Mark Zuckerberg

13. Juni 2011 21:37; Akt: 14.06.2011 08:58 Print

Facebook plant Mega-Börsengang

von Ralf Bode, Reuters - Das soziale Netzwerk Facebook will US-Medien zufolge bei einem Börsengang 2012 alle Rekorde brechen und strebt eine Bewertung von rund 100 Milliarden Dollar an - ein Drittel mehr als bislang geschätzt.

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Der Antrag für das Vorhaben könne im Oktober oder November kommen, der Börsengang selbst im ersten Quartal 2012, berichtete der auf Finanzthemen spezialisierte Sender CNBC am Montag.

Damit würde das populäre Netzwerk mit seinen weltweit mehr als 500 Millionen Nutzern den Run auf Aktien von Internet-Firmen nutzen - die Entwicklungen etwa beim Schnäppchenportal Groupon, dem Online- Karrierenetzwerk LinkedIn und dem russischen Suchmaschinen-Betreiber Yandex aber weit übertreffen.

Facebook mit seinem Chef Mark Zuckerberg gilt seit Monaten als Börsenkandidat und hatte den Schritt selbst erst im Mai als unausweichlich bezeichnet. Über Details gibt es bislang aber nur Spekulationen - etwa die Frage, wie viel seiner Anteile die Firma zunächst an die Börse bringen könnte und zu welchem Preis.

Auch am Montag wollte sich das Unternehmen nicht äussern. Experten haben bereits vor einer neuen «Blase» für Tech-Aktien gesprochen und vor einem Platzen gewarnt. CNBC zufolge könnte die US- Grossbank Goldman Sachs bei dem Facebook-IPO federführend sein.

Investoren wie im Fieber ...

Investoren haben die Bewertung von Facebook zuletzt immer höher geschraubt. Im Juni 2010 war das Unternehmen mit 23 Milliarden Dollar bewertet worden, im Januar 2011 von Goldman Sachs bereits mit mehr als dem doppelten. Im März 2011 wollte ein Finanzinvestor einem Medienbericht zufolge bei Facebook einsteigen und bewertete es mit 65 Milliarden Dollar.

Facebook hatte Anfang 2011 etwa 2000 Mitarbeiter und weltweit mehr als 500 Millionen Nutzer. Das Jung-Unternehmen machte Bankenkreisen zufolge von Januar bis September 2010 bei einem Umsatz von 1,2 Milliarden Dollar einen Netto-Gewinn von 355 Millionen Dollar.

Ihren jüngsten Höhepunkt hatte der Hype um Internet-Aktien Mitte Mai beim Börsengang des Online-Karrierenetzwerks LinkedIn. Deren Papiere waren am ersten Handelstag zeitweise um fast 120 Prozent in die Höhe geschnellt.

... oder erneut mit rosa Brille?

Einige Experten sagten darauf, zehn Jahre nach dem jähe Platzen der Technologie-Blase mit dem Höhenflug der Internetfirmen seien Firmen ohne nennenswerte Gewinne plötzlich wieder Milliarden wert, weil Investoren offenbar mit rosaroter Brille in die Zukunft blicken wollten.

Selbst LinkedIn war vom Höhenflug überwältigt: Noch Tage vor dem Börsengang hatten sie einen Firmenwert von rund drei Milliarden Dollar angepeilt. Stattdessen war das Netzwerk - eigentlich eine mit Lebensläufen gefüllte Internet-Datenbank - plötzlich zehn Milliarden Dollar wert.

Weit über dem üblichen Preis

Üblicherweise streben Börsenkandidaten und die beteiligten Banken ein Kursplus von rund 15 Prozent an: Auf diesem Niveau werden Anleger für ihren Mut ausreichend belohnt und das Unternehmen selbst hat nicht das Gefühl, seine Anteile unter Wert verkauft zu haben.

In der Branche wimmelt es von neuen Start-Ups und Trittbrettfahrern. «Die Leute gehen davon aus, dass eine Technologie- Firma ihren Platz für immer halten kann. Dabei gibt es immer einen Neuen, der irgendetwas besser macht», sagte etwa David Menlow von der auf Börsengänge spezialisierten Web-Seite IPOfinancial.com nach dem LinkedIn-IPO. Er erinnerte an den Hype, den die Seite MySpace hervorrief - um kurz darauf von Facebook überrannt zu werden.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Oekonom am 13.06.2011 23:17 Report Diesen Beitrag melden

    Komm macht doch was ihr wollt

    Aber heult um Gotteswillen nicht rum, wenn wir uns von der nächsten grossen Blase nicht mehr erholen und die Wirtschaftssysteme vollens bachab gehn. Irgendwann wird wiedereinmal ein Saldo gemacht, und dann wird sich schnell rausstellen, dass diese Exorbitanten Summen im besten Fall zu ein paar promillen abgedeckt sind. Ich weiss, die meisten Leser hier können sich das sowiso nicht vorstellen, aber urteilen Sie bitte erst in 2 Jahren über diesen Beitrag.

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  • Mark am 14.06.2011 09:10 Report Diesen Beitrag melden

    fb bald wichtiger als google

    fb regiert die welt...seit über 3 jahren...da kann man nicht mehr von einer blase sprechen. werbung in fb wird bald wichtiger als in google. ausserdem eines der besten marketinginstrumente i.b. im tourismus. börsengang ist folgerichtig und seit einem jahr unabsehbar. mark zuckerberg macht alles richtig. chapeau.

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  • Reiner am 14.06.2011 01:26 Report Diesen Beitrag melden

    Goldman Sachs

    Interessant das ausgerechnet Goldman Sachs selbst Aktionär von Facebook ist. Da profitieren sie natürlich doppelt nachdem sie die Firma eigenhändig um das doppelte Bewerteten. Dann noch vor dem zusammenbruch ihre Aktien schnell los werden und gleichzeitig ein paar Shorts oder Put Optionen. Erinnert irgendwie an die Immobilienkrise wo ausgerechnet wieder diese Bank mit gegen Geschäfte zusammen mit Paulsen & Co. zockte xD

Die neusten Leser-Kommentare

  • Fruchtjogurth am 14.06.2011 11:26 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht schlecht

    Ich halte nicht sonderlich viel von facebook. Jedoch muss auch ich eingestehen dass es in der heutigen Zeit sehr schwer ist so ein erfolgreiches Unternehmen aufzubauen. Da braucht es viel mehr als blos eine gute Idee. Aus diesem Grund ziehe auch ich meinen Hut!

  • Mark am 14.06.2011 09:10 Report Diesen Beitrag melden

    fb bald wichtiger als google

    fb regiert die welt...seit über 3 jahren...da kann man nicht mehr von einer blase sprechen. werbung in fb wird bald wichtiger als in google. ausserdem eines der besten marketinginstrumente i.b. im tourismus. börsengang ist folgerichtig und seit einem jahr unabsehbar. mark zuckerberg macht alles richtig. chapeau.

    • Peter Mayer am 16.06.2011 17:48 Report Diesen Beitrag melden

      Für Werbung uninteressant

      Wüsste nicht wieso man als Werbetreibender dort Werbung machen sollte. Die User sind bei FB um sich mit "Freunden" zu unterhalten und nicht auf der Suche nach einem Produkt / Dienstleistung. Entsprechend ist Werbung bei FB nicht viel wert. Und genau diese Werbung ist meines Wissens die einzige Einnahmequelle, tolles Geschäftsmodell.

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  • Eins und Eins am 14.06.2011 08:29 Report Diesen Beitrag melden

    Wenn etwas rendiert

    ziehen die Initiatoren daraus Gewinn, wenn dass ganze nicht mehr läuft --- liegt die Umwandlung in eine AG nahe. So+nur so kann der drohende Verluste und weiter abgesahnt werden

  • J.R. am 14.06.2011 08:19 Report Diesen Beitrag melden

    Facebook = Wankerbook

    Mehr wert als afrikanische Länder ?

  • Reiner am 14.06.2011 01:26 Report Diesen Beitrag melden

    Goldman Sachs

    Interessant das ausgerechnet Goldman Sachs selbst Aktionär von Facebook ist. Da profitieren sie natürlich doppelt nachdem sie die Firma eigenhändig um das doppelte Bewerteten. Dann noch vor dem zusammenbruch ihre Aktien schnell los werden und gleichzeitig ein paar Shorts oder Put Optionen. Erinnert irgendwie an die Immobilienkrise wo ausgerechnet wieder diese Bank mit gegen Geschäfte zusammen mit Paulsen & Co. zockte xD