«Zu oberflächlich»

11. April 2013 13:13; Akt: 11.04.2013 13:25 Print

Ueli Maurer löscht sein Facebook-Profil

Heute Abend ist Ueli Maurers Facebook-Konto Geschichte. Die Diskussionen hätten zu wenig Substanz gehabt, findet Maurer. Der Bundesrat habe den Sinn nicht ganz verstanden, glaubt ein Experte.

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Das Facebook-Konto von Ueli Maurer zählte fast 2900 Fans.

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Bundespräsident Ueli Maurer ist nicht gerade das, was man einen Social-Media-Pionier nennt: Er war einer der letzten Bundesräte, der den Mitarbeitern seines Departements den Zugang zu Facebook nach einer Sperre wieder erlaubt hatte. Anfang dieses Jahres aber schien Maurer seine Skepsis gegenüber den neuen Medien überwunden zu haben. Er entschied sich, sein Amt als Bundespräsident auf den sozialen Medien mit der Bevölkerung zu teilen. Sein Departement gestaltete deshalb eine eigene Facebook-Seite für den Chef. Diese hätte ein Jahr lang mit persönlichen Texten, Bildern und Videos aus seinem Alltag bespielt werden sollen. Auch die Schelte aus der Romandie, als Maurer Neujahrswünsche in fehlerhaftem Französisch postete, schmälerte Maurers Facebook-Engagement nicht.

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Jetzt aber wird das Facebook-Konto mit nur 2900 Likes nach knapp dreieinhalb Monaten gelöscht, bestätigt das VBS einen Artikel der «NZZ». Seine Erwartungen hätten sich nicht erfüllt. «Die Diskussionen wurden häufig oberflächlich geführt. Ich hätte mir mehr Substanz gewünscht», schreibt Maurer auf seiner Seite. Er wolle nun lieber zusätzliche Möglichkeiten für ein persönliches Zusammentreffen schaffen. Er freue sich auf viele neue Begegnungen: «Direkt, authentisch und von Angesicht zu Angesicht.»

«Schade gibt er so früh auf»

Zu wenig substanziell, zu oberflächlich? Social-Media-Experte Renato Mitra von der Agentur MySign findet den Facebook-Auftritt gelungen und glaubt, dass Ueli Maurer zu hohe Ansprüche an die Plattform hatte: «Facebook dient dazu, unabhängig von Zeit und Ort möglichst viele Menschen zu erreichen. Es wäre ein toller Kanal gewesen, der Bevölkerung seinen politischen Alltag näher zu bringen.» Auf Facebook tummelten sich nun einmal normale Menschen, die nicht zu jedem politischen Thema tiefgründiges Wissen aufwiesen. «Maurer hatte schlicht zu hohe Erwartungen und hat den Sinn von Facebook wohl nicht ganz verstanden. Schade hat er nicht mehr Durchhaltewille gezeigt und so früh aufgegeben», sagt Mitra.

Auch die Maurer-Fans zeigen sich auf seiner Seite, die um 17.00 Uhr gelöscht wird, enttäuscht: «Schade, schade, schade», heisst es mehrfach. Nach vier Monaten zu resignieren sei nicht gerade vorbildlich. Und:«Wenn man Social Media nicht versteht, sollte man nicht damit spielen».

(dp)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • AlBundys am 11.04.2013 18:24 Report Diesen Beitrag melden

    Braucht man FB?

    Wers braucht soll's haben und auch die Folgen tragen......

  • D.D am 12.04.2013 03:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sehr gut!!

    Meins bitte auch gleich löschen!!!

  • A. Nti am 11.04.2013 15:17 Report Diesen Beitrag melden

    Richtige Entscheidung

    Dieser "Social-Media-Experte" bringt es auf den Punkt: Ueli hatte vermutlich zu hohe Erwartungen. Und genau so ist es. Die SM sind schlicht oberflächlich, belanglos und irrelevant. Der Hype wird sich legen - die schwindenden Nutzerzahlen gerade unter den Jungen (und Vorreitern) - und den SM wird wieder der richtige Stellenwert eingeräumt. Ueli macht es richtig: Echte Begegnungen mit Menschen. Direkter Kontakt und Gedankenaustausch. Nicht Posten von Belanglosigkeiten machen einen guten Bundesrat, sondern das, was er entscheidet und verantwortet. Authentisch, praktisch, gut!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Ivan Huber am 12.04.2013 05:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schade Ueli !

    An alle Facebook Gegner hier: Facebook benutzt man nicht nur immer für das was viele denken. Es ist auch verdammt praktisch, da viele Internetseiten Zugang mit Passwörter benötigen, bieten diese den loggin via Facebook an. Was viel Registrierungsaufwand erübrigt. Zudem ist es ja wirklich eine interessante Plattform. Es wird immer schlecht geredet. Bin seit 2008 dabei und hatte wirklich nie Probleme damit. Süchtig bin ich übrigens auch nicht geworden und viele ehemalige Schulfreunde und Bekannte die ich immer schon seit Jahren suchte, fand ich auch wieder.

  • D.D am 12.04.2013 03:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sehr gut!!

    Meins bitte auch gleich löschen!!!

  • AlBundys am 11.04.2013 18:24 Report Diesen Beitrag melden

    Braucht man FB?

    Wers braucht soll's haben und auch die Folgen tragen......

  • Herr Wettermann am 11.04.2013 15:33 Report Diesen Beitrag melden

    Bravo!

    Facebook ist nix anderes als ein Zeit-Raubwerkzeug! Es raubt uns allen nicht nur Zeit, sondern letztlich auch noch den Verstand. Leute, die ständig auf FB rumtigern, sind meist zu faul zum arbeiten. Sogar Lehrer surfen schon ständig auf diesen Seiten rum, statt sich um die Arbeit zu kümmern! Diese Seite (und einige weitere dazu) sollte man an jedem Arbeitsplatz sperren, denn es vernichtet Milliarden an Bruttosozialprodukt!! Wirklich was bringen tut Facebook nur jenen, die Geld damit verdienen, also der Werbebranche...

  • A. Nti am 11.04.2013 15:17 Report Diesen Beitrag melden

    Richtige Entscheidung

    Dieser "Social-Media-Experte" bringt es auf den Punkt: Ueli hatte vermutlich zu hohe Erwartungen. Und genau so ist es. Die SM sind schlicht oberflächlich, belanglos und irrelevant. Der Hype wird sich legen - die schwindenden Nutzerzahlen gerade unter den Jungen (und Vorreitern) - und den SM wird wieder der richtige Stellenwert eingeräumt. Ueli macht es richtig: Echte Begegnungen mit Menschen. Direkter Kontakt und Gedankenaustausch. Nicht Posten von Belanglosigkeiten machen einen guten Bundesrat, sondern das, was er entscheidet und verantwortet. Authentisch, praktisch, gut!