Kampf um SMS-Nachfolge

01. November 2011 20:01; Akt: 02.11.2011 11:02 Print

Facebook bläst zum Angriff auf WhatsApp

Mit dem neuen Facebook Messenger für das iPhone und Android lassen sich Gratis-Nachrichten an die Freunde senden. Doch auch Apple und Google mischen im Markt der boomenden Instant-Messenger mit.

storybild

Facebook fordert die boomenden Instant-Messenger für Smartphones mit einer eigenen Kurznachrichten-App heraus. (Bild: Fotomontage)

Zum Thema
Fehler gesehen?

In den USA ist der Facebook Messenger für Smartphones bereits seit Anfang August erhältlich. Seit zwei Wochen ist die Kurznachrichten-App auch bei uns für das iPhone, BlackBerry und Android-Handys verfügbar. Mit dem Messenger, der zusätzlich zur Facebook-App installiert wird, können die Nutzer unkompliziert und gratis Textnachrichten austauschen. Gelesen werden die Kurzbotschaften im Facebook Messenger auf dem Handy oder auf der Facebook-Website.

Mark Zuckerbergs soziale Plattform lanciert somit eine weitere Gratis-Alternative zur SMS und anderen Kurznachrichten-Apps wie WhatsApp oder Apples iMessage. Textnachrichten oder Fotos lassen sich an Facebook-Freunde senden, aber auch an Kontakte aus dem Telefon-Adressbuch, die kein Facebook-Profil haben. Die Übermittlung an Facebook-Kontakte erfolgt gratis. An Personen ohne Facebook-Konto werden die Nachrichten wie gewohnt als kostenpflichtige SMS geschickt.

Der Vorteil des Facebook Messengers besteht - wie beim iPhone - primär darin, dass man sich nicht darum kümmern muss, wie die Zielperson zu erreichen ist. Die App schickt automatisch eine Gratis-Nachricht, wenn die Person ein Facebook-Konto hat.

Kommt WhatsApp in die Bredouille?

Mit dem Update auf Version 1.5 reift der Facebook Messenger zum gefährlichen WhatsApp-Rivalen heran. Neu zeigt das Programm beispielsweise an, welche Freunde online sind und gerade etwas schreiben.

WhatsApp ist zwar auf allen gängigen Mobile-Plattformen vertreten, trotzdem haben die meisten Smartphone-Nutzer vermutlich mehr Facebook- als WhatsApp-Kontakte. Wer seine wichtigsten Kontakte beim grössten sozialen Netzwerk mit rund 800 Millionen Nutzern vereint hat, könnte künftig weitgehend auf andere Instant-Messenger oder SMS verzichten.

Laut eigenen Angaben nutzen mehr als 350 Millionen Anwender die Facebook-Dienste von einem Mobilgerät aus. Beginnt ein Grossteil davon über den Facebook Messenger zu kommunizieren, könnte es für andere Instant-Messenger eng werden.

Eingeschränkte Funktion in der Schweiz

Vorläufig erhalten WhatsApp und Co. zumindest in der Schweiz eine Gnadenfrist. Anders als etwa in den USA oder Deutschland müssen Schweizer Nutzer des Facebook Messengers noch aufs Verschicken von SMS verzichten. Nachrichten können somit nur an Facebook-Freunde gesendet werden.

«Es gibt bislang keinen genauen Zeitpunkt, wann die SMS-Funktion auch in der Schweiz verfügbar sein wird», heisst es von einem Facebook-Sprecher auf Anfrage. Man sei mit weiteren Mobilfunkanbietern im Gespräch, so dass die Funktion künftig auch in weiteren Ländern zur Verfügung stehen werde.

Die Freunde überwachen

In der neuen Kommunikations-App werden Facebook-Nachrichten, -Chatmeldungen oder SMS an einem zentralen Ort gesammelt, was hilft, den Nachrichtenverlauf mit einem Kontakt im Überblick zu behalten. Praktisch ist zudem die Funktion, neue Nachrichten für eine Stunde oder bis morgens jeweils um 8 Uhr auszuschalten.

Wer sich, wie so viele Benutzer, nicht um die Einstellungen der Anwendung kümmert, kann mit dem Facebook Messenger eine unangenehme Überraschung erleben. Der Ortungsdienst ist standardmässig eingeschaltet, was den Facebook-Freunden den eigenen Standort auf der in der App integrierten Karte enthüllt. Wer seinen Standort verbergen will, muss den Ortungsdienst in den Einstellungen deaktivieren.

Reaktion auf Apple und Google+

Der Facebook Messenger funktioniert nach dem gleichen Prinzip wie Apples iMessage. Mit dem Update auf die neue Betriebssystem-Version iOS 5 kann die normale Nachrichten-App des iPhones Kurznachrichten gratis an andere iPhone-Nutzer senden. Anstelle einer SMS wird im Hintergrund eine E-Mail verschickt, die allerdings in der Gestalt einer SMS daherkommt. Nachrichten an Android- oder Windows-Phone-Geräte werden automatisch als kostenpflichtige SMS gesendet.

Auch Google hat in sein neues soziales Netzwerk Google+ den Dienst Huddle eingebaut, der wie der Facebook Messenger Kurzbotschaften an einen oder mehrere Empfänger erlaubt.

(owi)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • ralph am 01.11.2011 21:53 Report Diesen Beitrag melden

    energieverbraucher

    whatsapp verbraucht bei mir recht viel Akku!

    einklappen einklappen
  • Thias am 01.11.2011 21:56 Report Diesen Beitrag melden

    Soll Facebook doch blasen...

    - mir ist das so etwas von egal! Facebook und deren Nutzer nehmen sich sowieso zu wichtig. Muss ich denn immer der ganzen Welt mitteilen müssen (nein das ist nicht falsch, dieser Satz wurde bewusst so geschrieben!), dass ich gerade auf dem Klo sitze, ein Bier auf einer Party trinke oder am Strand flentze? Facebook ist etwas für Mitteilungsneurotiker! Ich habe und will kein Facebook - und darum bleibe ich bei WhatsApp - das ersetzt mir die sauteuren SMS!

    einklappen einklappen
  • Ricardo am 01.11.2011 20:26 Report Diesen Beitrag melden

    Android user

    Ich werde bei Whatsapp bleiben, und möchte nicht vom Facebook Messenger überwacht werden.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Tomy am 02.11.2011 16:00 Report Diesen Beitrag melden

    Einhalt gebieten!

    Es ist höchste Zeit, dass diesem Treiben von Facebook einhalt gebietet wird und sich endlich neue Konkurrenz etablieren kann. Ich jedenfalls vertraue Google mehr als Facebook. Google sammelt zwar auch alle nur möglichen Daten. Trotzdem werden nicht permanent privacy policy Änderungen einfach vorgenommen und eingestellt Parameter geändert...

    • Emo Ticons am 02.11.2011 21:01 Report Diesen Beitrag melden

      Genau!

      Ganz Meiner Meinung! Sogar Google hat einen besseren Datenschutz als Facebook.

    einklappen einklappen
  • romaro am 02.11.2011 11:07 Report Diesen Beitrag melden

    Ich bleibe bei what

    Falls die mal nicht mehr existieren, dann bezahl ich lieber meine SMS als dem FB meine Seele zu verkeufen.

  • Messanger am 02.11.2011 10:14 Report Diesen Beitrag melden

    Angriff auf die überteuerte SMS!

    Jede Alternative zur extrem überteuerten SMS ist willkommen! Was die Telekom Betreiber an einer SMS verdienen steht einfach in keinstem Masse zum deren Aufwand. Dieser Goldesel muss einfach gestoppt werden!

  • S.K am 02.11.2011 09:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    WISO alles Facebook

    Facebook sollte sich mal ein bisschen zurück halten! Da ich sonnst schon ein FB Gegner bin würde ich nie und nimmer meine SMS mit FB senden... WhatsApp ist wahrscheinlich auch nicht besser im Bezug auf "Spionage". Aber sich besser als FaceBook Messenger .

  • Erich Steiner am 02.11.2011 09:41 Report Diesen Beitrag melden

    Schon seit Jahren

    Also mit meinem Blackberry kann ich schon seit 2007 Instant Messages versenden (Blackberry Messenger)... Der Datentransfer ist optimiert (Fotos, Videos, etc.) und braucht deshalb auch nicht unnötig Daten.... So neu ist das alles also gar nicht. Nur ist es der breiten Masse erst seit Iphone und Co bekannt...

    • Marc am 02.11.2011 11:35 Report Diesen Beitrag melden

      Richigt aber

      Schon so aber damit Du den BBM nutzen kannst muss der andere Kontakt auch ein BB haben. Ich habe auch ein Blackberry aber ich nutze nur den Whats App Messenger um Nachrichten zu schicken. BBM bringt mir nichts da praktisch niemand den ich kenne ein BB hat.

    einklappen einklappen