Datenmissbrauch?

05. Februar 2010 11:58; Akt: 05.02.2010 16:19 Print

Facebook grast Handy-Adressbuch ab

Die Kontakte aus dem iPhone-Adressbuch von Facebook-Mitgliedern werden von der Social-Community gespeichert, auch wenn sie selbst kein Facebook-Profil haben. Was mit den Daten geschieht, ist unklar.

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Facebook sammelt über die iPhones seiner User auch Daten über Nicht-Mitglieder.

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Seit Anfang Januar steht für die Facebook-App auf dem iPhone ein Update zur Verfügung. In der Beschreibung stand lediglich «Bug fixes and adressbook sync». Was sich viele User wohl nicht bewusst sind, ist, dass Facebook an den persönlichen Kontakten aus dem Adressbuch interessiert ist - und zwar an allen Kontakten, also auch jenen, die kein Profil auf der Social-Community unterhalten.

Beim Update werden die Facebook-Profilbilder und Links mit dem persönlichen Adressbuch synchronisiert. Zwar müssen die User zustimmen, dass die Kontakte auf dem Handy an Facebook geschickt werden. Was mit den Informationen geschieht, ist aber zu keinem Zeitpunkt ersichtlich. Wie sich nun herausgestellt hat, nutzt Facebook die Daten unter anderem, um Neumitglieder anzuwerben. So berichtet das IT-Portal heise.de, dass sich die Meldungen von Lesern «über Merkwürdigkeiten im Zusammenhang mit dem sozialen Netzwerk Facebook» mehren würden. So werden etwa bestehende Facebook-User wie von Geisterhand benachrichtigt, wenn ein Kontakt aus dem Telefon-Adressbuch bei Facebook Mitglied wird. Wird ein Nichtmitglied beworben, tauchen in der Vorschlagsliste fü Bekannte die Kontakte aus dem Adressbuch des Absenders auf.

Facebook gibt Datenspeicherung zu

Facebook streitet nicht ab, dass sie auch an den Daten von Nicht-Mitgliedern interessiert sind und gibt gegenüber heise.de unumwunden zu: «Genau wie jedes andere Online-Adressbuch speichert auch Facebook die hochgeladenen Kontakte.» Die Social-Community schiebt die Verantwortung auf die User ab, schliesslich müssten sie ja im Vorfeld zustimmen, dass ihre Kontakte verschickt werden. Ob sich auch Nicht-Mitglieder, die deswegen ungefragt Beitrittsanfragen erhalten, abspeisen lassen, ist eine andere Frage.

Project Titan: Facebook mit eigenem Mail-Service?

Laut dem IT-Portal techcrunch.com plant die Social-Community einen eigenen E-Mail-Service aufzuziehen. Damit sollen die User in der Lage sein, von einer eigenen Facebook-Adresse aus E-Mails zu verschicken. Die Adressen würden auf ihrname@facebook.com lauten. Damit würde die Social-Community in direkten Konkurrenzkampf mit Gmail, Yahoo, GMX & Co. treten. «TechCrunch»-Gründer Michael Arrington bezieht sich auf gut informierte Kreise. Von offizieller Seite wurden die Gerüchte bislang nicht bestätigt.

Sechs Jahre Facebook - 400 Millionen Mitglieder

Facebook feierte gestern sein sechsjähriges Bestehen. Der Gründer Mark Zuckerberg nützte die Gelegenheit, um auf dem offiziellen Blog mitzuteilen, dass Facebook mittlerweile 400 Millionen Mitglieder zählt. Somit sind in den vergangenen zwei Monaten ganze 50 Millionen Neumitglieder dazu gekommen. Ausserdem wurden auf dem Blog Änderungen des Designs und neue Funktionen angekündigt. Einzelne User haben bereits jetzt schon Zugriff auf die neue Oberfläche, in Kürze sollen die restlichen 400 Millionen folgen, schreibt das IT-Portal mashable.com.

Wie immer wenn Facebook eine Änderung vornimmt, gehen die Meinungen der User auseinander. Die Kommentare unterhalb des Blogeintrags reichen von «super» bis zu «ich hasse es».

(mbu)