Kinderporno geteilt

22. März 2013 21:28; Akt: 23.03.2013 15:53 Print

«Facebook ist für Schutz verantwortlich»

von Arno Meili - Als gestern tausende Facebook-User ein kinderpornografisches Video sehen konnten, hat die Überwachung des Social-Media-Riesen versagt. Kinderschützer sehen Facebook in der Pflicht.

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Widerrechtliche Inhalte auf Facebook: Trotz breiten Schutzmassnahmen kursierte gestern ein kinderpornografisches Video auf der Social Media Plattform. (Bild: Keystone/AP/Paul Sakuma)

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Ein schockierendes Video mit kinderpornografischem Inhalt hat gestern tausende Facebook-Nutzer erschüttert - 20 Minuten Online berichtete. Die Frage bleibt, weshalb das Video von Facebook erst nach mehreren Stunden entfernt wurde.

Nicht nur viele User halten dies für völlig unverständlich, auch Katrin Meier von Kinderschutz Schweiz ist erschüttert darüber, wie lange das Video auf Facebook zu sehen war. Sie sieht den Internet-Giganten in der Pflicht: «Die Verantwortung liegt einerseits bei Usern, die allenfalls strafrechtsrelevante Inhalte hochladen oder teilen. Andererseits ist Facebook verantwortlich dafür, effektive Schutzmechanismen für Kinder aber auch generell bezüglich illegalen Inhalten einzubauen.» In eine ähnliche Richtung zielt auch Laurent Sédano, Medienexperte von Pro Juventute: «Wir fordern von Anbietern, dass sie alle möglichen Massnahmen zum Jugendschutz ergreifen.»

Für effektiven Schutz: User müssen Inhalte melden

Seiner Meinung nach steht aber vor allem die Sensibilisierung der User mit solchen Themen im Vordergrund. Denn wird ein Video mit kinderpornografischem Inhalt gepostet, können Benutzer dies bei Facebook melden. Darin liegt auch für Facebook Experte Thomas Hutter der Schlüssel zu einem effektiveren Schutz: «Viele User bekommen auf Facebook schreckliche Bilder zu sehen, ohne dies zu melden. Eine Menge Leute wissen nicht einmal, dass man solche Inhalte melden kann.»

Sobald bei Facebook eine Meldung eingeht, wird diese von einem Team überprüft und die entsprechenden Massnahmen werden eingeleitet. Im Falle von Kinderpornografie arbeitet Facebook aktiv mit spezialisierten Strafverfolgungsbehörden und dem «National Center for Missing and Exploited Children» zusammen. Ein Sprecher von Facebook dazu: «Wir haben eine Null-Toleranz-Politik gegenüber Materialien bezüglich des Missbrauchs von Kindern auf der Plattform und greifen dabei auf industrieführende Massnahmen zurück, um zu versuchen, dieses Ziel zu erreichen.»

Technische Filter von Facebook sind fehleranfällig

Bei der riesigen Menge an weltweiten Facebook-Posts werden manchmal aber auch illegale Inhalte übersehen. Für Thomas Hutter nicht überraschend: «Pro Tag werden circa 3.2 Milliarden Beiträge auf Facebook gepostet. Diese Menge an Daten lässt sich natürlich nicht vollständig manuell kontrollieren.»

Deshalb verwendet Facebook neben der manuellen Kontrolle durch verschiedene Teams vor allem technische Filter, die heikle Inhalte sofort markieren sollen. Laut Hutter sind diese Filter aber unheimlich kompliziert und deshalb auch fehleranfällig. So kann es beispielsweise passieren, dass Bikinifotos gelöscht werden, wenn der Farbfilter zu viel nackte Haut darauf erkennt. «Solche Fälle ziehen dann automatisch eine Menge Reklamationen nach sich», so der Experte.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Peter Besserwisser am 23.03.2013 04:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ueberflüssig

    Schafft doch endlich diese überflüssigen "gschpürsch mi"- Medien ab.

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  • w.n. am 22.03.2013 21:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    es sind eh alle hobbylos  

    das ist eine frechtheit wer so was macht hat nichts zu tun traurig das....

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  • Max Müller am 23.03.2013 16:20 Report Diesen Beitrag melden

    Technisch dauerts noch jahre

    Die Filter bei Facebook sind einerseits Systeme andrerseits sind da Leute,Mendschen die Beiträge und Fotos ansehen, bewerten und entsprechend handeln. Bis diese zu den Menschen gelangem müssen einige bestimmte indikatoren anschlagen. Technisch wird es wohl noch Jahre dauern filter in Produktion zu bringen welche ca 99% zuverlässig sind. Dann wird es aber auch möchlich sein das ganzeInternet zu filgern..

Die neusten Leser-Kommentare

  • a.p. am 25.03.2013 19:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    habs auch überstanden..

    obwohl ich sagen muss, dass ich nie wirklich ner richtiger "FB junkie" war. DEAKTIVIEREN...Wichtig ist einfach alle Fotos, Freunde..etc löschen und die E-mail ändern. Frag mich auch wieso Mann/Frau sich so abhängig davon machen? Kommentare willkommen... Kenne einige in meinem Kollegenkreis die es non stop verfolgen... angst was zu verpassen?/?/ Meiner Meinung nach fehlt diesen Leuten was...Anerkennung echt...

  • Michael am 25.03.2013 15:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Blödsinn!

    Beim Facebook App auf Android kann man keine oder zumindest nur wenige Beiträge melden! Ich wollte schon oft unangebrachte oder illegale Beiträge melden aber es war nicht möglich.

  • Jönu am 25.03.2013 07:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gegen Kinderschänder

    Das Gute am Ganzen ist, dass die Menschen nun endlich die Augen aufmachen und etwas gegen Kinderschänder tun. Hoffe ich zumindest.

  • Robert am 24.03.2013 10:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kinderpornografie

    Habe ich gesehen und finde es braucht bessere Filter die das sofort löschen

  • Fb Nutzer am 23.03.2013 18:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schütz eure Kinder!!!

    Schützt eure Kinder in sozialen Netzwerken!!!

    • Tom am 23.03.2013 20:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Ein super Buch!

      mein-kind-in-sozialen-netzwerken.de hilfreich fuer alle eltern!

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