Gefährlich

24. Februar 2011 12:45; Akt: 25.02.2011 14:10 Print

«Date Nina» wird aufdringlich

Ein auf Facebook lancierter interaktiver Film macht den User zum Hauptdarsteller. Mit einer jungen Frau geht es in den Ausgang – der Abend kann böse enden.

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Nina, eine Bekanntschaft aus dem Internet, ist die Hauptfigur in einem interaktiven Präventionsfilm, der auf Facebook läuft. Ziel ist es, auf spielerische Art und Weise der hohen Zahl von jugendlichen Verkehrstoten entgegenzuwirken. Doch bevor es losgeht... ... muss der User seine Facebook-Sicherheitseinstellungen anpassen. «Date Nina» funktioniert nicht mit sicherer Verbindung (HTTPS), was ein klares Manko ist. Zudem muss der User den Zugriff erlauben... ... auf verschiedene private Daten, wie Geschlecht, Freundesliste und Mail-Adresse. Zudem will «Date Nina» Zugriff aufs Profilbild, um es später im Game verwenden zu können. Erst wenn die verschiedenen Anfragen vom User genehmigt sind, kann es losgehen. Nina wartet in einer Bar, anschliessend zieht man mit dem Auto weiter und trifft Freunde. Der Hauptdarsteller des interaktiven Films ist der Facebook-User selbst. In mehreren Situationen gilt es, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Das fängt mit belanglosen Dingen an. Während des Spiels werden aber auch unmoralische Angebote gemacht - wie zum Beispiel Knutschen mit zwei Mädchen. «Date Nina» wurde von RaodCross in Zusammenarbeit mit Ogilvy Interactive produziert und vom Fonds für Verkehrssicherheit unterstützt. Die App ist auf Deutsch, Französisch und Italienisch spielbar. Hauptziel ist es, jungen Männern die Konsequenzen des eigenen Verhaltens und die Auswirkungen auf den Strassenverkehr zu zeigen. Wenn einem die Polizei stoppt... ... ist das Abenteuer - im Gegensatz zum richtigen Leben - nicht zu Ende. Mit einem Mausklick kann man zur letzten (falschen) Entscheidung zurückkehren und es nochmals versuchen.

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Die aktuellen Verkehrsunfallzahlen zeigten, dass die 18- bis 24-Jährigen mit Abstand das höchste Risiko haben, bei einem Unfall in Zusammenhang mit Geschwindigkeit, Alkohol oder Drogen schwer verletzt oder getötet zu werden. Der auf Facebook lancierte interaktive Präventionsfilm «Date Nina» soll dem entgegenwirken.

Im Film trifft man eine junge Frau namens Nina und geht mit ihr in den Ausgang. Im Verlauf der Nacht gilt es, verschiedene Entscheidungen zu treffen, die das Geschehen direkt beeinflussen. Dies reicht von witzigen Dialogen über Drogenkonsum bis zu gefährlichen Situationen auf der Strasse.

Sicherheitsfunktion deaktiviert

Bevor der User ins nächtliche Abenteuer einsteigen kann, muss er seine Facebook-Einstellungen anpassen. In Sachen Sicherheit ergibt der Test von 20 Minuten Online Negativpunkte: So funktioniert das interaktive Game nur, wenn auf eine sichere Verbindung (HTTPS) verzichtet wird. Die Sicherheitseinstellung wird dauerhaft deaktiviert. Vorsichtige Facebook-User sollten die HTTPS-Funktion nach dem Ausprobieren des Games wieder in den Kontoeinstellungen aktivieren.

Der Zuschauer erlebt den Film aus der Ego-Perspektive und entscheidet per Mausklick über den Verlauf der Geschichte. Er wird somit zum Hauptdarsteller des Films. Um diesen Effekt zu verstärken, wird der Zuschauer von den übrigen Filmcharakteren direkt angesprochen. Zudem greift die Applikation auch auf Facebook abgelegte Fotos zu und baut sie in die Filmhandlung ein. Weiter muss man «Date Nina» den Zugriff auf verschiedene persönliche Daten erlauben, die man mit «Allen» teilt. Weiter will das Programm auf die Pinnwand des Users posten und einem auch E-Mails zuschicken.

Schweizweite Prävention

RoadCross Schweiz hat die interaktive Facebook-Filmapplikation in Zusammenarbeit mit Ogilvy Interactive produziert. Mit dabei ist auch der Schweizer Schauspieler Hanspeter Müller-Drossaart.

2010 führte das Präventions-Team von RoadCross in der Deutschschweiz und der Romandie Präventionsveranstaltungen in Berufsschulen, Jugendheimen, Gymnasien,
Sportvereinen, Motivationssemestern und Lehrlingsbetrieben durch und erreichte damit laut eigenen Angaben an die 15 000 Jugendliche.

(dsc)