowelle trocken weil sie dafür nicht gemacht ist. ja, man darf sich nicht auf ein 7mm dünnes iPhone setzen weil es die Physik gibt. wieviel dummheit muss es in der welt geben das man so laut aufschreit über dinge die jeder mit mehr hirnzellen als eine dachlatte wissen müsste? aber klar, es geht ja nur drum "als erster" auf facebook was zu posten.

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  • Sektenführer am 26.09.2014 11:57 Report Diesen Beitrag melden

    Curfed iPhone

    Nur aus Angst vor Patentstreitereien hat man diese Neuerung verschwiegen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Sandra am 27.09.2014 22:02 Report Diesen Beitrag melden

    richtige App drauf laden

    Mit der richtigen App hätte das eventuell verhindert werden können. Fragt mich aber nicht nach dem Namen der App. Googelt nach StartmenuOkay.zip dort ist ein Link drin.

  • No Sport am 27.09.2014 15:53 Report Diesen Beitrag melden

    Ihre Story: "Die schönsten Handyhüllen"

    Besten Dank für die Story. Leider taugen diese Hüllen nur für die Handtasche oder die Badeshorts. Als Schutzhülle für die 0815 Jeans taugen diese nicht und für Outdoor Aktivitäten erst recht nicht. (Ausser vielleicht, wenn man bei 38°C im Anzug Joggen geht)

  • Clever-Smart am 27.09.2014 10:50 Report Diesen Beitrag melden

    idioten-Test

    Kein Smartphone verbiegt sich in der Hosentasche, ausser man macht es absichtlich. Unter 10 Millionen Leuten, die sich das selbe Gerät kaufen, befindet sich immer ein gewisser Prozentsatz an Leuten, die genau so etwas fertig bringen. Also sollten sich solche Meldungen nicht auf das Kaufverhalten von einigermassen normalen Leuten auswirken.

  • Horatio am 26.09.2014 21:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sorge Tragen

    Wenn ein Chronometer aus der Hand fällt, bricht er, oder bekommt sichtbare Spuren. Auf jeden Fall geht er danach falsch und muss zur (teuren) Reparatur. Meine Schweizer, mechanische, Markenuhr, angeblich 300 m Tauchtiefe, wurde zwei Monate nach dem Ablauf der Garantie innen immer beschlagen, obwohl ich nie damit ins Wasser gegangen bin. Reparatur für CHF 580.- Damit kauft man ein komplettes iPhone. Ich mache aber der Firma keine Vorwürfe, die Uhr läuft seitdem einwandfrei und fas Sekundengenau. Man geht mit solchen vorsichtig um. Ein solches gerät IST kein Bierflaschenöffner.

  • mein name am 26.09.2014 14:03 Report Diesen Beitrag melden

    Flasche Aussage

    Das ist aber so nicht richtig. Der Tester welcher das Iphone 6+ verbogen hat, testete es auch mit dem Iphone 6 dem MotoRazr, dem HTC und dem Lumia 1040. Fakt ist das nur das große 6+ verbogen werden konnte, kein anderes. Immer mit dem selben Kraftaufwand wurde getestet.

    • auch ein-name am 26.09.2014 17:39 Report Diesen Beitrag melden

      Kraftaufwand

      "Immer mit dem selben Kraftaufwand wurde getestet." Ahja? Wurde die Kraft gemessen? Nein. Also ist ihre Aussage eine reine Vermutung!

    • mein name am 26.09.2014 20:49 Report Diesen Beitrag melden

      Muss man nicht verstehen

      Warum gebt ihr Daumen runter für einen Fakt der völlig Wertfrei ist?

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